Die Dressur von Wildtieren – das grausamste Training der Welt

Die Dressur von Wildtieren wie Tiger, Löwen und Elefanten ist das grausamste Training der Welt. Schließlich würde kein Tier je aus freien Stücken beschließen, sich zur Unterhaltung von Menschen in einer Manege auf den Kopf zu stellen oder andere unnatürliche „Tricks“ aufzuführen. Nur mit brutalem Training, anhaltender Erniedrigung und massiven jahrelangen Gewalterfahrungen lassen sich Wildtiere wie Tiger in Zirkussen zu solchen „Kunststückchen“ bringen.

Inhaltsverzeichnis

Gewalt ist bei der Wildtierdressur in Zirkussen an der Tagesordnung

Eine „sanfte Dressur“ gibt es nicht – egal, ob es sich bei den dressierten Tieren um Elefanten, Tiger, Löwen oder andere Arten handelt. Wildtiere werden dabei sowohl mental als auch körperlich gebrochen, damit sie den Anweisungen des Trainers anstandslos gehorchen.

Immer wieder beweisen Aufnahmen, dass die üblichen Trainingsmethoden von Gewalt geprägt sind. Die aufrüttelnden Bilder sind keine Einzelfälle, denn Wildtiere lassen sich nicht ohne Zwang und Gewalt dressieren. Die Wildtierdressur baut allein darauf auf, den Willen der Tiere bereits im Vorfeld mittels Gewalt zu brechen. Das Resultat ist eine antrainierte Angst vor Bestrafung. Dabei greifen Dompteure im Zirkus nicht, wie teilweise beteuert, auf Rucksäcke voller Belohnungshappen zurück, sondern bedienen sich verschiedenen Dressurwerkzeugen, um den Tieren Schmerzen zuzufügen.

Psyche von Elefanten, Tigern und Co. mit Folterwerkzeugen gebrochen

Zur Dressur gehört unweigerlich das Festlegen der Rangordnung, also der Rolle des Menschen als „Befehlsgeber und Meister“ und des Tieres als „Untergebener“, das es weiter zu unterwerfen gilt. Elefantenforscherin Dr. Cynthia Moss und zahlreiche weitere namhafte Elefantenforscher, die sich vehement gegen Elefanten im Zirkus aussprechen, bringen es in ihrem Statement zum Thema Elefanten in Zirkussen auf den Punkt: 

„Um das Verhalten eines Elefanten in der Beengtheit eines Zirkus zu kontrollieren, muss der Pfleger die Überhand gewinnen und behalten. Ein so großes Tier zu kontrollieren, kann nur durch eine gewisse Art der Grausamkeit erreicht werden.“ [1]

Elefantenforscherin Dr. Cynthia Moss

Dabei kommen je nach Tierart verschiedene Werkzeuge und Hilfsmittel zum Einsatz: Der Elefantenhaken mit seiner metallenen Spitze (damit wird den Tieren in ihre empfindliche Haut gestochen, um ihnen Schmerzen zuzufügen), Stock und Peitsche, Knüppel oder Elektroschocker. Der Einsatz dieser widerlichen Folterwerkzeuge belegt immer wieder, dass Tiere im Zirkus nur unfreiwillig und unter Zwang agieren. Die Trainingseinheiten bedeuten erhebliches Leid für die Tiere.

Elefant wird mit Elefantenhaken verletzt
Der Elefantenhaken soll die Tiere zum Gehorsam zu zwingen.
Elefant wird Elefantenhaken zu Boden gedrückt
Wildtiere führen niemals freiwillig unnatürliche Kunststücke auf.
Gefesseltes Elefantenbaby beim Zirkus Training
Die Tiere leiden seelisch und körperlich.

Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie bestätigte das tierquälerische Vorgehen bei der Dressur von Elefanten im Zirkus:

„Es gibt […] gesicherte Erkenntnisse, dass nahezu keine Vorführungserfolge ohne das Zufügen von Schmerzen durch Elefantenhaken, Stromapplikation, z. B. in der Maulhöhle, den Einsatz von Stockschlägen u. a. auf die Augen und andere Misshandlungen der Tiere erzielt werden.“

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Grausame „Trainingsmethoden“ verursachen Stress und Aggressionen

Zu den angewandten „Dressurtechniken“ bei Elefanten gehört unter anderem, dass Trainer über längere Zeitspannen hinweg mit einem Knüppel auf die Tiere einschlagen, mit Heugabeln auf sie einstechen und ihnen Elektroschocks verabreichen. Auch schmerzhafte Ketten an den Füßen, mit denen die Tiere über längere Zeit an ein und derselben Stelle fixiert werden, sowie Nahrungsentzug werden als „Trainingsmethoden“ eingesetzt, um Wildtiere wie Elefanten gefügig zu machen. [2]

Diese extremen Foltertechniken verursachen enormen Stress und Leid bei den Tieren. Immer wieder kommt es vor, dass sie die ständige Schikane durch die Dompteure nicht mehr ertragen können und in eine Art „Kampf oder Flucht“-Reaktion [2] übergehen: Als Folge des Stresses und der permanenten seelischen wie körperlichen Belastung entwickeln viele von ihnen Aggressionen, greifen Artgenossen und Trainer an oder verstümmeln sich selbst.

Angekettete Elefanten im Zirkus
Das stundenlange Festbinden ist einer der Gründe für schwere Verhaltensstörungen.

Wildtiere müssen unnatürliche Bewegungen ausführen

Die Dressurnummern verlangen den Wildtieren in der Regel Leistungen und Bewegungsabläufe ab, die sie normalerweise niemals ausüben würden und die für sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen: In der Natur würde kein Bär von sich aus auf die Idee kommen, Fahrrad zu fahren – allein deshalb, weil es sich um eine Gerätschaft handelt, die auf die Anatomie von Menschen ausgelegt ist. Auch Tiger würden nicht auf zwei Beinen hüpfen oder sich in einer Reihe aufstellen und Männchen zu machen. Dennoch werden die Großkatzen aus Profitgründen wieder und wieder dazu gebracht, diese artfremden Haltungen und Verhaltensweisen auszuführen. [2]

Bei Elefanten sind unnatürliche Positionen wie der Kopfstand oder das Aufsitzen aufgrund des Körpergewichts extrem belastend für den Bewegungsapparat, was häufig zu Verletzungen und dressurbedingten Erkrankungen führt. Solche unnatürlichen Bewegungsabläufe sind in keiner Weise mit einer verhaltensgerechten Beschäftigung zu vergleichen. Auf lange Sicht bergen die immer gleichen Wiederholungen das Risiko, dass die Tiere an körperlichen Beschwerden erkranken [3], wie auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz bestätigt:

„Tierschutzrelevant und damit als tierschutzwidrig einzustufen sind gezeigte Verhaltensweisen, die nicht arttypisch sind, eine dauernd wiederholte statische Belastung oder Überlastung einzelner Körperteile verursachen und letztendlich zu Schädigungen und Verletzungen führen können. Zu den besagten Verhaltensweisen zählen der Kopfstand und Handstand sowie unter bestimmten Gegebenheiten das Fortbewegen ausschließlich auf den Hinterbeinen.“ [3]

Bär fährt Fahrrad im Zirkus
Zirkusnummern wie diese sind das Ergebnis von qualvoller Dressur.
Elefanten sitzen auf Hockern in der Zirkusmanege
Unnatürliche Positionen können zu Verletzungen führen.
Löwen stehen auf den Hinterbeinen im Zirkus
Die Tiere führen alberne Tricks auf, weil sie gezwungen werden.

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus

Es ist grundsätzlich nicht möglich, Wildtiere im Zirkus artgerecht zu halten. [3] Entsprechend gehören Tiere wie Tiger, Elefanten, aber auch Antilopen, Seelöwen, Büffel und Co. nicht in den Zirkus. Dort verbringen sie den Großteil ihrer Lebenszeit eingepfercht in winzigen Transportwagen, die sie nur selten verlassen dürfen – meist nur, wenn es darum geht, sie zu Profitzwecken zu missbrauchen und die Zuschauerränge auf Kosten der Tiere mit zahlenden Besuchern zu füllen. Laut den Zirkusleitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) müssen Zirkusse Großkatzen wie Tiger täglich nur vier Stunden am Tag Auslauf in einem ca. 50 m² kleinen Außengehege gewähren. [4] Artwidrige Haltung verbunden mit einer mental und körperlich belastenden Dressur machen die Tiere oft krank, viele entwickeln Verhaltensstörungen und sterben früh.

Zirkus Affen im Käfig

So helfen Sie Tieren im Zirkus

Deutschland ist noch immer eines der wenigen europäischen Länder, das Wildtierdressuren im Zirkus toleriert. Zwar hat das BMEL im Herbst 2020 einen Gesetzentwurf vorgestellt, wonach bestimmte Wildtiere wie Giraffen, Flusspferde und Nashörner im Zirkus verboten werden sollen. Doch das ist nicht genug: Wir von PETA Deutschland fordern, dass sämtliche Wildtierdressuren beendet werden. Darüber hinaus setzen wir uns für ein vollumfängliches Tierverbot im Zirkus ein, das sowohl Wildtiere als auch domestizierte Tierarten berücksichtigt. Denn auch domestizierte Tiere wie Pferde verbringen im Zirkus die meiste Zeit in engen Boxen, werden mit der Peitsche dressiert und entwickeln häufig Verhaltensstörungen. Schließen Sie sich unserer Forderung für ein generelles Tierverbot im Zirkus an.