12 Schlittenhunde offenbar bei Transport erstickt und vergraben

Ein Whistleblower meldete uns von PETA Deutschland den tragischen Tod von zwölf sogenannten Schlittenhunden im baden-württembergischen Dobel. Die Hunde erstickten den Angaben zufolge in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli während eines Transports im Fahrzeug. Ihre Körper sollen dann anschließend in der Umgebung vergraben worden sein. Wir haben Strafanzeige gegen die Hundehalterin erstattet.

Hunde offenbar qualvoll im Fahrzeug erstickt

Zwölf der insgesamt 26 Hunde sind Berichten des Whistleblowers zufolge offenbar im Transportwagen über Nacht erstickt. Unsere eigenen Recherchen legen nahe, dass sich der tragische Vorfall so zugetragen hat. Die Hunde gehörten zu einer bekannten deutschen Schlittenhundeführerin und Tierärztin, welche die Tiere für Rennen missbrauchte.

Die zwölf Hunde starben anscheinend durch die mangelhafte Haltung im Fahrzeug; über mehrere Stunden in kleinen Boxen. Zwei weitere Hunde wurden aufgrund ihres lebensbedrohlichen Zustands in eine Tierklinik gebracht.

Vertuscht Schlittenhunde-Verband den Tod der Hunde?

Die Hunde wurden dem Hinweisgeber zufolge nach ihrem Tod in der Umgebung vergraben. Offenbar sollten so weitere Untersuchungen der Todesursache und Negativ-Schlagzeilen verhindert werden. Nur dank des aufmerksamen Whistleblowers konnte der Fall aufgedeckt und zur Anzeige gebracht werden.

Der Schlittenhunde-Verband VDSV legt mittlerweile in einer Stellungnahme nahe, dass die Hunde vergiftet worden sein sollen. Dies halten wir für abwegig und werfen den beteiligten Akteuren Vertuschung vor: Offenbar soll der ohnehin tierschutzwidrige „Sport“ nicht noch mehr in die Kritik geraten.

„Bei Schlittenrennen werden Hunde nicht nur auf den Pisten gequält, auch die stundenlangen Transporte in winzigen Boxen quer durch Deutschland sind mit erheblichem Leid und vielen Risiken verbunden. Dass offenbar die todbringende Fahrlässigkeit durch Verbuddeln der toten Tiere vertuscht werden soll, spricht Bände über diesen tierschutzwidrigen „Sport“ und dessen Akteure.“

DR . Edmund Haferbeck, PETA Deutschland

PETA erstattet Anzeige

Am 16. August erstatten wir von PETA Deutschland Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Tübingen gegen die Hundehalterin und eine weitere mutmaßlich beteiligte Person – unter anderem wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Wir fordern die Untersuchung der toten Hunde sowie ein Tierhalteverbot für die Verantwortlichen. Die Behörde leitete ein Strafermittlungsverfahren ein.

Schlittenhunderennen müssen verboten werden

Der Missbrauch von Hunden als Sportgeräte und Zugmaschinen für Schlittenrennen ist enorme Tierquälerei. Die Tiere werden gezwungen, stundenlang schwere Lasten durch den Schnee zu ziehen, damit die Halter:innen Preisgelder abräumen können. Auf Kommando sollen sie Höchstleistungen erbringen, für die ihre Körper nicht ausgelegt sind. Immer wieder werden sogenannte Schlittenhunde rücksichtlos behandelt und nicht ausreichend medizinisch versorgt. Für die Teilnahme an Rennen und Trainingseinheiten werden sie oftmals stundenlang in winzigen Boxen transportiert.

Beim Iditarod in Alaska, dem größten Hundeschlittenrennen der Welt, sind bereits mindestens 150 Tiere gestorben. Unzählige weitere Hunde verletzten sich, weil sie bei eisiger Kälte durch den Schnee gehetzt wurden. Im März 2020 mussten über 220 Hunde aus dem Rennen genommen werden, weil sie verletzt, krank oder völlig erschöpft waren. Zwischen den Rennen werden die Hunde angekettet, müssen hungern und werden kaum medizinisch versorgt. Nicht ohne Grund haben sich bereits große Sponsoren wie Coca-Cola und ExxonMobil von der tierquälerischen Veranstaltung abgewandt.

Wie Sie Hunden helfen können

Bitte besuchen Sie niemals ein Schlittenhunderennen – weder im Ausland noch in Deutschland. Klären Sie auch Freund:innen, Bekannte und Familienmitglieder über das Leid der Hunde auf und bitte Sie sie, sich ebenfalls von diesen Veranstaltungen zu distanzieren.

Wenn Sie sehen, dass ein Hund oder ein anderes Tier schlecht gehalten oder gequält wird, melden Sie sich bitte sofort bei uns oder der Polizei. Nur mit Ihrer Unterstützung können wir Tieren helfen und Tierquäler:innen zur Rechenschaft ziehen.