Was ist der Unterschied zwischen Haus- und Nutztieren?

Wird Ihnen nicht ganz anders, wenn Sie sich vorstellen, was dem Hund auf dem Foto bevorsteht? Die meisten Menschen wären wahrscheinlich entsetzt und würden versuchen einzugreifen, wenn einem Hund der gleiche qualvolle Tod im Schlachthof bevorstünde wie unzähligen Schweinen. Doch warum machen wir diesen Unterschied zwischen verschiedenen Tierarten überhaupt und stufen fühlende Lebewesen in sogenannte Haus- und Nutztiere ein?

Inhaltsverzeichnis

Gibt es einen Unterschied zwischen „Haustieren“ und „Nutztieren“?

Das Tierschutzgesetz unterscheidet zwischen sogenannten Nutztieren, Heimtieren und Wildtieren – je nachdem, welchen Nutzen sich der Mensch von den jeweiligen Tierarten erhofft. Für die Haltung und den Umgang gibt es jeweils unterschiedliche gesetzliche Vorgaben. [1, 2]

Schweine, Rinder, Hühner und andere „Nutztiere“ leiden Tag für Tag in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Sie werden teils legal, teils illegal gequält und skrupellos ausgebeutet. Viele von ihnen überleben nicht einmal die Zucht oder Mast. Andere werden noch im Kindesalter getötet, zu Fleisch verarbeitet und an Supermärkte und Metzgereien verkauft. Obwohl das Leid dieser Tiere in der Ernährungsindustrie weitgehend bekannt ist, konsumieren viele Menschen weiterhin tierische Produkte.

Vermutlich würden die wenigsten Menschen Fleisch kaufen, wenn sie wüssten, dass es von einem getöteten Hund aus „guter Haltung“ stammt. Die meisten Menschen machen also auch unabhängig von Gesetzen einen Unterschied zwischen sogenannten Haus- und Nutztieren, obwohl Letztere per Definition zu den „Haustieren“ gehören.

Hund und Schwein

Was versteht man unter einem „Nutztier“?

Zu den sogenannten Nutztieren gehören Tierarten, die domestiziert und züchterisch so verändert wurden, dass sie dem Menschen einen von ihm erhofften Nutzen bieten. „Nutztiere“ sind domestiziert und zählen damit zu den „Haustierarten“. Als „Nutztiere“ werden alle Tiere bezeichnet, die der Mensch zu Ernährungs- und Bekleidungszwecken sowie für körperliche Arbeitsleistung in Form von Lasten- und Zugarbeiten ausbeutet. Die Definition ist relativ schwammig: Meist sind mit der Bezeichnung Tiere gemeint, die landwirtschaftlich gehalten werden, teilweise werden auch Tiere in der Pelzindustrie als „Nutztiere“ bezeichnet.

Die Nutzung eines Tieres zielt dabei auf größtmöglichen Profit für den Menschen ab, während das Wohl der Tiere immer in den Hintergrund gerückt wird.

Welche Tiere sind „Haustiere“?

Alle Tiere, die mit Menschen leben, sind „Haustiere“ – egal, ob in der Wohnung, im Garten oder im Stall. Somit gehören zu den sogenannten Haustieren alle Tierarten, die domestiziert wurden – auch die sogenannten Nutztiere.

Meist sind mit dem Begriff jedoch Tiere gemeint, die als tierische Mitbewohner im eigenen Zuhause gehalten und – hoffentlich – liebevoll umsorgt und ihren Ansprüchen entsprechend artgerecht gehalten werden. Doch auch hier gibt es Unterschiede: Denn anders als Hunde, Katzen, Kaninchen und ähnliche Tierarten werden in etlichen Haushalten auch Exoten wie Reptilien, Raubkatzen oder Affen gehalten, obwohl sie in Privathand niemals artgerecht leben können.

Hund und Katze kuscheln

Was ist der Unterschied zwischen einem „Haustier“ und einem „Nutztier“?

Der einzige Unterschied zwischen sogenannten Nutz- und Haustieren ist ihre Bezeichnung nach dem Nutzen, den ihnen der Mensch zugeschrieben hat.

Die Unterscheidung in „Haustiere“ und „Nutztiere“ ist vollkommen willkürlich: Denn genau wie Menschen empfinden auch andere Tiere Angst und Schmerz – egal, ob Hund, Katze, Kuh, Schwein, Schaf oder Huhn.

Wir Menschen stellen uns oftmals über andere fühlende Lebewesen und kategorisieren sie nach ihrem vermeintlichen Nutzen für uns. Indem wir eine bestimmte Tierart als „Nutztier“ bezeichnen, beruhigen wir lediglich unser Gewissen als Konsument:innen und versuchen zu rechtfertigen, dass wir anderen Lebewesen ein leidvolles Leben und einen viel zu frühen und qualvollen Tod zumuten.
Auch Politik und Agrarlobby machen diese Unterschiede und halten sie aufrecht – denn damit wird legalisiert, dass sogenannte Nutztiere unter artwidrigen Bedingungen gehalten und qualvoll getötet werden dürfen.

Weil diese Kategorisierung von Tieren menschengemacht ist, können wir sie auch wieder aufheben und Tieren die Rechte zuzusprechen, die ihnen zustehen.

In Zusammenarbeit mit der Agentur DDB Prague und dem Tierrechtsfotografen Aitor Garmendia von Tras los Muros entstanden Bilder, die die menschengemachte Grenze zwischen „Nutztier” und „Haustier” verschwimmen lassen. Sie führen vor Augen, wie absurd diese Einteilung eigentlich ist, denn schließlich fühlen und leiden alle Tiere gleich. Ganz gleich, ob Schwein oder Hund – jedes Tier will leben!

Jedes Tier verdient Mitgefühl und Respekt

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um auch Ihr Verhältnis zu den Tieren auf den Prüfstand zu stellen: Wussten Sie zum Beispiel, dass Schweine gerne Ball spielen oder Musik hören? Und war Ihnen klar, dass Rinder ;lebenslange Freundschaften schließen können?

Es ist falsch, diese faszinierenden Tiere ihr Leben lang auszubeuten, Leid auszusetzen und schließlich qualvoll zu töten. Es ist genauso falsch, sie zu töten, wie es bei jedem Hund und jeder Katze falsch wäre. Und es ist an der Zeit, dass wir diesen Wahnsinn gemeinsam beenden.

Helfen Sie, Speziesismus zu beenden!

Entscheiden Sie sich für eine tierfreundliche vegane Lebens- und Ernährungsweise. Damit helfen Sie, das Leid der unzähligen Tiere nachhaltig zu beenden, die in der Ernährungs– , Bekleidungs– und Unterhaltungsindustrie sowie in Tierversuchen ausgebeutet werden.

Klären Sie Ihr Umfeld über Speziesismus auf. Nur wenn das grundlegende Problem gesellschaftlich diskutiert und anerkannt wird, kann die willkürliche Einordnung von Tieren nach ihrem vermeintlichen Nutzen aufgelöst werden.

Banner. Bist du ein Speziesist