Petition: Bessere Kontrollen für Tierkörperbeseitigungsanlagen

Update Mai 2021

Im Mai überreichte PETA über 44.000 Unterschriften an die Agrarminister:innen der Länder und forderte im Vorfeld der Bundesratsentscheidung zur Änderung des Tierschutzgesetzes bezüglich Tierschutzkontrollen an Tierkörpern in sogenannten Verarbeitungsbetrieben Tierischer Nebenprodukte (VTN-Anlagen) am 7. Mai 2021, dass neben Schweinen und Rindern auch alle anderen Tierkörper in den Tierkörperbeseitigungsanlagen auf mögliche Tierschutzdelikte untersucht werden. Zwar ist es ein Teilerfolg, dass endlich tote Rinder und Schweine in den Anlagen stichprobenartig untersucht werden. Dennoch ist es unverständlich, dass die Bundesregierung der Forderung, auch Schafe, Ziegen und Pferde einzubeziehen, nicht nachgekommen ist. [1]

Dass gefiederte Tiere, wie Hühner oder Puten, von vorneherein nicht einbezogen worden waren, obwohl längst bekannt ist, dass Tierschutzverstöße in diesen Betrieben an der Tagesordnung sind, ist ein Skandal. Dies zeigt einmal mehr, dass in großen Teilen der Politik wirtschaftliche Interessen vor dem Tierwohl stehen und auf Druck von Wissenschaft und Gesellschaft nur minimale Änderungen vorgenommen werden, statt die Möglichkeit zu nutzen, umfassende Verbesserungen im Tierschutz vorzunehmen.

Originaltext vom Februar 2021

Wussten Sie, dass eine erschreckend große Zahl an Tieren aus der Landwirtschaft nicht im Schlachthof getötet wird? Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass zahlreiche Tiere in sogenannten Verarbeitungsbetrieben Tierischer Nebenprodukte (VTN-Anlagen) landen – vor allem solche, die krank waren und daher nicht wegen ihres Fleisches getötet werden konnten. Studien, die Tierleichen in solchen Tierkörperbeseitigungsanlagen untersuchten, haben aufgezeigt: Sogenannte Nutztiere in der Ernährungsindustrie erfahren während ihrer Haltung immenses Leid. Das ist trauriger Alltag und nicht – wie von der lobbynahen Politik gerne behauptet wird – der Einzelfall.

Werden Sie jetzt aktiv und unterzeichnen Sie weiter unten unsere Petition für konsequente Kontrollen zur Reduzierung des Tierleids in der Tierindustrie.

  • Was sind Tierkörperbeseitigungsanlagen?

    Tierkörperbeseitigungsanlagen sind Sammelstellen für tote Tiere aus verschiedenen Bereichen, darunter sogenannte Haustiere, aber auch Tiere aus der Landwirtschaft, aus Zoos und aus Pelzbetrieben. Ihre Körper und Körperteile, dazu zählen auch Schlachtabfälle, werden in den Anlagen beispielweise durch Verbrennen vernichtet.

    Aus der Tierindustrie landen jene Tiere in Tierkörperbeseitigungsanlagen, die bereits in den Ställen, also noch vor ihrer grausamen Tötung im Schlachthaus, sterben – oft an den Folgen von Stress und Krankheiten. Auslöser sind häufig katastrophale Haltungsbedingungen in Kombination mit den systematischen Qualzuchten (Titel: Qualzucht in der Geflügelindustrie: Profit ist alles, was zählt) für die Produktion von immer mehr Fleisch, Eiern und Milch. Untersuchungen von Tierärzten bestätigen, dass mehr als 60 Prozent der Tierleichen, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen vernichtet werden, Anzeichen zeigen, die darauf hinweisen, dass sie nicht fachgerecht getötet wurden. [1]

Studie belegt: 13,6 Millionen Schweine landen in Tierkörperbeseitigungsanlagen

Bislang wurden kaum Studien zum gesundheitlichen Zustand der Tiere durchgeführt, die die Zucht oder Mast nicht überleben und in Tierkörperbeseitigungsanlagen „entsorgt“ werden. Die wenigen vorliegenden Ergebnisse solcher Untersuchungen sind allesamt schockierend, denn sie zeigen auf, dass ein großer Teil dieser „Falltiere“ vor ihrem Tod erheblich leiden musste.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) veröffentlichte Ende 2017 eine Studie, die einen Teil der etwa 13,6 Millionen Schweine untersuchte, die jährlich in deutschen Zucht- und Mastanlagen sterben oder getötet werden. Das Ergebnis: 13,2 Prozent der sogenannten Mastschweine und 11,6 Prozent der Schweine aus der Zucht wiesen grausame Befunde auf. [2]

Äußerlich erkennbare Leiden und teils lebendig angelieferte Tiere

Die Befunde der Studie lassen darauf schließen, dass die Tiere zu Lebzeiten länger anhaltende und erhebliche Schmerzen und/oder Leiden ertragen mussten. Dazu gehörten zum Beispiel starke Abmagerung, eitrige Gelenkentzündungen, Entzündungen der Zehen, Bissverletzungen an Schwanz und Ohren sowie andere Hautläsionen durch Geschwüre.

Diese Schweine landen in der TBA; mögliche Hinweise auf Tierschutzverstöße werden damit für immer vernichtet.

Hinzu kommen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz aufgrund mangelhafter Betäubung oder Tötung durch die Landwirte. Bei mehr als 60 Prozent der 165 untersuchten Tiere, die Anzeichen einer Tötung aufwiesen, wurden Mängel in der Durchführung festgestellt. Ein Schwein lebte bei der Anlieferung in die Tierkörperbeseitigungsanlage sogar noch. Es wurde im eigenen Blut liegend vorgefunden. [2]

Tierkörperbeseitigungsanlagen überwachen – Tierquälerei bestrafen!

Viele der Schweine, Rinder und anderen Tiere aus Agrarbetrieben, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden, haben vor ihrem Tod an Verletzungen und Krankheiten gelitten oder wurden fehlerhaft notgetötet. Mit der Vernichtung der Tierkörper in den Anlagen werden alle Hinweise auf solche Tierschutzverstöße beseitigt und somit für immer vertuscht. Das muss aufhören! Deshalb fordert PETA eine unabhängige Untersuchung aller Tierkörper und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, damit Straftaten geahndet werden können. Mit dieser Forderung wenden wir uns an die Agrarminister der Länder, denn sie sollten dafür verantwortlich sein, dass Tierkörperbeseitigungsanlegen nicht länger Orte sind, an denen Hinweise auf Tierleid und grobe Verstöße gegen das Tierschutzgesetz für immer vernichtet werden.

Online Petition

Tierkörperbeseitigungsanlagen müssen überwacht werden!

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) über den Gesundheitszustand von toten Schweinen, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden sollen, zeigte erneut, wie Tiere in Mast- und Zuchtbetrieben leiden.

Damit bestätigen die Ergebnisse der Studie die zahlreichen Veröffentlichungen von PETA und anderen Organisationen, in denen wiederholt aufgezeigt wurde, wie sehr Schweine, Rinder und Geflügel in den landwirtschaftlichen Betrieben leiden.

Derzeit werden in Tierkörperbeseitigungsanlagen kaum Kontrollen an toten Tieren durchgeführt. Auch die Rückverfolgbarkeit und somit die Möglichkeit zur Ahndung von Straftaten ist nicht gewährleistet. Somit werden jegliche Beweise für Tierschutzverstöße für immer vernichtet, und es wird ein weiterer scheinbar rechtsfreier Raum in der Agrarindustrie erhalten.

PETA fordert die sofortige Überarbeitung der Gesetzeslage und eine verpflichtende und unabhängige Kontrolle aller Tierkörper sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der sogenannten Falltiere.

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Knapp 600.000 Rinder landen in Tierkörperbeseitigungsanlagen

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen geht hervor, dass 2016 insgesamt 579.111 Rinder ohne konkret erfassten Grund in den Anlagen beseitigt wurden – Tendenz steigend, denn im Vorjahr waren es 30.000 Rinder weniger. [3] Damit sterben etwa 14 Prozent der Rinder bereits in den Ställen der Fleisch- und Milchbetriebe – und das nach meist langer Leidenszeit. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 11,3 Millionen Rinder gehalten. [4] Bislang liegen noch keine Zahlen oder Schätzungen zu Geflügel wie Hühner, Puten oder Enten sowie zu Kaninchen vor. Doch auch in diesem Bereich dürfte ein ähnlicher Prozentsatz an vertuschten Tierschutzverstößen vorzufinden sein.

Ohne Angabe von Gründen wird der tote Körper dieser Kuh in der TBA vernichtet – und damit die Möglichkeit, Gesetzesverstöße zu ahnden.

Unzureichende Kontrollen fördern das Tierleid

Bislang werden keine oder unzureichende Kontrollen an toten Tieren durchgeführt, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden. Landwirte müssen nach wie vor keine Angaben zur Todesursache der Tiere machen. Zudem erfolgt kaum eine Überwachung in den Ställen, da Veterinärämter oftmals keine Kontrollen durchführen oder solche Kontrollen versagen. Auch die Rückverfolgbarkeit der Tiere von den Tierkörperbeseitigungsanlagen in die Ställe ist bisher kaum möglich. Dies führt dazu, dass Tierschutzverstöße vertuscht werden können. Die Leidtragenden sind, wie immer, die Millionen Tiere in den Agrarbetrieben, die für den menschlichen Konsum von Milch, Fleisch und Eiern ein artwidriges Leben voller Entbehrungen führen müssen.

Für die Industrie zählt das Individuum nicht. Daher werden diese Ferkel kurz nach der Geburt wie Müll entsorgt.

Was Sie tun können

  • Bitte kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier. All diese Erzeugnisse sind mit großem Tierleid verbunden.
  • Melden Sie sich noch heute für unser unverbindliches und kostenloses Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.
  • Unterschreiben Sie unsere oben aufgeführte Petition, um mithilfe von konsequenten Kontrollen in Tierkörperbeseitigungsanlagen gegen Tierquälerei vorzugehen.