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Warum Sie niemals einen Chihuahua kaufen sollten

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Sie denken darüber nach, einen Chihuahua aufzunehmen? Dann sollten Sie sich vorher über einige Dinge informieren: Hier erfahren Sie mehr über die Zucht, den Handel, die Gesundheit und Bedürfnisse der kleinen Hunde – und warum Sie niemals einen Chihuahua kaufen sollten.

Inhalte im Überblick

Chihuahuas: Was Sie über Bedürfnisse, Gesundheit, Zucht und Handel wissen sollten

Chihuahuas gehören zu den kleinsten Hunden – doch trotz ihrer zarten Erscheinung sind sie temperamentvoll und lebhaft. Für die Tiere ist ihre geringe Körpergröße jedoch mit zahlreichen Einschränkungen verbunden, darunter gravierende gesundheitliche Probleme.

Auch die Zucht der Hunde und der Welpenhandel sind extrem problematisch – denn aus reiner Profitgier rückt dabei immer das Wohl der Tiere in den Hintergrund. Viele Menschen kaufen sich zudem einen Chihuahua, weil er klein ist und oft fälschlicherweise als Kuscheltier gesehen wird. Dadurch rücken die Bedürfnisse der Hunde zu ihrem Leid völlig in den Hintergrund.

Wie viel Bewegung braucht ein Chihuahua?

Aufgrund ihrer kleinen Körpergröße wird häufig unterschätzt, wie viel Auslauf auch ein Chihuahua braucht. Die Hunde sind meist lebhafte Tiere und sollten alters- und bedarfsgerecht mehrere Spaziergänge am Tag machen. Lange und anstrengende Einheiten wie Joggingrunden sollten jedoch vermieden werden, dafür ist der Körperbau der kleinen Hunde, die oftmals auch unter Problemen des Knochenapparats leiden, nicht ausgelegt.

Chihuahuas sind sehr intelligente Hunde und müssen auch geistig ausgelastet werden. Durch Schnüffel- und Intelligenzspiele oder Trainieren von Tricks können Sie Ihren Hund geistig fordern. Kurze Einheiten über den Tag verteilt sind ideal.

Ist ein Chihuahua-Hund schwer zu erziehen?

Chihuahuas sind nicht schwerer zu erziehen als andere Hunde, doch ihre geringe Größe führt oftmals dazu, dass Menschen ihre Erziehung und Sozialisierung unterschätzen oder vernachlässigen. Viele Chihuahuas sind unsicher im Umgang mit anderen Hunden – ein Verhalten, das häufig durch Bellen kompensiert wird. [1] Auch ein kleiner Hund muss lernen, mit anderen Hunden umzugehen, damit er sich in seiner Umgebung sicher fühlen kann. Aufgrund der körperlichen Unterschiede sollte dies immer in einem gesicherten Rahmen ablaufen.

Nehmen Sie Ihren Hund bei Begegnungen mit anderen Hunden nicht einfach auf den Arm, sondern versuchen Sie, Ihren Hund möglichst früh an Hundebegegnungen zu gewöhnen und begleiten Sie ihn sicher durch die Situation. Frühzeitige Sozialisierung ist entscheidend, damit er lernt, souverän mit Artgenossen umzugehen. Am besten besuchen Sie dafür eine Hundeschule oder ziehen Hundetrainer:innen zurate. Viele Hundeschulen bieten bereits Welpengruppen an oder haben Angebote für kleine „Rassen“.

Kann ein Chihuahua alleine zu Hause bleiben?

Chihuahuas sind meist sehr menschenbezogene Tiere, denen es oftmals nicht leichtfällt, alleine zu sein. Wie jeder anderer Hund muss auch ein Chihuahua das Alleinbleiben erst lernen. Wenn ein Hund es nicht gewöhnt ist, allein zu sein, kann es schnell Stress und Unsicherheit für ihn bedeuten. Üben Sie das Alleinsein schrittweise: Verlassen Sie anfangs nur für ein paar Sekunden das Zimmer und steigern Sie langsam die Dauer. Geben Sie Ihrem Hund genügend Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, und arbeiten Sie mit positiver Verstärkung. Zudem kann es helfen, den Hund vorher gut auszulasten. Kontaktieren Sie hierfür auch eine Hundeschule

Lassen Sie Ihren Hund nicht regelmäßig über Stunden allein – auch nicht, wenn er sich an das Alleinsein gewöhnt hat. Ein Hund sollte nie während des ganzen Arbeitstags allein bleiben müssen. Überlegen Sie also, bevor Sie einen Hund adoptieren, ob Sie genügend Zeit oder gegebenenfalls Hundesitter:innen haben, die sich um Ihre Vierbeiner kümmern können.

Chihuahua-Arten: Welche Chihuahua-Arten gibt es?

Innerhalb der „Rasse“ wird zwischen Kurzhaar- und Langhaar-„Rassen“ unterschieden, diese wiederum werden in unterschiedliche Chihuahua-Zuchtformen unterteilt. Dazu gehören unter anderem:

  • Apfelkopf/Birnenkopf-Chihuahuas: haben einen stark gerundeten Schädel, der oftmals zu Atem- und Augenproblemen sowie einem krankhaft erhöhten Schädeldruck führt.
  • Teacup-Chihuahuas: extreme Kleinzüchtung, leiden häufig unter Knochenbrüchen, Organproblemen und Unterzuckerung und gelten als absolute Qualzucht.

Diese extremen äußerlichen Merkmale wurden den Chihuahuas spezifisch angezüchtet. Schon die Bezeichnungen der Chihuahuas, die ihr Aussehen beschreiben, zeigen, dass es den Züchter:innen vor allem um die äußerlichen Merkmale der Tiere geht und folglich um den Profit, den sie daraus schlagen können. Chihuahuas gelten als Qualzuchten und leiden immer unter massiven zuchtbedingten Problemen.

Teacup-Chihuahua: Was ist der Unterschied zwischen Chihuahua und Mini-Chihuahua

Obwohl Chihuahuas ohnehin zu den kleinsten Hunden gehören und zuchtbedingt unter gesundheitlichen Problemen leiden, gibt es skrupellose Züchter:innen, die gezielt „Zwerghunderassen“ züchten. Diese sogenannten Teacup-Hunde wiegen weniger als zwei Kilogramm und sind kleiner als 43 Zentimeter. Dabei wurden sowieso schon sehr kleine Hunde, wie Chihuahuas oder Zwergpudel, ausgewählt und noch kleiner gezüchtet. Die Folgen der Zucht können für die Vierbeiner schnell lebensbedrohlich werden.

Alle Teacup-„Rassen“ sind Qualzuchten, es gibt keine gesunden Teacup-Hunde – das gilt auch für Teacup-Chihuahuas bzw. Mini-Chihuahuas. Denn bei der Zucht dieser Tiere werden meist die kleinsten und schwächsten Tiere eingesetzt, sodass sich das zusätzliche Risiko erhöht, dass die Hunde an genetisch bedingten Krankheiten leiden und oft viel zu früh sterben.

Chihuahua: Probleme mit der Gesundheit und bei der Ernährung

Die kleine Körpergröße und das geringe Gewicht führen dazu, dass die Tiere lebenslänglich unter zuchtbedingten Problemen leiden und dass Halter:innen von Chihuahuas bei der Versorgung, Pflege und Vorsorge auf viele Dinge achten müssen.

Ein weiss melierter Chihuahua hebt seinen Kopf an.
Aufgrund der Zucht leiden Chihuahuas immer wieder unter verschiedenen Krankheiten.

Sind Chihuahuas Qualzuchten?

Chihuahuas sind Qualzuchten: Die Hunde gehören zu den Rassen, die besonders unter ihren Zuchtmerkmalen leiden: Weil es eine hohe Nachfrage nach den Tieren gibt, zielen Züchter:innen auf maximale Profite – ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Tiere. Unkontrollierte Vermehrungen haben die Chihuahuas für viele gesundheitliche Probleme und Krankheiten anfällig gemacht.

  • Die Tiere haben häufig eine offene Schädeldecke, durch die offene Fontanelle kann ihr Gehirn leicht verletzt werden – bereits ein leichter Stoß oder eine Verletzung an dieser Stelle kann im schlimmsten Fall tödlich sein.
  • Wie viele andere kleine „Hunderassen“ leiden Chihuahuas oft an einer sogenannten Patella-Luxation: Dabei springt die Kniescheibe aus dem Kniegelenk – Schmerzen und Lahmheit sind oft die Folge.
  • Neigung zum Wasserkopf, weil das Gehirn zu groß für den Schädel ist.
  • Gaumenspalte.
  • Rückwärtsniesen.
  • Zahnfehlstellungen, weil die Zähne zu groß für den Mund sind.
  • Kniescheibenprobleme.
  • Gelenkerkrankungen an der Hüfte.
  • Viele Tiere erkranken an der Progressiven Retinaatrophie, einer Augenkrankheit, die zur Erblindung führt.
  • Viele Chihuahuas leiden zudem unter einem Herzklappenfehler, der oft erst spät erkannt wird. Meist ist das Herz dann bereits vergrößert, was zu vermehrtem Hecheln, Husten und zunehmender Schlappheit führt.

Chihuahuas sind aufgrund ihrer kleinen Größe und ihres geringen Gewichts schnell stark geschwächt. Daher ist es wichtig, dass Krankheiten früh erkannt und behandelt werden. Die Hunde sollten folglich regelmäßig bei Tierärzt:innen vorgestellt werden.

Ein grau-braun melierter Langhaar-Chihuahua steht auf asphaltiertem Boden.
Bei Chihuahuas handelt es sich um Qualzuchten. Ihr zierliches Aussehen birgt große gesundheitliche Risiken.

Warum zittern Chihuahuas?

Wie viele kleine Hunde zittern Chihuahuas oft aufgrund von Unterzuckerung und eines erhöhten Wärmeverlusts, der sich auf ihre Kleinwüchsigkeit zurückführen lässt; ihr schneller Stoffwechsel begünstigt den Wärmeverlust zusätzlich. Eine starke Unterzuckerung kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein, besonders für Welpen, alte oder kranke Hunde.

Zudem fehlt den Tieren durch die Züchtung größtenteils die wärmende Unterwolle, sodass sie schneller frieren und zittern: Nicht einmal bei Langhaar-Chihuahuas ist die Unterwolle dicht ausgeprägt, Kurzhaar-Chihuahuas haben noch weniger bis keine wärmende Fellschicht.  

Wie oft muss ein Chihuahua essen?

Bei sehr kleinen Hunden wie Chihuahuas empfiehlt es sich, ihnen mehrmals am Tag Nahrung zu geben. Sehr kleine Hunde haben einen hohen Energiebedarf im Verhältnis zu ihrer Größe – erhalten sie mehrmals am Tag eine Mahlzeit, können sie sich besser regenerieren und aktiv bleiben.

Besonders winzige Chihuahuas sind schnell unterzuckert, wenn sie zu lange oder nicht gegessen haben. Bei besonders leichten Chihuahuas sollte daher genaustens darauf geachtet werden, dass sie regelmäßig Nahrung aufnehmen. Bei langen Spaziergängen können ihnen beispielsweise regelmäßig Leckerlies angeboten werden, um den Kreislauf stabil zu halten.

Wie alt werden Chihuahuas?

Chihuahuas haben eine relativ hohe Lebenserwartung: Teilweise werden die Hunde 12 bis 15 Jahre alt – oder etwas älter. Da die Tiere jedoch oft von Geburt an unter gesundheitlichen Problemen leiden, die sie in ihrem natürlichen Bewegungs- und sozialen Verhalten einschränken können, bedeutet ein hohes Alter für viele der kleinen Hunde lebenslanges Leid. Viele der Tiere werden früher oder später aufgrund ihrer Zuchtmerkmale schwer krank.

Wie viel kostet ein Chihuahua?

Bei Züchter:innen kosten Chihuahua-Welpen oft mehrere hundert bis tausend Euro. Oft stammen die Vierbeiner dabei aus miserablen Zuständen und werden illegal aus dem Ausland importiert – teilweise viel zu jung als Welpen und über das Internet.

Die Zucht und der Handel mit „Haustieren“ sind immer mit Tierleid verbunden: Züchter:innen verkaufen fühlende Lebewesen zu möglichst hohen Preisen – weil es Nachfrage nach den „Rassetieren“ gibt.

Verkäufer:innen und Interessent:innen vergessen dabei leider oft, dass Tiere keine Ware sind: Sie sind keine Kuscheltiere und auch keine Accessoires oder Statussymbole. Alle Tiere haben unabhängig von kurzweiligen „Trends“ Liebe, Aufmerksamkeit und eine artgerechte Fürsorge verdient.

Hinzu kommt, dass Chihuahuas Qualzuchten sind, die teilweise von Geburt an oder im Laufe ihres Lebens unter gesundheitlichen Problemen leiden, die eine tierärztliche Behandlung erfordern. Die Kosten für die medizinische Versorgung können dabei schnell in die Höhe schießen.  

Ein schwarz-weiss gefleckter Chihuahua streckt seine Pfote nach oben.
Tiere sind keine Ware: Wenn Sie einem Chihuahua ein Zuhause schenken möchten, holen Sie ihn vom Tierheim.

Fazit: Was Sie über Chihuahuas wissen sollten

  • Chihuahuas sind die kleinsten Hunde, dennoch haben sie eine große Persönlichkeit und vielfältige Bedürfnisse, wie alle ihre Artgenossen.
  • Als intelligente und temperamentvolle Tiere brauchen sie genauso viel Beschäftigung, Bewegung, Unterhaltung und Aufmerksamkeit wie alle anderen Hunde.
  • Chihuahuas sind keine „Accessoires“: Es reicht nicht, sie in der Tasche oder auf dem Arm zu tragen, denn auch Chihuahuas möchten Kontakte zu anderen Hunden haben und artgerecht behandelt werden.
  • Es gibt keine seriösen Züchter:innen von Chihuahuas.
  • Chihuahuas sind immer Qualzuchten – unabhängig von Größe und Fellbeschaffenheit.
  • Suchen Sie sich Ihren Hund nicht nach dem Aussehen aus. Viel wichtiger ist es, dass die Persönlichkeiten von Mensch und Hund zusammenpassen. Dazu lassen Sie sich am besten im Tierheim beraten.

Adopt, don’t shop: Entscheiden Sie sich für Hunde aus dem Tierschutz

Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung sicher sind, einen Chihuahua oder anderen Hund bei sich aufnehmen zu wollen, sollten Tierheime und Tierschutzvereine Ihre erste und einzige Anlaufstelle sein. Dort warten Hunderttausende Tiere auf ein neues Zuhause – auch Chihuahuas, die dort aus unterschiedlichsten Gründen abgegeben wurden und auf eine zweite Chance warten.

Gemeinsam mit fachkundigen Tierheimmitarbeiter:innen können Sie herausfinden, welches Tier zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passt.