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PETA erstattet Strafanzeige gegen Bremer Amtsfischer: Hunderte Stint-Fische qualvoll erstickt

 
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Stand März 2014
Bremen / Gerlingen, 10. März 2014 – Tierquälerei im Regionalmagazin „buten und binnen“: Die am 1. März ausgestrahlten Folge der von Radio Bremen produzierten TV-Sendung zeigt den Bremer Amtsfischer Rüdiger D., wie er unzählige lebende Stinte in eine Plastikkiste ohne Wasser schüttet. Viele Fische werden unter dem Gewicht der nachfolgenden Tiere zerquetscht, andere ersticken qualvoll – ein eindeutiger Verstoß gegen die Tierschutzschlachtverordnung und das Tierschutzgesetz. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat nun bei der Staatsanwaltschaft Bremen Strafanzeige gegen Rüdiger D. erstattet.
 
„Von einem Berufsfischer sollte man erwarten können, dass er die Vorschriften kennt und einhält“, so PETA-Kampagnenleiterin und Meeresbiologin Dr. Tanja Breining. „Rüdiger D. hat die empfindsamen Stinte einfach ersticken lassen. Er muss zur Verantwortung gezogen werden.“
 
Laut Tierschutzschlachtverordnung müssen lebende Fische im Wasser aufbewahrt werden. Nach der Herausnahme sind sie umgehend durch einen Schlag auf den Kopf zu betäuben und mit einem Herzstich zu töten. Im Fall des Bremer Amtsfischers besteht zudem der Verdacht auf einen Verstoß gegen § 17 des Tierschutzgesetzes, demzufolge Wirbeltiere keinem unnötigen längeren und erheblichen Leiden ausgesetzt werden dürfen.
 
Zwei neue Gutachten der Schweizer Eidgenössischen Ethikkommission für Biotechnologie im Außerhumanbereich (EKAH) befassen sich intensiv mit der Kognition und dem Bewusstsein von Fischen. Die Verfasser, Philosoph Markus Wild und Biologe Helmut Segner[1], belegen, dass Fische Schmerzen empfinden, ein Bewusstsein haben, lernfähig sind und kooperieren können. Auch internationale Studien von Sneddon[2] und Braithwaite[3] kamen zu diesem Ergebnis. Dennoch sterben jedes Jahr weltweit 1.500 Milliarden Fische für die Nahrungsindustrie – mehr, als alle anderen Tiere zusammengenommen.
 
Der Stint ist ein Meeresfisch, der in den Küstengewässern Europas von der Ostsee bis zum Golf von Biskaya heimisch ist. In der Laichzeit zwischen Februar und März wandern Gruppen der Tiere in die Nebenflüsse großer Ströme, um an sandigen Stellen ihre Eier abzulegen.

 
Quellen: [1] Segner, 2013; [2] Sneddon, 2011; [3]Braithwaite, 2010.



Weitere Informationen:
Fischen-tut-weh.de
 
Kontakt:
Anneli Ick, +49 (0) 7156 17828-27, AnneliI@peta.de