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Schmidt kündigt Verbot zur Tötung schwangerer Kühe an – PETA begrüßt Vorhaben des Landwirtschaftsministers und fordert rasche Umsetzung

 
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180.000 Kälber ersticken jedes Jahr im Mutterleib

Stand Juli 2015
Stuttgart, 16. Juli 2015 – Schutz für ungeborene Kälber: Bundesagrarminister Schmidt kündigte am Dienstagabend gegenüber dem ARD-Magazin Report Mainz an, ein Verbot zur Tötung schwangerer Kühe auf den Weg bringen zu wollen. PETA Deutschland e.V. begrüßt dieses Vorhaben und fordert eine rasche Umsetzung. Die Tierrechtsorganisation hatte erst kürzlich einen persönlichen Brief an das Ehepaar Ria und Christian Schmidt geschrieben mit der Bitte, sich gegen den hunderttausendfachen Erstickungstod von Kälbern im Mutterleib einzusetzen. Im vergangenen Jahr wandte sich PETA außerdem mit zahlreichen Schreiben und einer laufenden Petition, an der sich bisher mehrere zehntausend Tierfreunde beteiligt haben, an die verantwortlichen Landwirtschaftsminister der Bundesländer. Laut einer Studie sterben jedes Jahr 180.000 ungeborene Kuhkinder [1], da in Schlachthöfen noch immer Kühe getötet werden, obwohl sie ein Kalb erwarten. PETA appelliert dringend an Schmidt, seinen Worten umgehend Taten folgen zu lassen und das Töten schwangerer Tiere bundesweit gesetzlich in jedem Schwangerschaftsabschnitt zu verbieten und gleichzeitig eine Meldepflicht für die Schlachtunternehmen bei Verstößen einzuführen.
 
„Im Schlachthof werden schwangere Kühe mit einem Bolzenschuss betäubt und kopfüber aufgehängt, bevor der werdenden Mutter die Kehle durchtrennt wird. Ab diesem Zeitpunkt bekommt das Kalb in ihrem Bauch keinen Sauerstoff mehr. Das Kuhkind erstickt in einem minutenlangen Todeskampf. Anschließend wird es aus dem Leib seiner Mutter herausgeschnitten und in den Müll geworfen“, so Lisa Wittmann, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Diese tierquälerische Praxis muss Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt umgehend gesetzlich verbieten.“
 
Die Schwangerschaft bei Rindern dauert – genau wie beim Menschen – neun Monate. In dieser Zeit versucht die Kuh wie jede werdende Mutter, alles für die Unversehrtheit ihres Nachwuchses zu tun. Doch in der Milchindustrie werden Kühe nicht als Lebewesen, sondern als Produktionseinheiten wahrgenommen. Damit die Milchleistung so hoch wie möglich bleibt, werden die Kühe jedes Jahr meist künstlich besamt, damit sie ein Kalb bekommen. Direkt oder einige Stunden nach der Geburt werden Kuhmutter und Kind getrennt, sodass der menschliche Verbraucher die für das Tierkind bestimmte Muttermilch trinken kann. Das Kalb muss seine Kindheit anschließend allein in einer kleinen Box verbringen. Werden die Tiere krank und lohnt sich eine Behandlung für den Landwirt nicht, oder lässt die Milchleistung nach, folgt der Transport zum Schlachthof. Häufig sind die Kühe dabei schwanger.
 
Kühen wurde eine unnatürlich hohe und krankmachende Milchleistung angezüchtet. Dazu bekommen die Tiere sogenanntes Hochleistungsfutter. Dieses entspricht nicht ihrer natürlichen Nahrung und macht sie anfällig für verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Die meisten Rinder stehen nie auf einer grünen Wiese. Sie werden im Stall auf Spaltenböden gehalten, was nicht selten zu schmerzhaften Klauenerkrankungen führt. Einige Tiere fristen ihr Dasein sogar noch in Anbindehaltung und können sich nicht einmal umdrehen.
 
Kühe weisen nicht nur eine ausgeprägte Persönlichkeit auf, sie verfügen auch über beeindruckende kognitive Fähigkeiten sowie eine Vielzahl an Emotionen. Tierverhaltensforscher haben herausgefunden, dass Rinder komplexe soziale Beziehungen eingehen und sich über die Zukunft Sorgen machen können. Außerdem haben sie ein Langzeitgedächtnis, was sich daran zeigt, dass sie ihren Nachwuchs auch nach Jahren der Trennung wiedererkennen.
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.
Die Tierrechtsorganisation setzt sich für eine moderne Definition der Grundnahrungsmittel ein: Bislang wurden hierzu unter anderem Fleisch und andere tierische Produkte gezählt und dementsprechend günstiger besteuert. Doch aus ernährungsphysiologischer, ökologischer und tierrechtlicher Sicht sollten nicht tierische, sondern pflanzliche Produkte die Proteine für die menschliche Ernährung liefern. PETA fordert die Politik auf, tierische Produkte aus der Liste der Grundnahrungsmittel zu streichen und dafür gesunde Lebensmittel mit einem verminderten Steuersatz zu belegen.
 
[1] Riehn et al. (2011): Schlachtung gravider Rinder Aspekte der Ethik und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Tierärztliche Umschau 66, S. 391-405.
 

Weitere Informationen:
PETA.de/Schlachtung-schwangerer-Kühe
PETA.de/Themen/Ernährung
Veganstart.de
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 - 860 591-529, JanaF@peta.de