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Töten als „Zeitvertreib“: PETA kritisiert Jagdmesse in Ulm und fordert Ende der Hobbyjagd in Deutschland

Stand Januar 2016
Ulm / Stuttgart, 26. Januar 2016 – Tödliches Hobby: Ab diesem Donnerstag findet die „Baden-Württembergische Jagd- und Fischereimesse 2016“ in der Ulm-Messe statt. PETA Deutschland e.V. kritisiert die Veranstaltung und ruft dazu auf, die Messe zu meiden. Hobbyjäger töten Tiere vornehmlich im Rahmen einer „Freizeitbeschäftigung“ und fügen den empfindsamen Lebewesen dabei häufig erhebliche Schmerzen zu. Obwohl es keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd in deutschen Wäldern gibt, töten Jäger jedes Jahr bundesweit mehr als fünf Millionen Wildtiere sowie mehrere Hunderttausend Hunde und Katzen. Zudem werden im deutschsprachigen Raum jährlich Dutzende Menschen bei Jagdunfällen oder Gewalttaten mit Jagdwaffen verletzt oder getötet. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Verbot der Hobbyjagd in Deutschland.
„Es ist geschmacklos, das Erschießen von Tieren als eine Art unterhaltsamen Freizeitsport anzupreisen“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Unter dem Deckmantel der ‚Naturverbundenheit‘ verursacht das Jagen unermessliches Leid – jedes Jahr werden viele Tiere durch Fehlschüsse getroffen und sterben oftmals einen langsamen und qualvollen Tod.“
Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt [1]. Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass sich die Population der betreffenden Wildtiere in dem Gebiet erhöht. Auch der renommierte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.
PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.
[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de