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Weihnachtszirkus in Dresden – PETA bittet Fraktionen im Stadtrat, auch Löwen- und Tigerdressuren künftig nicht mehr zuzulassen

 
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Stand Dezember 2016
Dresden / Stuttgart, 12. Dezember 2016 – Traurige Weihnachten für Tiere: Ab Mittwoch öffnet der „Dresdner Weihnachts-Circus“ seine Pforten. Zur Unterhaltung der Besucher werden erneut exotische Wildtiere wie Seelöwen, Zebras, Tiger und Löwen zu vermeintlichen Kunststücken gezwungen. Die Tierrechtsorganisation PETA hat jetzt an die Fraktionen im Stadtrat appelliert, die derzeit im Stadtrat diskutierte tierfreundliche Vergabepraxis kommunaler Flächen möglichst bald zu beschließen und dabei vor allem auch Großkatzen mit einzubeziehen. Insbesondere die Haltung und Vorführung von Tigern und Löwen ist im Zirkus von Gewalt und Zwang geprägt. Der Einsatz von Peitsche und Stock ist das gängige Mittel der Dompteure, um die Raubkatzen zum Gehorsam zu zwingen. Obwohl Tiger und Löwen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum haben, werden sie im Zirkus die meiste Zeit ihres Lebens in kleine Käfigwagen gesperrt. PETA hat die Fraktionen gebeten, dem Vorbild von mittlerweile über 70 Städten wie Köln, Erfurt, Düsseldorf, Schwerin, Bielefeld, Leipzig oder Erlangen zu folgen und per Ratsbeschluss jenen Zirkusbetrieben, die noch immer mit Wildtieren umherreisen, eine Anmietung kommunaler Flächen zu verwehren.
 
„Für die Tiere im Zirkus ist Weihnachten keine Festzeit, denn sie bezahlen einen hohen Preis für das kurze, zweifelhafte Vergnügen der Zirkusbesucher“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Auch Dresden sollte der Tierquälerei endlich einen Riegel vorschieben.“
 
Immer mehr Städte setzen ein Zeichen für den Tierschutz und verbieten Wildtiere im Zirkus. Seit April 2016 ist ein Urteil des Verwaltungsgerichts München rechtskräftig, das die Rechtmäßigkeit eines kommunalen Wildtierverbots bestätigt [1]. Der in das Verfahren involvierte Bayerische Verwaltungsgerichtshof betonte ausdrücklich, dass Städte die Entscheidungsfreiheit darüber haben, an welche Schaustellerunternehmen sie ihre Flächen vermieten [2]. Im Oktober 2016 bekräftigte das Verwaltungsgericht Darmstadt in einem Beschluss, eine Gemeinde habe „bei der Vergabe von Veranstaltungsplätzen einen weiten Gestaltungsspielraum und könne die Vergabe des Platzes zulässigerweise auf eine Veranstaltung ohne Raubtiere beschränken“ [3].

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.
 
Auch der Bundesrat hat im Frühjahr dieses Jahres erneut ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert und in seinem Entschließungsantrag detailliert und wissenschaftlich begründet, warum sie in Zirkussen erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. 19 europäische Länder, darunter beispielsweise Belgien, Österreich und die Niederlande, haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. PETA übt in dem Zusammenhang scharfe Kritik an der CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert.
 
[1] VG München, Az. M7K 13.2449. Online unter https://openjur.de/u/728811.html.
[2] Kveton, P. (2016): Zirkus zieht Klage zurück. Kommunen dürfen weiter Verbote für Wildtiere erlassen. In: Bayerischer Rundfunk. http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/wildtierverbot-zirkus-klage-erding-100.html (11.05.2016).
[3] Verwaltungsgericht Darmstadt (2016): Beschluss vom 17.10.2016. Aktenzeichen 3 L 2280/16.DA. Online unter: www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA161002236&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp.
 
Tierquälerei: Wildtiere im Zirkus / © PETA
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 (0)711 860591-528, DenisS@peta.de