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Esel und Maultiere auf Santorin weiterhin als „Taxis“ missbraucht – PETA Deutschland verstärkt die Gegenoffensive mit Informationskampagne

Santorin / Stuttgart, 29. Juli 2020 – PETA Deutschland warnt Touristen weiterhin vor sogenannten Eseltaxis auf Santorin und erhöht den Druck auf die griechische Regierung. Die Reiseeinschränkungen wurden gelockert, somit werden Esel und Maultiere auf der Urlaubsinsel wieder für den Tourismus als Transportmittel benutzt. PETA Deutschland erweitert deshalb ihre internationale Kampagne für die Tiere des Archipels. Die Tierrechtsorganisation wird ab August ihre Maßnahmen an den großen Häfen Griechenlands Richtung Santorin sowie auf zahlreichen Fähren verstärken. Das Ziel ist, endgültig ein Verbot der „Eseltaxis“ durchzusetzen. PETA Deutschland appelliert an alle Touristen, das massive und oft lebenslange Leid der Tiere auf Santorin nicht zu unterstützen. Der bunte Schmuck der Tiere in traditionellem Stil vor der malerischen Kulisse Santorins täuscht aufgeklärte Urlauber nicht länger darüber, dass die Esel und Maultiere den ganzen Tag wenig Wasser und Nahrung bekommen und selbst bei weit über 40 Grad kaum Schatten haben. Vielfach erschweren unversorgte Wunden, schlecht sitzendes Zaumzeug und rutschende Sättel die ohnehin unerträglichen Bedingungen der Tiere, deren Rücken und Gelenke auf den steilen Stufen in Richtung Firá über die Schmerzgrenze hinaus beansprucht werden.
 
„Keine Urlaubserinnerung rechtfertigt das lebenslange Leid der Tiere. Wir fordern die griechische Regierung auf, den Neustart nach Corona zu nutzen, um verstaubte Traditionen im Tourismus auf Santorin endlich zu überdenken und die Angebote für Urlauber zeitgemäß zu gestalten, ohne dass Tiere zu Schaden kommen. Esel und Maultiere sind keine Fortbewegungsmittel“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e.V.
 
Verstöße gegen griechisches Tierschutzgesetz und Gefährdung von Menschen – auch im Hinblick auf COVID-19
Der Transport von Touristen durch Esel und Maultiere ist unabhängig von den konkreten Bedingungen immer mit Tierquälerei verbunden. Die Beseitigung dieses illegalen Zustandes ist nur durch ein Verbotsgesetz möglich. Schmerzen und Leiden der Tiere sind ein Verstoß gegen das griechische Tierschutzgesetz. Zudem ist der Einsatz von Eseln und Maultieren unnötig, da es auf Santorin eine Seilbahn gibt, mit der Touristen vom Hafen in Firás Altstadt gelangen können. Dass die Ritte nicht nur für die Tiere gefährlich sind, beweist ein Fall aus dem Jahr 2015, bei dem eine Frau auf Santorin von einem Esel zu Tode getrampelt wurde. [1] Augenzeugen berichten, dass es immer wieder zu Situationen kommt, die Menschen gefährden. Hinzu kommt die Gefahr einer möglichen COVID-19-Übertragung: Das Sattelzeug kann desinfiziert werden, das Fell der Tiere jedoch nicht. Streicheln symptomfreie Corona-infizierte Touristen die Tiere oder greifen beim Reiten in ihre Mähne, könnte das Virus auf diesem Weg auf andere Menschen übertragen werden.

PETA Deutschland fordert grundlegende Veränderungen
Weltweit werden etwa 50 Millionen Esel und Maultiere für den Personen- und Lastentransport ausgebeutet. Esel und Maultiere haben ein Recht auf tierschutzgerechte Haltung und körperliche Unversehrtheit, das nicht durch den Einsatz als „Transportmittel“ für Touristen missachtet werden darf. Nur ein Verbot garantiert den Tieren ein Leben ohne Tierquälerei. Deshalb fordert PETA Deutschland mit Nachdruck ein sofortiges Verbot der Ritte. Alle Maßnahmen der Regierung zum Schutz der Tiere werden bisher nicht ausreichend eingehalten und kontrolliert, Verfehlungen zu selten bestraft. Bedauerlicherweise brachten auch weitere Verschärfungen – die mit der Sommersaison 2020 in Kraft treten sollten – keine ausreichende Verbesserung. Daher appelliert die Tierrechtsorganisation an alle Urlauber, diese „Tradition“ nicht zu unterstützen, und fordert zudem die zuständigen griechischen Politiker mit einer Onlinepetition auf, das touristische Eselreiten gänzlich zu verbieten.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Ioanna Zikakou (2015): Tourist in Santorini Killed by Donkey. Greek Reporter. Online: https://greece.greekreporter.com/2015/10/08/tourist-in-santorini-killed-by-donkey/.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/santorin-2019
PETA.de/Petition-Santorin-Esel
 
Pressekontakt:
Thomas Lesniak, +49 711 860591-527, [email protected]