• Helfen Sie uns, dem Speziesismus ein Ende zu setzen

    Ausgrenzung beginnt dort, wo Diskriminierung gerechtfertigt wird – sei es durch Kategorien wie Ethnie, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Zugehörigkeit zu einer Spezies.

Genau wie Sexismus, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung ist auch Speziesismus ein diskriminierendes Denkmuster. In diesem Muster ziehen diejenigen, die Macht über andere haben, bestimmte Grenzen, um die Ausbeutung oder den Ausschluss derjenigen zu rechtfertigen, die weniger Macht besitzen. Der Mensch gibt vor, Tieren durch seine „Vernunftbegabung“ überlegen zu sein. Damit rechtfertigt er, dass andere fühlende Lebewesen als Forschungsgegenstände, Bekleidungsmaterialien, Spielzeuge oder sogar Nahrungsmittel betrachtet werden – und das, obwohl diese Lebewesen genau wie wir Schmerz, Hunger, Angst, Durst, Liebe, Freude und Einsamkeit empfinden. Und obwohl sie genau wie wir an ihrer Freiheit und an ihrem Leben hängen.

Nicht-menschliche Tiere sind keine Gegenstände, die uns gehören. Sie sind Individuen mit ganz eigenen Interessen – genau wie wir. Gegen Speziesismus vorzugehen und die Rechte anderer Tiere anzuerkennen, kann schon darin bestehen, dass wir ihre Bedürfnisse respektieren oder sie schlichtweg in Frieden lassen.

Viele von uns wachsen in dem Glauben auf, wir seien vollkommen anders – und besser – als andere Tiere. Und genau darauf basiert die Ausbeutung der nicht-menschlichen Tiere.
Von klein an wird uns vermittelt, dass Tiere einiger Arten umsorgt und geliebt werden müssen und Tiere anderer Arten weniger bedeutsam oder wert sind. Die Unterscheidung beruht dabei allein auf willkürlichen Präferenzen des Menschen. Ob ein Tier weniger oder mehr wert ist, entscheidet sich auch dadurch, welchen Nutzen es dem Menschen bringt. Die folgenden Beispiele verdeutlichen das.
 
  • Tiere werden oft als Besitz oder Sache gesehen. Viele Menschen bezeichnen sich als „Tierbesitzer“ und nennen ein Tier „es“ – ganz so, als sei das Tier ein lebloser Gegenstand wie ein Tisch oder Stuhl.
  • Die meisten Menschen würden ihren Hund niemals in eine völlig überfüllte Halle mit anderen pferchen, wo er auf dreckigem, schmierigem Betonboden stehen müsste. Doch genau das geschieht mit Schweinen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Und das, obwohl Schweine, genau wie Hunde, Schmerzen, Freude, Angst und Leid empfinden.
  • Manche Menschen tragen Mäntel, die mit Kojotenfell besetzt oder mit Federn einer Gans gefüttert sind, die dieser bei lebendigem Leib aus der Haut gerissen wurden. Gleichzeitig würde wohl kaum jemand auch nur in Erwägung ziehen, einem schreienden Kätzchen eigenhändig die Haare büschelweise auszureißen.
  • Immer wieder veranstalten Tierheime Spendentage für Hunde und Katzen und servieren ihren Gästen dabei das Fleisch von Kühen, Schweinen oder Hühnern.
  • Menschen lassen sich von Geschichten über misshandelte Hunde zu Tränen rühren. Doch sie empfinden keine Reue, wenn sie einen Eimer Chicken Wings essen, für dessen Inhalt gleich mehrere Vögel unsäglich leiden und sterben mussten.
  • Viele Menschen werden zu Recht wütend, wenn sie hören, dass ein Hund oder ein Baby in einem überhitzten Auto zurückgelassen wurde. Doch kaum jemand denkt an die Millionen Schweine, Kühe, Schafe und anderen Tiere, die im Sommer in brütender Hitze auf Schlachthoftransporten sterben oder im Winter im Inneren eines LKW festfrieren.
  • Wir sind schnell darin, Menschen aus anderen Kulturen zu verurteilen, weil sie Hunde essen oder seltene Wildtiere jagen. Doch allzu oft vergessen die Menschen dabei ihre eigenen Essgewohnheiten – als sei der Konsum anderer Tiere oder die Jagd auf Rehe etwas anderes.
Alle Tiere sind gleich
Wir reden uns ein, wir hätten das Recht, Tiere in Laboratorien zu sperren, an ihnen zu experimentieren und sie zu töten.
Wir reden uns ein, es sei in Ordnung, Kuhmilcheis zu essen – ohne zu bedenken, dass dieser kurze Genuss niemals über dem Recht einer Kuhmutter stehen kann, sich um ihr Kind zu kümmern.
Profitorientierte Unternehmen entreißen Orcas und Delfine ihrem Zuhause im Meer und stecken sie zu „Unterhaltungszwecken“ in Betonbecken.
Wir stehlen Schafen die Wolle, um Pullis und Schals daraus zu machen, und Enten die Federn, um Jacken oder Kissen herzustellen.
Und die Freude, die ein Angler empfindet, wenn er seinen Haken auswirft, kann niemals bedeutsamer sein als der unendliche Schmerz, wenn sich dieser Haken durch die Lippe eines Fisches bohrt.
Es ist speziesistisch, anzunehmen, die Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren würden ausreichen, um das durch uns verursachte Leid zu rechtfertigen. Es ist speziesistisch, anzunehmen, wir seien ihnen überlegen und dürften sie deshalb nach Belieben einsperren, vergewaltigen, verstümmeln – nur weil sie nicht genau wie wir aussehen. Es ist speziesistisch, andere auszubeuten, nur weil wir sie nicht vollständig verstehen. Und es ist speziesistisch, davon auszugehen, sie seien nicht so intelligent wie wir, weil wir ihre Intelligenz nach menschlichen Definitionen messen. Wir ignorieren ihr Leid, weil wir von ihrem Leid profitieren.
 
Alle Tiere sind gleich
In den entscheidenden Punkten sind wir gleich
Ob wir nun Federn oder Fell haben, Haut oder Schuppen: Wir alle empfinden komplexe Gefühle wie Liebe, Traurigkeit, Schmerz und Freude. Und wir alle besitzen einen Lebenswillen. In diesen Aspekten ist der Mensch keineswegs einzigartig. Hier einige Beispiele:
  • Elefanten und Schimpansen trauern und weinen, wenn ein Familienmitglied stirbt.
  • Kuhmütter legen kilometerweite Strecken zurück, um ihre Babys wiederzufinden, die ihnen weggenommen wurden.
  • Orcas bleiben oft ein Leben lang mit ihrer Familie zusammen.
  • Ratten nehmen Gefahren auf sich, um Artgenossen zu retten.
  • Fische haben gerne körperlichen Kontakt zu anderen Fischen. Sie reiben sich beispielsweise sanft aneinander – ähnlich wie Katzen, die sich um unsere Beine schlängeln.

„Die Frage ist nicht ‚Können sie denken?‘ oder ‚Können sie sprechen?‘, sondern ‚Können sie leiden?‘. - Jeremy Bentham, Philosoph

Alle Tiere sind gleich
© by Aitor Garmendia / Tras Los Muros
Wir wissen heute, dass alle Tiere denken können, dass alle über eine Form der Kommunikation verfügen und dass sie alle über Fähigkeiten verfügen, über die wir nur staunen können. Und wir wissen, dass sie unsagbar unter dem Menschen leiden.

Alle Lebewesen – unabhängig von unseren Unterschieden – haben es verdient, respektiert und gut behandelt zu werden. Nur weil der Mensch über die Fähigkeit verfügt, andere zu versklaven und auszubeuten und ihr Leid zu ignorieren, heißt das nicht, dass so etwas auch moralisch zu rechtfertigen wäre. Wir müssen unsere Vorurteile gegenüber anderen Lebewesen hinterfragen. Das bedeutet nicht, dass wir allen Lebewesen die gleichen Rechte zustehen müssen – ein Eichhörnchen braucht kein Wahlrecht. Es bedeutet vielmehr, dass wir die Interessen aller Lebewesen gleichermaßen in Betracht ziehen müssen. Wir müssen erkennen, dass wir alle Lebewesen mit Gedanken, Gefühlen und Wünschen sind, und dass niemand von uns ausgepeitscht, angekettet, erstochen oder ein Leben lang ausgebeutet werden darf. Wir müssen den Speziesismus ablehnen. Und der erste wichtige Schritt dahin, ist anzuerkennen, dass jedes Tier das Recht auf ein Leben frei von menschlicher Ausbeutung hat.

Wenn man sich gegen Speziesismus einsetzen möchte, muss man hinterfragen, welchen Einfluss die eigenen Taten und Worte auf Tiere haben und aktiv darauf hinarbeiten, Tieren keinen Schaden mehr zuzufügen.
Geben Sie ein Versprechen ab Helfen Sie uns, dem Speziesismus ein Ende zu setzen
Ich möchte dazu beitragen, dem Speziesismus ein Ende zu setzen. Deshalb verspreche ich hiermit, anzuerkennen, dass Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie nutzen und missbrauchen. Alle fühlenden Lebewesen haben es verdient, mit Respekt und Mitgefühl behandelt zu werden.