Keine Tigerzucht im Bergzoo Halle: Nach Tod des Tigers Sompon fordert PETA die Zoo-Verantwortlichen zur Aufnahme von Großkatzen aus Zirkusbetrieben auf

Halle (Saale) / Stuttgart, 14. Januar 2020 – Chance auf Rettung für Großkatzen aus Zirkusbetrieben: Vergangene Woche starb das 17-jährige Tigermännchen Sompon nach einer Tumor-Operation vermutlich an Kreislaufversagen im Bergzoo Halle. Da die gleichaltrige Tigerin Cindy jetzt alleine ist, wird der Zoo in den kommenden Wochen entscheiden, ob ein neuer Partner für sie beschafft wird. PETA bittet die Zoo-Leitung nun in einem Schreiben, von der Tigerzucht abzusehen und die Nachzucht nicht durch die Aufnahme von Tieren aus anderen Tierparks zu unterstützen. Stattdessen soll der Zoo künftig ausschließlich Großkatzen aus Zirkusbetrieben aufnehmen und diesen Tieren damit ein neues Zuhause bieten. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass dies dem Tierpark zudem Sympathien und gesteigertes Besucherinteresse einbringen würde.
 
„Zoos züchten ständig Großkatzen nach, die jedoch verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden können. Gleichzeitig warten Dutzende dieser majestätischen Tiere in Zirkusbetrieben auf ihre Rettung“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Daher appelliert PETA an den Bergzoo Halle, seine Tore für notleidende Großkatzen aus dem Zirkus zu öffnen.“
 
Im Zoo geborene Tiger oder Löwen können nicht ausgewildert werden, da sie in Gefangenschaft nicht lernen, in der Natur selbstständig zu überleben. Die wenigen von Tierschutzorganisationen betriebenen Auffangstationen für Großkatzen in Deutschland und in der EU sind längst überfüllt. Es werden dringend Plätze für notleidende Großkatzen – auch aus Privathaltung – gesucht. Allein in deutschen Wanderzirkussen warten etwa 150 bis 200 Tiger und Löwen auf ihre Rettung – dort leiden die Tiere unter der Haltung in engen Käfigwagen und der Dressur mit der Peitsche. Veterinärbehörden vermeiden dringend erforderliche Beschlagnahmungen, da für Großkatzen nicht genügend adäquate Auffangmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt sich dafür ein, dass Großkatzen wie Tiger, Löwen und Leoparden – außer in Auffangstationen – nicht mehr in Gefangenschaft gehalten werden dürfen. Die Haltung der Tiere in Gefangenschaft leistet keinen Beitrag zum Artenschutz. Vielmehr weisen Großkatzen in Zoos typische Anzeichen für Verhaltensstörungen auf. Die vielen Millionen Euro an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, sollten stattdessen in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
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