hagebau steigt nach Gesprächen mit PETA 2021 aus Reptilienverkauf aus

Stuttgart, 25. November 2020 – Der hagebaumarkt wird reptilienfrei: Nach einer Veröffentlichung von PETA im Jahr 2016, die das Leid der Tiere im Reptilienhandel ans Licht brachte, und Gesprächen mit der Tierrechtsorganisation steigen die Gesellschafter der Baustoff- und Baumarkt-Kooperation vollständig aus dem Reptilienverkauf aus. 2021 wird nun auch die letzte Verkaufsstelle für Reptilien innerhalb der hagebau geschlossen werden. PETA lobt das Unternehmen ausdrücklich für diesen richtungsweisenden Schritt hin zu mehr Tierwohl und bedankt sich bei der hagebau für ihre tierfreundliche Entscheidung.
 
„Schlangen, Schildkröten und exotische Echsen können in Wohnzimmern niemals artgerecht gehalten werden. hagebau hat dies erkannt und vollzieht mit dem Ausstieg aus dem Reptilienverkauf einen wichtigen Schritt für den Tierschutz. Wir freuen uns riesig über den Erfolg für die Tiere“, so Jana Hoger, PETAs Fachreferentin für tierische Mitbewohner. „Auch die Anzahl der hagebaumärkte, die Kleinsäuger verkaufen, geht weiterhin zurück. Wir sind froh, hagebau bei dieser positiven Entwicklung weiterhin zu begleiten, denn Tiere sind keine Ware.“
 
„Als Unternehmen müssen wir Tierwohl und Nachhaltigkeit mit unserem unternehmerischen Handeln in Einklang bringen. Reptilien gehören nicht in unsere zoologischen Abteilungen. Wir freuen uns sehr, dass die Gesellschafter der hagebau diese Ansicht teilen und die Kooperation diesen Schritt geht“, erklärt Jan Buck-Emden, Vorsitzender der Geschäftsführung der hagebau.
 
Hintergrundinformationen
Die 2016 von PETA veröffentlichte Recherche offenbarte erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien, die für den deutschen Heimtiermarkt bestimmt sind. Das Bildmaterial zeigt massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere bei deutschen Großhändlern und deren internationalen Zulieferern. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass es sich bei einem großen Teil der in Deutschland verkauften exotischen Tiere um Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika handelt, die wenige Tage zuvor ihrem natürlichen Lebensraum entrissen wurden. Ob oder welche tödlichen Viren oder Bakterien sie in sich tragen, ist unbekannt. Menschen dringen immer weiter in den natürlichen Lebensraum von wildlebenden Tieren vor. Dieser Kontakt führt dazu, dass auch das Risiko einer Zoonose, also einer Krankheit, die von Tieren auf Menschen und andersherum übertragen wird, steigt. Der größte Teil der Zoonosen stammt mit 72 Prozent vom menschlichen Kontakt mit wildlebenden Tieren. [1] China hat bereits aufgrund des Coronavirus verboten, Wildtiere zu konsumieren, und Lebendtiermärkte weitgehend eingeschränkt. Doch auch in Deutschland ist ein umgehendes und vor allem schnelles Handeln unerlässlich. PETA und elf weitere deutsche Tier- und Artenschutzorganisationen haben daher im März dieses Jahres in einem Schreiben an verschiedene Bundesministerien sowie an Parteivorsitzende ein umfassendes Importverbot für exotische Wildtiere gefordert.
 
Eine Studie, die vom Bundesumweltministerium im März 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit exotischen Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt. Auch der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) betont, dass die direkte Ausbeutung der Natur einer der Hauptgründe für das Artensterben ist. Sterberaten beim Fang und Transport von bis zu 70 Prozent gelten in der Zoohandelsbranche als üblich. [2] Die Tiere sterben durch Stress, Unterversorgung oder transportbedingte Verletzungen.
 
[1] Toland, E., Warwick, C., Arena, P. (2012): Pet Hate. In: The Biologist, Vol. 59 No. 3.
[2] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie. 4. Leipziger Tierärztekongress.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/hagebau-beendet-Reptilienverkauf
PETA.de/Reptilienhandel
 
Pressekontakt:
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