Handel mit exotischen Tieren – vom Ursprungsland bis ins deutsche Wohnzimmer

Exotische Tiere wie Schlangen, Spinnen, Echsen oder Frösche sind mittlerweile in vielen Zoohandlungen zu finden. Selbst einige Baumärkte bieten Reptilien und andere Exoten zum Verkauf an.
In vielen Städten werden regelmäßig Reptilienbörsen veranstaltet, auf denen die sensiblen Reptilien mit ihren hohen Ansprüchen an Temperatur, Haltung und Ernährung wie billiger Trödel verramscht werden.
  
Auf Reptilienbörsen werden die sensiblen Exoten in winzigen Plastikboxen ausgestellt.

Handel mit exotischen Tieren: Woher kommen Boa, Python und Co.?

Für das skrupellose Geschäft mit den sensiblen Exoten werden die Tiere gewaltsam ihrem natürlichen Lebensraum entrissen oder von rücksichtslosen Züchtern massenhaft „produziert“. Rund 600.000 Tiere werden jedes Jahr nach Deutschland importiert. Viele von ihnen sterben schon auf den langen Transportwegen oder bereits auf den Zuchtfarmen. Sterberaten von bis zu 70 % sind in diesem skrupellosen Geschäft mit einkalkuliert. Bei deutschen Großhändlern werden die überlebenden Reptilien – oft über Jahre – in winzigen Plastikboxen untergebracht
  
Ahnungslosen Kunden wird suggeriert, dass die Tiere aus guten Verhältnissen stammen. Eine 2016 von PETA veröffentlichte, international übergreifende Recherche offenbarte erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien, die für den deutschen Heimtiermarkt bestimmt sind. Ermittler dokumentierten massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere bei deutschen Großhändlern und deren internationalen Zulieferern.

Eine artgerechte Haltung von exotischen Tieren in Gefangenschaft ist nicht möglich.

Allein der Kontakt mit oder der Blick eines Menschen setzt die sensiblen Tiere unter enormen Stress. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten (1).

Exotische Tiere sind eine tödliche Gefahr für den Menschen

Etwa 90 % der Reptilien sind Überträger exotischer Salmonellenarten. Besonders Kinder, immunschwache und ältere Menschen sind besonders gefährdet, an einer Salmonelleninfektion zu erkranken. Laut des Robert Koch-Instituts (2) stammt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kindern von exotischen Tieren.

Was Sie tun können



Quellen:
  1. Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008.
  2. Robert Koch-Institut: Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.