Trotz Corona: Über 350.000 Exoten nach Deutschland importiert

Obwohl der Reptilienhandel die Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten fördern kann, erlebt er während der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom in Deutschland. So wurden 2020 allein über 350.000 Reptilien nach Deutschland importiert – doppelt so viele wie im Jahr zuvor. [1] Die Dunkelziffer dürfe deutlich höher liegen, denn der illegale Handel mit bedrohten Wildtierarten ist eines der größten illegalen Geschäfte der Welt. Zu den Reptilien kommen noch weitere Exoten wie Amphibien und exotische Säugetiere.

Doppelt so viele Importe durch „Haustier-Trend“

Mit dem Lockdown und dem Homeoffice stieg auch der „Haustier-Trend“ in Deutschland. So lebten 2020 über 1,4 Millionen mehr Hunde, Katzen, Kaninchen und auch Exoten in deutschen Haushalten als noch 2019. [2] Doch nicht nur Reptilien wie Echsen, Schlangen und Schildkröten wurden beliebter, auch die Nachfrage nach Affen, afrikanischen Weißbauchigeln, Stinktieren und anderen exotischen Wildtieren stieg an – obwohl es nicht möglich ist, exotische Tiere artgerecht zu halten. Kein Terrarium oder Käfig kann die natürlichen Bedürfnisse der sensiblen Tiere erfüllen oder ihr Leben in der Wildnis ersetzen.

Grafik Zahlen Exotenhandel

„Der massive Anstieg an Importen beweist, dass wir keine Zeit mehr vergehen lassen dürfen und endlich ein Haltungsverbot für exotische Tiere in Privathand brauchen.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Zusätzlich zu den importierten Tieren werden weiterhin Exoten in Deutschland massenhaft vermehrt. Wie viele der Importe in Deutschland bleiben, ist unklar.

Verbreitung von Krankheiten durch Tierhandel

Seit dem Corona-Ausbruch ist vielen Menschen der Zusammenhang zwischen Zoonosen und dem Wildtierhandel bewusst geworden. Dazu gehört auch der Handel mit Reptilien und anderen Exoten. Durch die schlechten Haltungsbedingungen der Tiere werden Krankheiten begünstigt, die bei Kontakt zum Menschen übertragen werden können. So sind beispielsweise Affen, Schlangen und Schildkröten häufig mit ansteckenden Darmparasiten wie Würmern oder Giardien infiziert. Zudem übertragen die meisten Reptilien Salmonellen, die besonders für immungeschwächte und ältere Menschen sowie Kleinkinder gefährlich sein können. [3] 

Was Sie tun können

Es gibt in Deutschland derzeit keine einheitliche Regelung für den Handel und die Haltung von exotischen Tieren, was zu enormem Tierleid führt. Reptilien und andere Exoten gehören nicht ins Wohnzimmer, sondern sollten in Freiheit leben dürfen und nicht aus ihrem Lebensraum gerissen werden

Unterschreiben Sie daher bitte unsere Petition an die Bundesregierung für ein Importverbot für exotische Wildtiere!