Hundewaschanlage in München: PETA meldet Betrieb wegen Tierschutzverstößen bei Veterinäramt und fordert sofortige Schließung

München / Stuttgart, 10. November 2020 PETA hat die Betreiber einer Hundewaschanlage in München beim zuständigen Veterinäramt angezeigt. Hunde werden dort in eine Art Waschmaschine gesetzt und durch einen Glasdeckel daran gehindert, zu entkommen. In dem Gerät eingesperrt müssen sie verschiedene Waschgänge über sich ergehen lassen, während die Halter zusehen, wie ihre „besten Freunde“ die minutenlange Tortur in Panik durchleben und massive Stresssignale zeigen. Die Tierrechtsorganisation sieht in der Prozedur mehrfache Verstöße gegen die Paragrafen 17 und 18 des Tierschutzgesetzes. PETA lobt das Kreisverwaltungsreferat, das bereits einen Tag nach der Kontaktaufnahme mitteilte, dass sich eine Amtsveterinärin umgehend mit dem Fall befassen wird. Die Organisation lässt nun prüfen, ob überhaupt eine Genehmigung für den Betrieb vorliegt, und fordert die sofortige Schließung der Anlage.
 
„Die Hunde hecheln, kratzen an den Scheiben und winseln, wenn sie gezwungen sind, eingeschlossen in der Waschmaschine auszuharren, während ihre Halter untätig zusehen. Läuft den Vierbeinern dabei auch noch Wasser in Mund, Nase oder Ohren, geraten sie noch mehr in Panik“, so Jana Hoger, PETAs Fachreferentin für tierische Mitbewohner. „Dieses traumatische Erlebnis zerstört das Vertrauen zwischen Hund und Halter, und unserer Ansicht nach liegt ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Denn den Hunden werden über längere Zeit Leiden und Schäden zugefügt. Die Anlage muss umgehend geschlossen werden.“
 
PETA weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass Halter ihre tierischen Mitbewohner verstehen und die Signale von Hunden deuten können. Hoger erklärt: „Für die Vierbeiner ist es erschütternd, wenn ihr Mensch – dem sie vertrauen – sie einer solchen Belastung aussetzt und nicht aus der Situation herausnimmt, die sie derart verängstigt.“ PETA mahnt, dass solche Erfahrungen auch dazu führen können, dass Hunde ihr Verhalten in Angstsituationen verändern: Lernen sie, dass sie sich nicht auf ihren Menschen verlassen können, kann es zu brenzligen Situationen kommen, in denen andere Lebewesen gefährdet werden. Die Tierrechtsorganisation weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass Hundehalter lernen müssen, die Kommunikation ihrer tierischen Begleiter zu verstehen, um verantwortungsvoll mit ihnen umgehen zu können. Um ein besseres Verständnis zwischen Hund und Mensch zu erreichen, fordert PETA daher bereits seit Jahren einen Sachkundenachweis für alle Hundehalter.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Hundefuehrerschein
PETA.de/Ulli-Reichmann-Interview
 
Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]