Studierende an Potsdamer Universität gezwungen, Tiere zu sezieren – PETA fordert Reform des Hochschulgesetzes

Organisation appelliert an Bildungsministerin Britta Ernst: „Brandenburg muss dem Beispiel anderer Bundesländer folgen“

Potsdam / Stuttgart, 31. März 2021 – An der Universität in Potsdam sind Studierende des Studiengangs Biowissenschaften entgegen ihren ethischen Werten gezwungen, im Rahmen ihrer Ausbildung Tiere zu sezieren. PETA wandte sich diesen Monat bereits an den Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und an den Präsidenten der Hochschule: Die Tierrechtsorganisation bat darum, den Studierenden tierfreie Methoden anzubieten – eine Antwort blieb bislang jedoch aus. Daher appelliert PETA heute in einem Schreiben an Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst, Studierenden durch einen Paragraphen im brandenburgischen Hochschulgesetz eine Wahlmöglichkeit einzuräumen.

„Biologisches Wissen kann problemlos vermittelt werden, ohne dafür Tiere zu töten und zu verstümmeln. Angehende Biologen und Biowissenschaftler beziehen zunehmend ethische Werte in ihr Handeln mit ein und setzen ihr Wissen mehr und mehr für die Entwicklung tierversuchsfreier Forschungsmethoden ein. Diesen wissenschaftlichen Fortschritt und ethischen Grundsatz müssen Universitäten tatkräftig fördern, statt ihn aktiv zu blockieren“, so Biotechnologin Sabrina Engel, PETAs Fachreferentin für den Bereich Tierversuche.

Neun Bundesländer gehen bereits mit gutem Beispiel voran: Hamburg, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort können Studierende beantragen, sich von „tierverbrauchenden“ Handlungen befreien zu lassen, wenn tierfreie Alternativen zur Verfügung stehen. PETA fordert die Ministerin nun auf, sich für einen entsprechenden Paragraphen im brandenburgischen Hochschulgesetz starkzumachen.

Geeignete tierfreie Modelle für die Lehre vorhanden
PETA setzt sich dafür ein, dass Tierversuche beendet und stattdessen innovative tierfreie Methoden eingesetzt werden. Es gibt bereits zahlreiche alternative Lehr- und Forschungsmethoden und die Entwicklung weiterer tierfreier Modelle nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Moderne Technologien wie lebensechte 3-D-Modelle, digitale Simulationen oder Organs-on-a-Chip lösen Tierversuche und „Tierverbrauch“ schon jetzt immer mehr ab. Derartige Modelle bieten zudem einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie ermöglichen es im Gegensatz zu Experimenten an Tieren meist, Übungen beliebig oft zu wiederholen. Angesichts der zahlreichen fortschrittlichen Möglichkeiten muss kein Tier mehr für Ausbildungszwecke leiden und sterben.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:
Studieren-ohne-tierversuche.de

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