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Termineinladung: Über 33.000 Unterschriften für ein Importverbot von Jagdtrophäen / PETA-Aktion in Berlin / 28. Januar, 13:45 – 14:15 Uhr

„Wildtiere“ demonstrieren: „Wir sind keine Trophäen!“

Stand Januar 2016
Berlin / Stuttgart, 26. Januar 2016 – Starke Stimmen gegen tierquälerisches Hobby: Am kommenden Donnerstag, von 13:45 – 14:15 Uhr, überreicht PETA Deutschland e.V. dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Berlin insgesamt 33.682 Unterschriften für ein Importverbot sogenannter Jagdtrophäen nach Deutschland. Begleitet wird der Appell von drei Unterstützern der Tierrechtsorganisation, die als „Wildtiere“ kostümiert und mit Protestschildern mit der Aufschrift „Wir sind keine Trophäen“ und „Trophäenjagd stoppen!“ der Forderung Tausender Tierfreunde an die Bundesregierung Nachdruck verleihen. Aus einer Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an den Bundestag geht hervor, dass zwischen 2005 und 2014 über 1200 Trophäen eigentlich streng geschützter Arten nach Deutschland eingeführt wurden – darunter 323 Elefanten und 417 Leoparden. Hobbyjäger verbringen ihre Freizeit damit, wehrlose Tiere zu verletzen und zu töten, um sich anschließend in Jägerkreisen mit den leblosen Körpern ihrer Opfer – den „Jagdtrophäen“ – zu rühmen. Insbesondere auf Jagdfarmen dienen die Tiere den Hobbyjägern dabei als lebendige Zielscheiben. Nach einem „Trophäenfoto“ werden die Tierleichen meist verstümmelt: Ihre Köpfe werden abgetrennt oder ihnen wird das Fell abgezogen, sodass die Jäger ihre Opfer mit nach Hause nehmen können.
 
„Die Trophäenjagd ist ein abscheulicher Zeitvertreib reicher, abgestumpfter Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen. Dabei geht es den Hobbyjägern vornehmlich um die Lust am Töten und darum, sich in heimischen Jägerkreisen mit ‚Jagdtrophäen‘ zu brüsten“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Die Bundesregierung muss endlich ein Zeichen für den Artenschutz setzen und ein Importverbot sogenannter Jagdtrophäen nach Deutschland erlassen."
 
PETA fordert sowohl aus ethischen als auch aus Artenschutzgründen ein generelles Importverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland. Weil auch „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden. Dem Schmuggel, teilweise mit in afrikanischen Herkunftsländern gefälschten Papieren, ist somit Tür und Tor geöffnet. Trophäenjäger dezimieren die Tierwelt in erheblichem Ausmaß. Einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania zufolge ist die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere. [1]
 
Trophäenjäger versuchen bisweilen, sich durch haltlose Argumente zu rechtfertigen: Die horrenden Summen, die Hobbyjäger für eine Jagdreise ausgeben, landen nicht bei der armen Bevölkerung oder bei einer Nationalparkverwaltung, sondern fast ausschließlich in den Taschen der Reiseveranstalter und Jagdfarmbesitzer. Aus einer Wirtschaftsanalyse der Trophäenjagd in Afrika geht hervor, dass gerade einmal 3 Prozent der Einnahmen durch Trophäenjagden bei der lokalen Bevölkerung ankommen. Aus wirtschaftlicher Sicht spielt der Jagdtourismus in den meisten Ländern nur eine unbedeutende Rolle. In Namibia beispielsweise trägt die Trophäenjagd gerade einmal 0,27 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, der Naturtourismus hingegen 4,2 Prozent. [2] Nur mit einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Ökotourismus kann es gelingen, Afrikas Wildnis langfristig zu schützen.
 
Die Tierrechtsorganisation kürte das Wort „Jagdtrophäe“ Mitte Januar analog zur Verkündung der sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres“ zu „PETAs Unwort des Jahres“ und damit zum tierfeindlichsten Wort 2015.
 
[1] Packer C., Brink H., Kissui B.M., Maliti H., Kushnir H. & Caro T. (2011): Effects of Trophy Hunting on Lion and Leopard Populations in Tanzania. Conservation Biology. Volume 25, Issue 1, p. 142 –153.
[2] Campbell, R. (2013): The $200 million question – How much does trophy hunting really contribute to African communities? Economists at Large Pty Ltd. Melbourne, Australia.

WANN & WO:
Donnerstag, 28.
Januar 2016, 13:45 – 14:15 Uhr, Ecke Stresemannstraße und Köthener Straße, Berlin (auf der gegenüberliegenden Straßenseite des  Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)

Interviewkontakt vor Ort: Vanessa Reithinger, +49 (0) 172 5638498
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Trophäenjagd-Hintergrundwissen
PETA.de/Unwort2015
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de