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70 Jahre nach „Tuffi-Sprung“: PETA appelliert an Verein neue ufer, mit geplantem Störstein in der Wupper auch auf Tierleid im Zirkus aufmerksam zu machen

Wuppertal / Stuttgart, 8. Juni 2020 – Als Renaturierungsmaßnahme und zur Erinnerung an den Sprung des Elefantenkinds Tuffi aus der Wuppertaler Schwebebahn plant der Verein neue ufer wuppertal e.V. einen „Tuffi-Störstein“. Die Skulptur in Form eines Elefanten soll im August in die Wupper gesetzt werden. Zu Werbezwecken zwang Zirkus Althoff die vierjährige Tuffi im Juli 1950, in der Schwebebahn mitzufahren. In Panik sprang sie heraus und landete im Wasser – an dieser Stelle soll der Störstein platziert werden. PETA steht in Kontakt mit dem Verein und regte an, mit dem Störstein neben dem Naturschutz auch dem Tierschutz zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Der Vorschlag: eine Plakette oder Infotafel am Weg an der Wupper, um dem Leid von Tuffi und anderen Elefanten zu gedenken, die in Zirkussen unter dem Einsatz von Gewalt unnatürliche „Tricks“ aufführen und ihr Dasein in viel zu kleinen Gehegen fristen müssen. Der Verein hat sich bislang nicht abschließend geäußert, aber führte Bedenken wegen möglichem Vandalismus oder Kritik an. Die Tierrechtsorganisation appelliert an den Verein, die Kunst mit dem Tierschutz zu verbinden und die wichtige Botschaft über das Elefantenleid in das Projekt zu integrieren.
 
„Der verzweifelte Sprung von Elefantenmädchen Tuffi aus der Schwebebahn ist noch 70 Jahre später über die Stadtgrenzen Wuppertals hinaus bekannt. Doch bis heute werden Elefanten und andere Tiere noch quer durch Deutschland gekarrt und zu zweifelhaften ‚Kunststücken‘ gezwungen, nur um ein zahlendes Publikum zu unterhalten“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche „Der ‚Tuffi-Störstein‘ und eine damit verbundene Plakette oder Infotafel wären eine ideale Gelegenheit, um ein Mahnmal für das sinnlose Leid in Zirkussen zu setzen. Ein möglicher Gegenwind sollte niemanden davon abhalten, für etwas Gutes einzustehen und eine so wichtige Botschaft in die Öffentlichkeit zu tragen.“
 
Erhebliches Leid von Elefanten im Zirkus
In Wuppertal hat der Verein neue ufer bereits zwei Tierskulpturen als Störsteine in die Wupper gesetzt, um damit die Eigendynamik des Gewässers zu fördern. Tuffi erlangte durch ihren Sprung in den Fluss traurige Berühmtheit, doch bis heute sind Elefanten im Zirkus hierzulande noch immer uneingeschränkt erlaubt. Aktuell gibt es noch 39 Elefanten in deutschen Zirkusbetrieben. [1] Dabei ist ihre Dressur Experten zufolge generell nur mit Gewalt und Zwang möglich. Im Zirkus werden die sensiblen Rüsseltiere mit dem sogenannten Elefantenhaken – einem Stock mit spitzem Metallhaken – gefügig gemacht. Nachts sind sie üblicherweise an zwei Beinen im Stallzelt angekettet. Durch die mangelhaften Haltungsbedingungen leiden Elefanten in Zirkusbetrieben an Verhaltensstörungen, unter anderem an dem für Elefanten im Zirkus typischen „Weben“. Dabei schwingen die Tiere mit Kopf und Körper hin und her. Diese Verhaltensstereotypie ist ein Anzeichen für schweres seelisches Leiden.
 
Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus
Der Bundesrat begründete 2016 in seiner Entschließung, warum insbesondere Elefanten und andere Wildtiere erheblich im Zirkus leiden. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2014 vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können – auch aus diesem Grund geht PETA nicht davon aus, dass ein Mahnmal in Wuppertal auf große Kritik stoßen würde. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich zudem die Bundestierärztekammer und die Agrarminister der Länder für ein Verbot aus. Letztere haben erst im vergangenen Jahr ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer Regelung bekräftigt. In 26 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Deutscher Bundestag (2020): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Franziska Gminder und der Fraktion der AfD. Drucksache 19/18249. Wildtierhaltung in deutschen Zirkussen. Online abrufbar unter: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/185/1918592.pdf.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/Zirkus-Hintergrundwissen
 
Pressekontakt:
Thomas Lesniak, +49 711 860591-527, [email protected]