Termineinladung: Zeit für eine neue Landwirtschaft – PETA fordert Ende der Tierausbeutungs-Messe EuroTier

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Hannover / Stuttgart 11. November 2022 – Auch in diesem Jahr zeigen die Teilnehmenden auf der „Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management“ das Ausmaß ihrer Profitgier. Daher protestiert PETA unter dem Motto „EuroTod: First in Animal Killing“ am kommenden Dienstag von 08:45 bis 10:00 Uhr auf dem Europaplatz in Hannover vor Halle 20 gegen die Tierausbeutung. Als Rind, Schwein und Huhn verkleidet sitzen die Aktiven hoch oben auf dem Frontlader eines Traktors. Sie solidarisieren sich mit den Millionen Tieren, die jährlich für Milch, Fleisch und Eier getötet werden. Angesichts des Tierleids und der Umweltzerstörung ruft die Tierrechtsorganisation die Verantwortlichen dazu auf, derartige Veranstaltungen nicht mehr anzubieten.

„Die EuroTier verkörpert Tierausbeutung auf einem Niveau wie keine andere Veranstaltung“, so Jens Vogt, Aktionskoordinator bei PETA. „Schneller, höher, mehr ist das Motto der Unternehmen, die auf der Messe ihre Neuheiten präsentieren. Sie alle sind für enormes Tierleid verantwortlich: Schmerzhafte Nasenringe, krankmachende Vollspaltenböden oder Schlacht-Maschinen, die pro Stunde 13.000 Hühner im Akkord und voll automatisiert töten. In Zukunft muss aber unser Landschaftsbild von veganem Ökolandbau geprägt sein. Je schneller wir intensiv an der Umsetzung arbeiten, desto eher verbessert sich die Situation für Tiere und Umwelt.“

Das Leid der Tiere in der Ernährungsindustrie
Allein in deutschen Schlachthäusern wurden 2021 über 720 Millionen fühlende Lebewesen für die Fleischproduktion getötet. Schweinen werden in den ersten Lebenstagen meist ohne Narkose die Ringelschwänze abgeschnitten und die Eckzähne abgeschliffen. Die Tiere fristen ihr kurzes Dasein dicht an dicht gedrängt auf harten Spaltenböden, die häufig zu Gelenkschäden führen. Kälbern werden mit mehreren hundert Grad heißen Stäben die Hornansätze ausgebrannt – meist ohne Betäubung. Hühner, die für Ernährungszwecke aufgezogen werden, werden gewöhnlich mit mehr als 25.000 Artgenossen in Hallen gesperrt, in denen sie auf ihren eigenen Exkrementen verharren müssen. Während der Transporte zum Schlachthof sind die Tiere oft extremen Temperaturen ausgesetzt und haben nicht ausreichend Futter und Wasser zur Verfügung. Häufig trampeln sie sich gegenseitig tot oder verletzen sich, doch auch an tierärztlicher Versorgung mangelt es. Im Schlachthaus angekommen, sind Untersuchungen zufolge Fehlbetäubungen an der Tagesordnung, sodass Rinder, Schweine und Hühner häufig bei Bewusstsein getötet werden.

Klimawandel und Umweltzerstörung durch tierische Produkte
Eine im Februar 2021 veröffentlichte Studie unter Beteiligung der UN-Organisation UNEP bestätigte abermals, dass Fleischkonsum der größte Naturzerstörer ist. [1] Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schreibt der Tierwirtschaft 14,5 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase zu – dies ist ein größerer Anteil als der gesamte Transportsektor. [2] Tierische Produkte bedeuten zudem Ressourcenverschwendung: Weltweit werden 83 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für den Futtermittelanbau oder als Weideland für die Tierhaltung genutzt. Dabei werden allerdings nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine erzeugt. [3]

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.

Details zur Aktion:
Datum: Dienstag, 15. November 2022
Uhrzeit: 08:45 – 10:00 Uhr
Ort: Europaplatz, vor Halle 20, 30521 Hannover
Kontakt vor Ort: Jens Vogt (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

[1] Benton, T. et al. (2021): “Food Systems Impact on Biodiversity Loss?. Chatham House. Online abrufbar unter www.chathamhouse.org/sites/default/files/2021-02/2021-02-03-food-system-biodiversity-loss-benton-et-al_0.pdf.

[2] Gerber, P.J./Steinfeld, H./Henderson, B./Mottet, A./Opio, C./Dijkman, J./Falcucci, A./Tempio, G. (2013): “Tackling Climate Change through Livestock – A global assessment of emissions and mitigation opportunities“. Rom: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO).

[3] Poore, J./Nemecek, T. (2018): “Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers? In: Science Vol. 360, Issue 6392, S. 987-992.

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Tierhaltung
PETA.de/Themen/Klimawandel

Pressekontakt: 
Chiara Reutter, +49 711 860591-532, [email protected] 

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