Vernachlässigte Schafe in Obhut von Dummerstorfer CDU-Lokalpolitiker am Boden festgefroren

PETA erstattet wegen anhaltender Missstände Strafanzeige gegen Wolfgang Grieger jun.

Wardow / Polchow / Dummerstorf / Stuttgart, 7. April 2021 – Ein Whistleblower informierte PETA Mitte Februar über eine verwahrloste Schafherde zwischen Wardow und Polchow. Trotz nächtlicher Temperaturen von bis zu -16 Grad habe dem Zeugen zufolge ein schützender Unterstand gefehlt, sodass nach seinen Beschreibungen einige Tiere morgens mit der Wolle am schneebedeckten Boden festgefroren waren. Wiederholt sollen Schafe auf den Rücken gefallen und nicht in der Lage gewesen sein, sich aus eigener Kraft wieder aufzurichten; ein Muttertier sei während der Geburt ihres Lamms gestorben. Laut dem Augenzeugen wurden die Tiere zudem mehrere Tage weder mit Nahrung noch mit Wasser versorgt. Nachdem PETA Wolfgang Grieger jun. bereits im März 2020 wegen mutmaßlicher schwerer Tierschutzverstöße angezeigt hat, wird der CDU-Lokalpolitiker nun erneut mit einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Rostock (Az.: 476 Js 10202/20) konfrontiert.

„Offenbar ist Grieger das Wohl der Schafe vollkommen egal: Einige Tiere sollen infolge ihres schlechten Zustands gestorben sein, und fast alle Schafe scheinen den kotverklebten Hinterteilen nach zu urteilen an Durchfall gelitten zu haben. Dem Zeugen zufolge waren zwar Mitarbeiter vor Ort, haben aber lediglich Schafleichen eingesammelt“, so Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, Fachreferentin bei PETA. „Wer solche Zustände nicht unterstützen möchte, kauft keine Produkte wie Lammfleisch, Schafskäse oder Wolle. Nur eine vegane Lebensweise schützt die Tiere nachhaltig und konsequent.“

Hintergrundinformationen

Die Aufnahme einer Ohrmarke der Schafe deutet darauf hin, dass Wolfgang Grieger jun. für die Herde verantwortlich ist. PETA fordert ein Tierhalteverbot für Grieger sowie die Kontrolle der Tiere und all seiner Weiden. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass sich Grieger als studierter Landwirt, Schafzüchter und ehemaliges Vorstandsmitglied des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbands Mecklenburg-Vorpommern seiner Haltungspflichten bewusst sein dürfte. Spätestens nach PETAs Anzeige vor fast genau einem Jahr hätte der Handlungsbedarf nach Ansicht der Organisation erkannt werden müssen. PETA warf Grieger bereits damals vor, diversen tierschutzrechtlichen Anforderungen an die Haltungsbedingungen nicht nachgekommen zu sein. Bis heute hat er offenbar keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, um den Schafen ein besseres Leben zu ermöglichen. Stattdessen nahm er den Tod einiger Tiere mutmaßlich auch im aktuellen Fall durch Unterlassen billigend in Kauf.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

CDU-Lokalpolitiker steht unter Verdacht, Schafe vernachlässigt zu haben. Einige Tiere starben sogar. / © PETA Deutschland e.V.

Das druckfähige Motiv und weitere Fotos stehen hier zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen:

PETA.de/Neuigkeiten/Dummerstorf-vernachlaessigte-Schafe

PETA.de/Leichenberge-Schafe-Mecklenburg-Vorpommer

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PETA.de/Schafe-Ziegen

PETA.de/Faszinierende-Schafe

PETA.de/Hintergrundwissen-Wolle

Pressekontakt: Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]