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Granne beim Hund: So ersparen Sie Ihrem Hund viel Leid

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Ein Spaziergang in der Natur macht vielen Hunden großen Spaß. Sie können nach Herzenslust schnüffeln, laufen und ihre Umgebung erkunden. Doch beim Laufen durch Wiesen und Felder können sich Grannen im Fell verfangen und für unangenehme Überraschungen sorgen.

Damit Sie im Ernstfall wissen, was zu tun ist, zeigen wir Ihnen, woran Sie die Pflanzenteile erkennen, wann Sie selbst handeln können und wann Grannen bei Ihrem Hund von Tierärzt:innen entfernt werden sollten. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihren tierischen Mitbewohner im Alltag schützen können.

Inhalte im Überblick

Was sind Grannen?

Grannen sind spitze, borstenartige Pflanzenteile, die bei verschiedenen Gräsern und Getreidearten vorkommen. Sie sitzen an den Blüten der Pflanzen und sind je nach Pflanzenart unterschiedlich lang. Gerste und Federgräser bilden beispielsweise besonders lange Grannen. Bei Roggensorten fallen sie hingegen deutlich kürzer aus. [1, 2, 3] Pflanzen mit Grannen kommen auf Feldern, Wiesen, an Weg- und Straßenrändern oder an trockenen Mauern vor. Besonders auf selten gemähten und trockenen Grasflächen können Hunde mit ihnen in Kontakt kommen. [4]

Grannen können sie sich nicht nur an Ihrer Kleidung, sondern auch im Fell Ihres Hundes festsetzen.

Darum sind Grannen gefährlich für Hunde

Aufgrund ihrer spitzen Form und der rückwärts gerichteten Widerhaken können sich Grannen leicht im Fell festsetzen, in die Haut oder Körperöffnungen eindringen und dort immer tiefer wandern. [5, 6] Dabei können sie verschiedenste Beschwerden verursachen. In seltenen Fällen gelangen die Fremdkörper bis in die Brusthöhle oder Lunge und führen dort zu schweren Entzündungen. [7] Bei Hunden mit dichtem oder mittellangem Fell bleiben die Pflanzenteile häufiger im Fell hängen. Allerdings können sich Grannen auch bei Tieren mit kurzem oder weniger dichtem Fell verhaken. [8, 9]

Bohren sich Grannen mit ihren Widerhaken in den Hundekörper, kann das schwerwiegende bis lebensgefährliche Konsequenzen haben. Wer die Gefahr im Blick hat und einige Tipps beherzigt, schützt sein Tier vor großem Leid.

Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA Deutschland

An diesen Körperstellen können Grannen beim Hund auftreten

Bei Hunden gibt es einige Körperstellen, die besonders häufig von Grannen betroffen sind. Hierzu gehören:

  • Nase

    Grannen zählen zu den häufigsten Fremdkörpern in der Nase von Hunden. Beim Einatmen können sie über die Nasenöffnungen aufgenommen werden, in die Nasenhöhle vordringen und sich dort festsetzen. [10]

  • Ohren

    Beim Durchstreifen von hohem Gras können Grannen an den Ohren hängen bleiben. Besonders wenn diese dicht behaart sind, können sich die Pflanzenteile leicht festsetzen und bis in den Gehörgang gelangen. [11, 12]

  • Auge

    Auch die Augen können mit Grannen in Kontakt kommen. Besonders risikoreich ist es, wenn sich die Gräser auf Augenhöhe des Hundes befinden. Dabei können sich die Grannen an der Bindehaut oder Hornhaut oder am Augenlid festsetzen. [12]

  • Mund

    Tobt Ihr Hund ausgiebig auf einer Wiese oder ist viel gerannt, hechelt er häufig verstärkt. Dabei können Grannen über den geöffneten Mund in den Rachen gelangen. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Fremdkörper bis in die unteren Atemwege vordringen. [13, 14]

  • Pfoten

    Grannen können sich leicht im Fell an den Pfoten festsetzen. Dabei verfangen sie sich häufig in den Zwischenräumen der Zehen oder zwischen den Ballen. [15] Von der Pfote aus können sie sich weiter durch die Unterhaut bohren und entlang der Beine bis in die Achsel- oder Leistenregion oder in die Lendenmuskulatur wandern. [16]

Mögliche Symptome: Wie erkenne ich Grannen beim Hund?

Hat sich Ihr Hund eine Granne eingefangen, können verschiedene Symptome auftreten. Dazu zählen:

  • Lahmheit, manchmal Unwohlsein durch ggf. starke Schmerzen
  • geschwollene Pfotenballen
  • exzessives Kratzen oder Belecken der betroffenen Region (besonders häufig an den Pfoten oder Genitalien)
  • Kopfschütteln oder Schiefhaltung
  • Augenausfluss, geschwollene oder rote Augen
  • häufiges und oft starkes Niesen, Nasenausfluss
  • Husten
  • Entzündungen

Die Symptome können variieren und hängen davon ab, wo sich der Fremdkörper befindet. Da nicht immer Grannen die Ursache davon sind, sollten die Beschwerden in jedem Fall tierärztlich abgeklärt werden. [17]

Person haelt Hundepfote
Am besten sucht man nach dem Spaziergang den ganzen Hund nach Grannen ab.

Was tun bei Grannen beim Hund?

Finden Sie bei Ihrem tierischen Begleiter eine Granne, die noch oberflächlich im Fell sitzt, können Sie diese vorsichtig selbst entfernen. Das ist auch der Fall, wenn sich das Pflanzenteil in der Ohrmuschel befindet. Steckt die Granne allerdings schon im Gehörgang, in der Haut, in den Augen oder in der Nase oder zeigt Ihr Hund die oben genannten Symptome, sollten Sie umgehend eine tiermedizinische Praxis aufsuchen. Gleiches gilt, wenn sich die Granne nicht problemlos entfernen lässt. 

Je länger der Fremdkörper nicht beseitigt wird, desto größer ist das Risiko für Folgeprobleme. Zudem kann eine spätere Entfernung aufwendiger werden und einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen. [17, 18]

Wie kann man Grannen beim Hund entfernen?

Eine Granne im Fell oder in der Ohrmuschel kann mit einer Pinzette entfernt werden. Dabei sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Vorsichtiges Vorgehen: Seien Sie bei der Entfernung der Granne ganz vorsichtig. Achten Sie dabei darauf, sie nicht versehentlich tiefer in die Haut oder den Gehörgang zu schieben. 
  • Vollständige Entfernung: Kontrollieren Sie anschließend, ob die Granne vollständig entfernt wurde, da beim Herausziehen Teile abbrechen können. Bleiben Reste des Fremdkörpers im Gewebe zurück, kann er sich weiter im Körper ausbreiten. [18,19]

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie die Granne bei Ihrem Hund entfernen können, sollten Sie lieber eine tiermedizinische Praxis aufsuchen.

Wie werden Grannen beim Hund tierärztlich entfernt?

Wie eine Granne bei Hunden in der tiermedizinischen Praxis entfernt wird, hängt davon ab, wo sie sich befindet. Sitzt sie im Ohr, Auge oder in der Nase, kann sie unter Sedierung oder Narkose mit einem Otoskop oder Endoskop und einer Fremdkörperzange entfernt werden.

Hat sich die Granne zwischen den Zehen oder im Unterhautgewebe festgesetzt, wird ihre Lage zunächst per Ultraschall bestimmt. Über einen kleinen Schnitt lässt sie sich anschließend entfernen. Wenn der Fremdkörper tief in den Körper eingedrungen ist, etwa in den Brustkorb oder die Lendenregion, kann eine chirurgische oder minimalinvasive Entfernung notwendig sein. [16]

Prävention: Wie schütze ich meinen Hund vor Grannen?

Seien Sie besonders bei trockenem, warmem Wetter in den Sommermonaten Juni bis September aufmerksam und achten Sie auf Folgendes, um Ihren Hund vor Grannen zu schützen:

  • Versuchen Sie, mit Ihrem Hund nicht durch hohe Wiesen oder auf Wegen zu laufen, an denen die entsprechenden Gräser wachsen.
  • Kontrollieren Sie nach dem Spaziergang Ohren, Augen, Pfoten (vor allem zwischen den Zehen), Nase, Mund, Achselhöhlen und Leisten Ihres Hundes. [16]
  • Bürsten Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang, um mögliche Widerhaken zu finden. [20]
  • Kürzen Sie vor allem bei langhaarigen Hunden die Haare zwischen den Zehen, an den Ohren und am Bauch – dies erleichtert Ihnen auch die Kontrolle auf Grannen. [18]

Entfernen Sie entsprechende Pflanzenarten in Ihrem Garten mit der ganzen Wurzel – mähen Sie diese nicht einfach ab. [20]

Prävention ist besser als Nachsorge

Grannen können sich schnell im Fell Ihres Hundes verfangen. Deshalb ist es besser, auf Prävention zu setzen und das Risiko für die Fremdkörper deutlich zu reduzieren. Entdecken Sie dennoch eine Granne oder zeigt Ihr Hund entsprechende Symptome, ist es wichtig, frühzeitig richtig zu handeln. Bei Unsicherheit ist es daher besser, tierärztlichen Rat einzuholen, statt abzuwarten.

Zeigt Ihr Hund weitere Symptome, die Ihnen Sorgen bereiten, erfahren Sie in unserem Beitrag, woran Sie erkennen, dass es Ihrem Hund gesundheitlich nicht gut geht.