Betrunkener Jäger schlägt streng geschützten Auerhahn tot

Betrunkener Jäger Auerhahn© by MEISTERFOTO
Am Feldberg im Schwarzwald hat ein Jäger am 10. August 2019 einen Auerhahn mit einer Flasche erschlagen. Der Jäger war gemeinsam mit einem anderen Mann auf dem Rückweg vom Laurentiusfest und betrunken, als er den Auerhahn mit heftigen Tritten und Schlägen tötete. Die Männer behaupteten anschließend, der Auerhahn hätte sie angegriffen und sie hätten ihn aus Notwehr töten müssen.

Angriff rechtfertigt keine Tötung

Ist es möglich, dass der Auerhahn die beiden Männer derart aggressiv angegriffen hat, dass sie sich nicht anders zu verteidigen wussten?

„Auerhähne erreichen ein Gewicht von vier bis fünf Kilogramm – dass der Mann das Tier in Notwehr töten musste, ist daher nicht glaubwürdig.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA


Auch sollte der Jäger durch seine Tätigkeit genug Wissen über Wildtiere haben, um den Auerhahn nicht zu erschlagen. Außerhalb ihrer Balzzeit von März bis Juni ist auch kein aggressives Verhalten von Auerhähnen bekannt. Das Argument der Notwehr kann demnach wohl nur eine Schutzbehauptung sein.

Auerhähne sind streng geschützt

In Deutschland gibt es nur noch wenige hunderte Auerhahnpaare, weshalb die Tiere gemäß Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art gelten. Im Schwarzwald, wo es zu der brutalen Tötung kam, leben aktuell ca. 200 Vögel und damit die größte Auerhahnpopulation Deutschlands.

PETA erstattet Strafanzeige

Wir von PETA werden Strafanzeige gegen den Jäger erstatten und fordern das zuständige Landratsamt dazu auf, dem Mann den Jagdschein und die Waffenbesitzkarte zu entziehen.

Was Sie tun können

Medienberichten zufolge hat eine Personengruppe beobachten können, wie die beiden Männer den Auerhahn erschlugen. Sollten Sie ebenfalls Zeuge von Tierquälerei oder unerlaubter Tötung eines Tieres sein, handeln Sie bitte, ohne dabei selbst die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit zu überschreiten! Kontaktieren Sie die örtliche Polizei oder uns und melden Sie den Fall.