INSA-Umfrage zu Welpenhandel: Drei Viertel der Deutschen stimmen für Verkaufsverbot auf Onlineplattformen

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Im Frühjahr 2024 haben wir von PETA eine repräsentative INSA-Umfrage in Auftrag gegeben, um die Meinungen zum Welpenhandel in Deutschland zu erfassen: Die Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen den Verkauf von Tierbabys im Internet aus.

Erfahren Sie hier mehr zu den Ergebnissen der Umfrage und zum Tierleid, das mit dem oft illegalen Handel mit Tierkindern wie Hundewelpen verbunden ist.

INSA-Umfrage zeigt: Drei Viertel der Deutschen stimmen für ein Verkaufsverbot von Hundewelpen auf Onlineplattformen

Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage ist eindeutig: So lehnen 76 Prozent der Deutschen den Verkauf von Hundewelpen auf Onlineplattformen ab. Gegen Verkaufsabwicklungen im öffentlichen Raum wie beispielsweise auf Parkplätzen sprechen sich sogar 81 Prozent der Umfrageteilnehmenden aus. [1]

Lediglich 15 Prozent der über 2.000 Befragten wollen kein Verkaufsverbot auf Online-Marktplätzen, die restlichen enthielten sich. [1]

Vor allem ältere Personen befürworten ein Verbot: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen stimmt eine knappe Mehrheit von 53 Prozent gegen den Online-Handel mit Welpen, bei den über 50-Jährigen sind es hingegen 87 Prozent. [1]

Aufgrund der repräsentativen Umfrageergebnisse sowie der massiv überfüllten Tierheime fordern wir alle Onlineplattformen auf, den Verkauf fühlender Lebewesen endlich einzustellen. Außerdem appellieren wir an alle Menschen, Tiere nicht im Internet oder bei Züchter:innen zu kaufen, sondern aus dem Tierheim zu adoptieren.

„Die repräsentativen Umfrageergebnisse sind eindeutig: Der Online-Handel mit fühlenden Lebewesen muss endlich gestoppt werden. Wir müssen uns endlich um die Tiere kümmern, die bereits auf der Welt sind und dringend ein Zuhause brauchen. Adoptieren statt kaufen, lautet die Devise, denn Hunde sind keine Ware.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

Massenhaftes Tierleid: Online angebotene Hunde stammen oft aus dem illegalen Welpenhandel

Die unzähligen Hunde, die auf den verschiedenen Internetplattformen zum Verkauf angeboten werden, stammen häufig aus dem illegalen Welpenhandel. Erst im Mai 2024 veröffentlichten wir eine Recherche, die das skrupellose und europaweite Geschäft mit Hundekindern entlarvt hat.

Unsere Aufdeckung zeigt das enorme Leid, das die „Massenproduktion“ von Hundewelpen in ganz Europa verursacht. Wir haben über 200 Transportdokumente von 6.000 Welpen aus dem Jahr 2023 ausgewertet und zurückverfolgt:

  • Etwa sechs Prozent der Hundekinder starben bereits beim Transport.
  • Die Überlebenden waren oftmals lebenslang krank und verhaltensauffällig.
  • Uns zugespielte Videoaufnahmen aus Hundezuchten zeigen verdreckte Zwinger und Wurfboxen, in denen ausgezehrte Hundemütter ihr gesamtes Leben Nachwuchs „produzieren“ müssen.

Der unzureichend regulierte Handel mit Tierkindern in Europa ist ein Milliardengeschäft

Kriminelle machen jährlich einen Umsatz von geschätzt 1,3 Milliarden Euro mit illegal „produzierten“ Hundewelpen. Deutschland ist dabei ein wichtiges Ziel- und Transitland für die meist in Osteuropa vermehrten Tiere.

  • Mittlerweile finden laut EU-Kommission knapp 60 Prozent aller Hunde- und Katzenverkäufe über den Online-Markt statt. [2]
  • Aufgrund fehlender Regulierungen können Tiere so völlig anonym angeboten und verkauft werden.
  • Allein auf den meistgenutzten europäischen Internetportalen konnten an einem beliebigen Tag etwa 438.000 inserierte Welpen gezählt werden. [3]

Auf Onlineplattformen wie Quoka.de, deinetierwelt.de, edogs.de, markt.de oder snautz.de werden fühlende Lebewesen wie Ware verscherbelt, während Tierheime aus allen Nähten platzen.

Tierhandel mit Hunden. Banner

Wann ist der Handel mit Welpen illegal?

In Deutschland dürfen Welpen laut Tierschutz-Hundeverordnung ab der achten Lebenswoche von ihrer Mutter getrennt werden. Da aber vor allem besonders kleine Hundekinder gefragt sind, verkaufen viele Hundehändler:innen die Tiere schon im Alter von drei bis vier Wochen. Die Folge sind häufig lebenslange Verhaltensstörungen.

Da die Welpen in den Zuchtanlagen weder geimpft noch entwurmt werden, leiden sie gehäuft unter infektiösen Krankheiten, die oft tödlich verlaufen. Kriminelle Händler:innen schleusen die Tiere meist mit gefälschten Heimtierausweisen nach Deutschland – tierschutzwidrig und illegal.

Tierleid beenden: Unterschreiben Sie für ein Verbot des Welpenhandels!

Obwohl in Deutschland jährlich etwa 350.000 nicht mehr gewollte Tiere in Tierheimen auf ein neues Zuhause warten, boomt der gewerbliche Handel mit Tieren. Viele Tierheime haben bereits einen Aufnahmestopp verhängt. Wir appellieren daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen. Denn jedes Tier ist ein fühlendes Individuum und keine Ware, die man für Profit verkaufen kann.

Helfen Sie uns, die unmoralischen Machenschaften von Händler:innen zu beenden und den Handel mit Welpen zu stoppen: Unterschreiben Sie dazu unsere Petition für ein entsprechendes Verbot an die Verantwortlichen der gängigen Onlineplattformen.