Grausam: Bauch von Hündin mit Drahtseil abgebunden

Dorfbewohner in Rumänien beobachteten wochenlang eine Hündin, die völlig verängstigt durch die Straßen lief. Um ihren Bauch war ein enges Drahtseil befestigt, das ihr mit jedem Tag stärker ins Fleisch schnitt. Die schwarze Hündin ließ sich weder anfassen noch einfangen. Nach zahlreichen Einfangversuchen wandten sich die Dorfbewohner schließlich mit einem Notruf an das Team von PETA HELPS ROMANIA und EDUXANIMA und baten um Hilfe. Offenbar war die Wunde bereits mit Maden befallen und das Überleben der Hündin stand auf dem Spiel.
 

Es war klar: Wir mussten sofort helfen!

Unser Team machte sich umgehend auf den Weg in das kleine, abgelegene Dorf. Es dauerte nicht lange, bis die Mitarbeiter von PETA HELPS ROMANIA und EDUXANIMA die schwarze Hündin entdeckten, die sich verängstigt in einem Kanal versteckt hatte.

Razvan, einer der Mitarbeiter, betäubte die Hündin gekonnt mit einem Blasrohr, damit das Tier in Ruhe aus dem Kanal befreit werden konnte, ohne weitere Verletzungen zu erleiden. Als die Narkose wirkte, zog Razvan die Hündin behutsam hervor. Das Bild, das sich den Mitarbeitern nun bot, ließ ihnen den Atem stocken. Ein dünnes Drahtseil hatte sich so tief in den Bauch eingeschnürt, dass es wie ein Wunder wirkte, dass die Hündin überhaupt noch am Leben war. Die tiefe Wunde war von Fliegenmaden übersäht, die sich bereits unter der Haut befanden und sich vom Fleisch der Hündin ernährten – sie also bei lebendigem Leib aufaßen.

Die Schmerzen mussten unvorstellbar gewesen sein!

Das Team legte die Hündin behutsam auf ein trockenes Handtuch und entfernte auf der Stelle einen Teil des Drahtes. Es war klar, dass sie nach der ersten Notversorgung umgehend zu einer Tierarztpraxis fahren mussten, denn nur dort konnte entschieden werden, ob und wie man der Hündin helfen konnte.
 

Hoffen und Bangen

In der Tierarztpraxis angekommen, wurde die Wunde unter Narkose rasiert und gereinigt, die Maden vom hilflosen Körper der mageren Hündin abgesammelt. Die Versorgung dauerte Stunden, doch schließlich erwachte die Hündin aus ihrer Narkose. Erstaunt blickte sie mit ihren schwarzen Augen in die Augen von Razvan – dem Menschen, der ihr das Leben gerettet hatte.
 
Foto aus der Praxis / reinigen der Wunden

Das Team erkannte, dass die Behandlung etliche Wochen dauern würde und die Hündin dauerhaft eine stationäre Versorgung benötigte. Also wurde beschlossen, sie in einer Klinik in Bukarest unterzubringen, wo sie sich vollständig von der entsetzlichen Erfahrung erholen und anschließend in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden konnte.

Nie wieder sollte sie Menschen zum Opfer fallen, die ihr solche Grausamkeiten antun. Das versprachen wir der kleinen schwarzen Hündin mit den wundervollen Augen.

Schon am nächsten Tag begann sie, selbstständig Nahrung aufzunehmen und ihr Zustand besserte sich von Tag zu Tag mehr. Diese tapfere Hündin hat einen starken Überlebenswillen, und wir sind uns sicher, sie wird es schaffen und von nun an ein wundervolles Leben führen. Ein Leben, das jeder Hund auf dieser Welt verdient hat.

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern gefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, haben wir gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen.

Mit einer mobilen Kastrationskampagne können wir jedes Jahr über 8.000 Tieren helfen. Mithilfe von Kastration und Registrierung sorgen wir für eine nachhaltige Populationskontrolle von Hunden und Katzen. Durch Spenden von Laufleinen und Nahrung und mit medizinischer Versorgung hilft unser Team Hunden, die auf der Straße leben, und jenen, die zwar ein Zuhause haben, aber im Freien gehalten werden. Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern. Wo immer Hilfe benötigt wird, helfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kräften.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.

Unsere Autoren

Jana Hoger

Jana Hoger ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. Mit viel Liebe und Herzblut leitet sie stellvertretend das Projekt PETA HELPS ROMANIA in Rumänien. Jana hat selbst viele Jahre in einer Tierarztpraxis gearbeitet und studiert derzeit Tierpsychologie. Am liebsten ist sie ganz nah bei den Tieren und arbeitet auch im Rahmen der Kastrationskampagne so oft wie möglich vor Ort. Ihr Motto: Für jedes Lebewesen, das gerettet wird, bedeutet diese Rettung die ganze Welt.