Mosbacher Hardhofsee: Helfen Sie uns, die Goldfische zu retten!

Der Hardhofsee im baden-württembergischen Mosbach ist von Goldfischen vereinnahmt. Seit mehreren Jahren vermehren sich die Tiere in dem Gewässer unkontrolliert und beeinträchtigen die Wasserqualität. Dadurch ist die Heimat der streng geschützten Kammmolche gefährdet. Der ansässige NABU hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung einen Plan entwickelt, den Hardhofsee wieder zu einem „wertvollen Lebensraum für viele Tiere zu machen“ – dafür sollen die Fische noch im September aus dem See geholt und getötet werden. [1]

500 bis 5.000 Goldfische suchen dringend ein Zuhause

Ein menschengemachtes Problem: Menschen kaufen Goldfische und setzen sie dann wieder aus. Seit längerer Zeit ist bekannt, dass sich gekaufte und wieder ausgesetzte Goldfische im Hardhofsee ausbreiten. Mit ihrem Nahrungsverhalten und großen Mengen an Ausscheidungen sollen die Fische dafür verantwortlich sein, dass das Gewässer kein geeigneter Lebensraum mehr für andere Tierarten ist. Vor allem der dort heimische streng geschützte Kammmolch soll von dem Problem betroffen sein, da die Goldfische die Eier des Kammmolchs essen.

Deshalb hat der NABU Mosbach, dem 11 von 16 Teilen des Sees gehören, im September 2021 eine in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Mosbach aufgestellte Strategie vorgestellt, um den See wieder zu einem wertvollen Lebensraum für viele Tiere zu machen. Der See soll noch im September abgepumpt werden, die Goldfische herausgekeschert und anschließend vom Fischereiverein betäubt und getötet werden, um als Nahrung für die Tiere im Heidelberger Zoo verwendet zu werden.

Helfen Sie uns, eine tierfreundliche Lösung zu finden

Wir von PETA Deutschland haben uns an die Stadt Mosbach sowie an den NABU Mosbach gewandt und gefordert, eine tierfreundliche Lösung für alle Tiere zu finden, die im Hardhofsee leben. Statt die Goldfische zu töten und Tieren im Zoo als Nahrung zu geben, könnten sie beispielsweise eingefangen und in ein neues Zuhause, etwa eine Auffangstation oder ein Tierheim, übergeben oder sterilisiert werden – oder einfach im See gelassen werden.

Die Umweltbeauftragte der Stadt ist sehr bemüht um eine tierfreundliche Lösung und hat uns zugesagt, auch mit einer Auffangstation und dem Tierheim zu sprechen. Tierfreundliche Bürger:innen haben bereits angekündigt, einige Goldfische zu adoptieren.

Vielleicht können Sie einigen Goldfischen ein dauerhaftes Zuhause schenken? Dann melden Sie sich bitte bei der Stadt Mosbach.

Goldfische sind tolle Tiere

Sie sind zwar nicht vom Aussterben bedroht, aber schützenswert sind sie wie alle Lebewesen dennoch: Goldfische sind sensible Lebewesen, die laut Studien und Beobachtungen „emotionales Fieber“ entwickeln. [2] Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur steigt, wenn die Wassertemperatur erhöht wird und physiologische Probleme auftreten. Goldfische sind soziale Tiere, die einander helfen, wenn Artgenossen verletzt sind, [3] und können sogar klassische Musikstücke voneinander unterscheiden. [4]

Fischhandel muss verboten werden

Fische sind keine Ware und daher muss ihr Verkauf beendet werden.

Ausgesetzte Tiere aus Biotopen herauszufischen und sie zu töten, ist weder tierfreundlich noch eine nachhaltige Lösung.

Ausgesetzte tierische Mitbewohner – so können Sie helfen

  • Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen tierischen Mitbewohner bei sich aufzunehmen – egal, ob Hund, Katze, Kaninchen, Hamster, Fische oder Reptilien –, überlegen Sie sich bitte im Voraus, ob Sie einem Tier ein dauerhaftes Zuhause bieten können und möchten. Bedenken Sie, dass viele Tiere sehr alt werden können und die Unterbringung zeit- und kostenintensiv ist.
  • Bitte kontaktieren Sie Tierheime und Auffangstationen, sollten Sie Ihrem Tier im Notfall kein liebevolles Zuhause mehr bieten können.
  • Nach dem Tierschutzgesetz ist es verboten, Tiere auszusetzen. Wenn sogenannte Haustiere ausgesetzt werden, leiden nicht nur die zurückgelassenen Tiere, sondern es besteht auch ein Risiko für die Umwelt und wild lebende Tiere.

Für jedes Tier, dem man ein Zuhause schenkt, trägt man die lebenslange Verantwortung. Wird ein Tier in der Natur ausgesetzt, besteht zudem die Gefahr, dass es in die Nahrungskette eingreift oder bereits vorhandene Arten verdrängt und daher im Auftrag von Behörden getötet wird.