Video: Prominente Tierrechtler reagieren auf Fakten über die Jagd

Jedes Jahr töten Jäger in Deutschland Millionen Tiere. Vor allem im Herbst und Winter sterben besonders viele Wildtiere durch die Jagd, denn in den kalten Monaten beginnt die Jagdsaison. Die deutsche Schauspielerin und Musikerin Linda Marlen Runge und der Kochbuchautor Alexander Flohr von „Hier kocht Alex“ reagieren auf Fakten über die Jagd. Die beiden Tierrechtler setzen sich für eine vegane Lebensweise ein.

Acht Fakten über die Jagd – so reagieren die prominenten Tierrechtler


Fakt #1

 Jäger töten jedes Jahr rund fünf Millionen Wildtiere – darunter Rehe, Wildschweine, Füchse und sogar bedrohte Arten wie den Feldhasen. [1] Außerdem werden jährlich nach Schätzung von PETA Deutschland etwa 200.000 Katzen und tausende Hunde in Deutschland von Jägern getötet: Je nach Region sind Hunde und Katzen für Jäger zum Abschuss freigegeben, wenn sie „wildern“ oder wenn Katzen eine gewisse Distanz vom letzten Wohnhaus entfernt sind.

Alex meint, dass diese Zahlen zeigen, dass ein Jäger anscheinend wahllos auf alles schießt, was ihm vor die Flinte läuft. „Ein Jäger sollte Katze oder Hund von Wolf und Fuchs unterscheiden können.“ Es könnte auch den eigenen tierischen Mitbewohner beim Spazieren im Wald treffen – und dann geht man plötzlich ohne ihn nach Hause.

Fakt #2

In Deutschland gibt es nur etwa 1.000 Berufsjäger, [2] denen mehr als 380.000 Hobbyjäger [3] gegenüberstehen.

Linda Marlen ist schockiert: „Über 380.000 Menschen in Deutschland bezeichnen Töten als ihr Hobby.“

Fakt #3

Bis zu zwei Drittel der Wildtiere sterben bei der Jagd nicht sofort: Mit starken Verletzungen wie zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten sie vor den Jägern und sterben erst nach einem stunden- oder sogar tagelangen Todeskampf. [4]

Alex reagiert entsetzt: „Dabei behaupten Jäger doch immer, dass der erste Schuss dazu führt, dass das Tier danach nichts mehr spürt – scheint komplett anders zu sein!“

Fakt #4

Die Jagd zerstört Familienverbände und Sozialstrukturen und sorgt dafür, dass sich die Tiere unkontrolliert und losgelöst von ihrem natürlichen Fortpflanzungsrhythmus vermehren. [5, 6] Eine intensive Bejagung führt also zum Anwachsen von Tierpopulationen – ohne die Jagd gäbe es somit weniger Wildtiere. [5, 6, 7]

Alex fasst zusammen: „Dass der Mensch meint, er muss eingreifen, ist totaler Unsinn: Die Natur kann das sehr gut alleine.“ „Wenn mir regelmäßig mein Kind weggeschossen würde, würde mir mein Instinkt auch sagen, dass ich mich vermehrt fortpflanzen muss, um meine Art zu erhalten“, meint Linda Marlen.

Fakt #5

Die Fuchsjagd soll zur Eindämmung von Tollwut beitragen und verhindern, dass Hunde, Katzen und vor allem Menschen vom Fuchsbandwurm befallen werden. Laut WHO ist Deutschland jedoch bereits seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut und die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung ist eine der seltensten Parasitosen Europas. [8]

Linda Marlen: „Ist ja nichts Neues.“ Alex ergänzt: „Sind ja Fakten, die die Jäger auch kennen. Jäger wollen anscheinend nur ihrem blutrünstigen Hobby nachgehen.“

Fakt #6

Durch die Fuchsjagd sollen bedrohte Arten wie Feldhasen und Rebhühner [9] geschützt werden – doch Jäger töten in Deutschland jährlich selbst etwa 190.000 Feldhasen und hunderte Rebhühner. [1]

Linda Marlen weist darauf hin, wie paradox das ist: „Merkste selber.“

Fakt #7

Totschlagfallen sind eine gängige Jagdmethode. In der Theorie sollen sie sofort töten, doch in der Praxis werden die Tiere stattdessen oftmals schwer verletzt: Besonders oft geraten Füchse, Waschbären, Marderhunde, Marder, aber auch Hunde und Katzen oder sogar geschützte Tiere aufgrund ausgelegter Lockstoffe mit ihren Pfoten oder Gesichtern in die Falle. Körperteile werden zerquetscht und die Tiere so verstümmelt, dass sie im schlimmsten Fall einen langsamen, qualvollen Tod sterben.

Linda Marlen erinnert diese Praktik an das Mittelalter: „Ich bin schockiert, dass es überhaupt noch eingesetzt wird – eigentlich sollten wir heute weiter sein.“

Fakt #8

In Lebendfallen leiden Tiere stundenlang voller Angst und Panik, bevor sie mit einem Kopfschuss hingerichtet werden. In der Zwischenzeit stehen die Tiere unter extremem Stress; bei verzweifelten Fluchtversuchen fügen Wildtiere sich häufig schwere Verletzungen zu – teilweise sterben die Tiere an Kreislaufversagen. Laut Gesetz müssen Lebendfallen je nach Bundesland ein- bis zweimal täglich kontrolliert werden, doch Verstöße bleiben meist unentdeckt.

Alex appelliert: „Wir Menschen sollten uns in die Situation hineinversetzen und uns fragen, wie wir uns fühlen würden, wenn wir oder unsere Kinder eingesperrt würden. Warum muss man jemandem Leid zufügen?“

Was Sie tun können