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Video: Krabben in Florida zerrissen und lebendig weggeworfen

Ende 2021 dokumentierten Augenzeug:innen, wie in den USA vor den Inseln der Florida Keys Krabben gefangen wurden. Dort werden die Tiere an die Key Fisheries verkauft – den größten Verkäufer von Steinkrabbenscheren des Bundesstaates. Die Augenzeug:innen beobachteten, wie Mitarbeitende der Fischereibetriebe lebendigen Steinkrabben die Scheren ausrissen und die verstümmelten Tiere dann zurück ins Wasser warfen. Viele der Krabben starben daraufhin aller Wahrscheinlichkeit nach an den Folgen ihrer Verletzungen oder verhungerten.

Die Key Fisheries beliefern Läden von Whole Foods und Winn-Dixie in Florida sowie das Restaurant Joe’s Stone Crab in Miami Beach.

Krabben in Florida leiden für ihre Scheren

Arbeiter:innen zogen die in Fallen gefangenen Steinkrabben aus dem Wasser und rissen ihnen die Scheren ab. Für die Tiere bedeutet das unsagbare Schmerzen. Dann wurden die verstümmelten Tiere wieder zurück ins Wasser geworfen. Teils rissen Mitarbeitende den sensiblen Krebstieren auch Beine aus, wenn sie sie in die Auffangbehälter warfen.

Obwohl längst klar ist, dass Krabben enorm leiden, wenn man ihnen die Scheren ausreißt, handelt es sich dabei um eine Standardpraktik der Industrie. Die Vorgaben in Florida besagen sogar, dass Krabben, denen die Scheren ausgerissen wurden, zurück ins Wasser geworfen werden müssen – angeblich soll das die Tiere regenerieren lassen. Dieses Wunschdenken ermöglicht es dem Bundesstaat, aus enormer Tierquälerei enorme Profite zu schlagen: Floridas Handel mit Steinkrabben umfasst 30 Millionen Dollar pro Jahr.

Steinkrabbe sitzt auf einem Stein
Das Fleisch der Scheren gilt bei einigen Menschen als „Delikatesse“.

Krabben fühlen und erinnern sich an Schmerzen

Krabben lernen schnell und merken sich Dinge, um nicht denselben Fehler zweimal zu machen. Die Forschung hat herausgefunden, dass Krabben nicht nur Schmerz empfinden, sondern sich an den Schmerz auch erinnern, um ähnlichen Situationen in Zukunft aus dem Weg zu gehen. Studien zeigen außerdem, dass Krabben positiv auf Schmerzmittel reagieren und versuchen, ihre Wunden zu versorgen. [1]

Unterschätzte Todesursache: Ausreißen der Scheren lässt Tiere ausbluten

Das Ausreißen der Scheren bedeutet für die Krabben nicht nur unvorstellbare Schmerzen – die meisten so verstümmelten Tiere sterben auch daran.

Eine mitarbeitende Person gab zu, ein bestimmtes Abbrechen der Scheren hätte zur Folge, dass die Tiere „ausbluten und sterben“. Die für die Regulierung der Steinkrabbenindustrie zuständige Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) fand heraus, dass im Schnitt bei 31 Prozent der Scheren Beweise dafür vorlagen, dass auch Muskeln aus dem Körper der Tiere gezogen wurden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die betroffenen Tiere verbluteten.

Auch eine Studie des Everglades National Park Service widmete sich diesem Thema. Sie kommt zu dem Schluss, dass rund die Hälfte aller Steinkrabben, denen die Scheren ausgerissen worden waren, innerhalb von 24 Stunden starben. [2] Eine weitere Studie fand heraus, dass 100 Prozent der Steinkrabben starben, die zuvor durch die Verstümmelung Wunden davongetragen hatten, die teils nur sieben Millimeter breit waren (also ca. die Größe eines Bleistiftradiergummis), und Stunden oder Tage lang gelitten hatten. [3]

Vermutlich werden Krabben auch dadurch getötet, dass man sie aus großer Höhe in die Heckwelle des Schiffes wirft.

Was passiert mit den überlebenden Krabben?

Die Arbeiter:innen brachen den meisten Krabben beide Scheren ab. Schon das Entfernen einer Schere beschränkt die Tiere in ihrer Fähigkeit, sich zu ernähren und zu verteidigen. So sterben viele Krabben einen qualvollen Tod, indem sie verhungern oder größeren Tieren zum Opfer fallen. Mit einer oder zwei fehlenden Scheren können Krabben auch nicht die Schalen von Austern und Muscheln – die einen wichtigen Bestandteil ihrer Ernährung darstellen – öffnen.

Der FWC zufolge dauert es, selbst wenn es Krabben schaffen, den Verlust ihrer Scheren und die Folgen zu überleben, bis zu drei Jahre, bis die Scheren auf 95 Prozent ihrer ursprünglichen Größe nachwachsen.

Die Einrichtung gibt zwar vor, dass nur Krabbenscheren einer bestimmten Größe entfernt werden dürfen; doch die Augenzeug:innen beobachteten, wie Scheren ausgerissen wurden, die zuvor nicht vermessen wurden.

Person haelt Krabbe in der Hand
Ohne Scheren sind die Krabben bei der Nahrungssuche und Verteidigung gegen andere Tiere eingeschränkt.

Haie, Kraken & Fische als „Beifang“ zerrissen und getötet

Insgesamt rissen Arbeiter:innen an nur einem Tag Krabbenscheren im Wert von rund 2.200 Dollar ab. Neben den verstümmelten Krabben wurden auch Hummer und andere Meerestiere gefangen. Genau wie Menschen tragen Hummer ihre Jungen über einen Zeitraum von neun Monaten aus. Den Tieren wurden bei lebendigem Leib die Schwänze ausgerissen, was mit extremen Schmerzen verbunden ist. Dann wurden sie zurück ins Wasser geworfen.

Auch ein Hai ging als sogenannter Beifang in eine Hummerfalle. Mitarbeitende schmetterten das Tier wiederholt gegen die Bootswandund schnitten ihm Fleischstücke aus dem Körper, um diese offenbar als Köder zu verwenden.

Auch Kraken gehörten zu den eingefangenen Tieren. Kraken sind hochintelligente Tiere, die Werkzeuge nutzen können und schon auf abenteuerliche Weise aus Aquarien flüchteten. Diese Tiere wurden in eine Kühlbox geworfen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu kochen und zu essen. Ein Arbeiter riss mehreren Kraken den sogenannten Mantel ab – darin befinden sich die drei Herzen (ein Hauptherz und zwei Kiemenherzen) sowie die inneren Organe, nicht jedoch das Gehirn. Durch das Abreißen wollte der Mann das Tier wohl töten. Ein Krake bewegte sich noch, nachdem man ihm den Mantel abgerissen und ihn in den Müll geworfen hatte.

Eine mitarbeitende Person schlug mit einem Hammer auf Fische ein, um sie zu töten. Ihr Fleisch sollte in den Fallen als Köder dienen. Andere Fische ließen die Arbeiter:innen einfach in den Fallen ersticken.

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  • Quellen

    [1] Elwood RW, Adams L. Electric shock causes physiological stress responses in shore crabs, consistent with prediction of pain. Biol Lett. 2015 Nov;11(11):20150800. doi: 10.1098/rsbl.2015.0800. PMID: 26559514; PMCID: PMC4685546.

    [2] Gandy, Ryan & Crowley, Claire & Chagaris, David & Crawford, Charles. (2016). The effect of temperature on release mortality of declawed Menippe mercenaria in the Florida stone crab fishery. Bulletin of Marine Science -Miami-. 92. 1-15. 10.5343/bms.2015.1036.

    [3] Duermit E, Kingsley-Smith PR, Wilber DH. 2015. The consequences of claw removal on stone crabs (Menippe mercenaria) and their ecological and fishery implications. N Am J Fish Manage. 35(5):895–905. http://dx.doi.org/10.1080/02755947.2015.1064836