Weitere Personen melden Missstände im Naturwildpark Granat

Update vom 17. Oktober 2022

Nach der Berichterstattung über die PETA-Strafanzeige gegen den Naturwildpark Granat wegen offenbar vernachlässigter Tiere haben sich drei weitere Augenzeug:innen an uns von PETA Deutschland gewandt. Die Augenzeug:innen berichten allesamt von ähnlichen oder weiteren Missständen zwischen Mai und Oktober 2022 in dem Tierpark:

  • Zwei Personen berichteten ebenfalls von den Schnabelhufen bei einem Mufflon.
  • Außerdem seien auch mehrere Tiere wie die gefangen gehaltenen Wölfe, ein Emu und ein Nerz verhaltensauffällig.
  • Ein Whistleblower gab an, die Vogelvoliere sei mangelhaft und einige der Vögel würden unter schlechtem Gesundheitszustand leiden. Das zeige sich beispielsweise durch Milbenbefall bei den Wellensittichen, Wachshautverfärbungen und fehlende Krallen.
Tierpark Granat Mufflon mit Schnabelhufe
Tierpark Granat Vogel in Voliere

Wir haben sämtliche weitere Hinweise an die Staatsanwaltschaft Essen nachgereicht. Sollten Sie ebenfalls Fälle von Tierquälerei in dem Park beobachtet und/oder dokumentiert haben, melden Sie uns diese bitte. Meiden Sie Besuche in Zoos und Tierparks, um solches Tierleid nicht zu unterstützen.

Originalartikel vom 10. Oktober 2022

Vernachlässigte und verletzte Tiere im Naturwildpark Granat

Ende September 2022 dokumentierte ein Besucher Fälle von Tierquälerei im Naturwildpark Granat in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen). Laut dem Augenzeugen waren mehrere Tiere verletzt und litten offenbar unter den Folgen von Vernachlässigung. Wir von PETA Deutschland haben Strafanzeige gegen den Betreiber des Tierparks erstattet.

Schnabelhufe: Mufflon leidet unter Schmerzen

Laut dem Augenzeugen litt ein Mufflon im Park unter sogenannten Schnabelhufen und konnte kaum noch laufen. Schnabelhufe entstehen durch eine Hufrehe, eine Entzündung der Huflederhaut. Das abnormale Wachstum der Hufe ist für betroffene Tiere sehr schmerzhaft und schränkt sie in der Bewegung stark ein.

Die Bilder von dem Mufflon legen nahe, dass das Tier seit mehreren Monaten unter der Erkrankung leidet und nicht behandelt wurde.

Naturpark Granat Mufflon mit Schnabelhufe

Weitere verletzte Tiere im Wildpark

Auch von weiteren vernachlässigten und verletzten Tieren wurde uns berichtet. So humpelte ein Schwein im Streichelzoo-Bereich.

„Einige Tiere im Naturwildpark Granat sind offenbar bereits seit Monaten vernachlässigt worden und müssen bereits unter starken Schmerzen gelitten haben. Wir hoffen, dass für den Betreiber nun Konsequenzen folgen. Wir bitten alle Menschen, Fälle von Tierquälerei immer umgehend zu melden und einen großen Bogen um Tierparks und Zoos zu machen, um solch traurige Tiergefängnisse nicht zu finanzieren.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

PETA zeigt Tierpark-Betreiber an

Wir haben die Missstände sofort beim zuständigen Veterinäramt Kreis Recklinghausen gemeldet und Strafanzeige gegen den Tierpark-Betreiber erstattet. Wir fordern die Veterinärbehörde auf, den Zustand aller im Park gehaltenen Tiere zu kontrollieren. Zudem sollen die Tiere in Auffangstationen und andere geeignete Einrichtungen überführt werden, wenn sich nach der Überprüfung die Situation nicht verbessert.

Was Sie tun können

Dies ist leider nicht der einzige Fall von schrecklichen Missständen und Tierleid, die in deutschen Zoos und Tierparks dokumentiert wurden. So wurden erst 2021 im Tierpark Wismar kranke und vernachlässigte Tiere und Gehege voller Kot, Blut und Knochen dokumentiert. Ein Privatzoo in Nauen wurde 2021 wegen schwerwiegender Mängel bei der medizinischen Versorgung der Tiere, der Hygiene und Verstößen gegen Vorgaben zum Tierschutz wie heruntergekommene Gehege aufgelöst. Und selbst bei „vorschriftsgemäßer“ Haltung entwickeln unzählige Tiere in Gefangenschaft Verhaltensstörungen und werden krank.

Bitte besuchen Sie daher niemals einen Zoo oder Tierpark, um das Leid, das den Tieren angetan wird, nicht zu unterstützen. Sollten Sie selbst einmal Zeug:in von Tierquälerei werden, melden Sie uns das bitte und helfen Sie den Tieren damit!