Update vom 20. März 2026
Aktuelle Fotos deuten erneut auf Vernachlässigung hin
Ende Februar 2026 erreichte uns bei PETA Deutschland eine Whistleblower-Meldung mit aktuellen Fotos, die ein Mufflon im Naturwildpark Granat mit überlang gewachsenen, sogenannten Schnabelhufen zeigen. Aufgrund von Fehlstellungen kann dies mit erheblichen Schmerzen für das Tier verbunden sein. Wir haben das Kreisveterinäramt Recklinghausen darüber verständigt und aufgefordert, die Tierhaltung umfassend zu überprüfen.
Bereits im Herbst 2025 wurde uns und der Veterinärbehörde durch einen Augenzeugen von einer ähnlichen Beobachtung berichtet. Wenn Tiere möglicherweise über Monate hinweg mit schmerzhaft überlangen Hufen leben müssen, ist das ein klares Zeichen für Vernachlässigung. Daher werden wir nun erneut Strafanzeige gegen die Wildpark-Verantwortlichen erstatten.
PETA hatte ähnliche Missstände bereits 2022 nach mehreren Meldungen von Augenzeug:innen beim zuständigen Veterinäramt im Kreis Recklinghausen angezeigt und Strafanzeige erstattet. Damals stellte die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren ein, nachdem die Behörde keine Verstöße festgestellt hatte.
Update vom März 2023: Trotz Augenzeugenberichten: Staatsanwaltschaft Essen stellt Verfahren gegen Betreiber des Parks ein
Im Jahr 2022 hatten wir nach einer Augenzeugenmeldung Strafanzeige gegen den Betreiber des Naturwildparks Granat erstattet. Damals berichteten Besucher:innen von verschiedenen Missständen in der Haltung der Tiere, darunter ein humpelndes Schwein im Streichelzoobereich. Fotos dokumentierten ein Mufflon mit stark deformierten Hufen. Das Bildmaterial legte unserer Einschätzung nach nahe, dass die Erkrankung des Tieres bereits mehrere Monate unbehandelt blieb. Laut Augenzeug:innen konnte das Mufflon kaum noch laufen.
Nach der medialen Berichterstattung über die von uns erstattete Strafanzeige wandten sich drei weitere Augenzeug:innen an uns und berichteten ebenfalls von verschiedenen tierquälerischen Missständen. Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren im März 2023 ein. Der Betreiber des Wildparks gab an, dass ein regelmäßiger Hufschnitt in Freigehegen normalerweise nicht erforderlich sei, da sich die Hufe durch natürliche Bewegung abnutzen würden. Das betroffene Tier habe erst mit zeitlicher Verzögerung eingefangen werden können, um einen Hufschnitt durchzuführen.
Wir kürten das Kreisveterinäramt Recklinghausen im Jahr 2022 als eine der fünf schlechtesten Veterinärbehörden Deutschlands, weil dieses nach Ansicht von PETA nicht konsequent gegen die Missstände vorging.
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Schnabelhufe und deren körperlichen Folgen
Bei der sogenannten Hufrehe, einer schmerzhaften Entzündung der Huflederhaut, können im chronischen Stadium sogenannte Schnabelhufe auftreten. Damit es nicht zu dieser krankhaften Veränderung kommt, müssen Tierhaltende regelmäßig die Klauen kontrollieren, kürzen und pflegen. Tiere, die lahmen, müssen tiermedizinisch versorgt werden. Bleibt diese Versorgung aus, ist das tierschutzwidrig.
Update vom 17. Oktober 2022
Nach der Berichterstattung über die PETA-Strafanzeige gegen den Naturwildpark Granat wegen offenbar vernachlässigter Tiere haben sich drei weitere Augenzeug:innen an uns von PETA Deutschland gewandt. Die Augenzeug:innen berichten allesamt von ähnlichen oder weiteren Missständen zwischen Mai und Oktober 2022 in dem Tierpark:
- Zwei Personen berichteten ebenfalls von den Schnabelhufen bei einem Mufflon.
- Außerdem seien auch mehrere Tiere wie die gefangen gehaltenen Wölfe, ein Emu und ein Nerz verhaltensauffällig.
- Ein Whistleblower gab an, die Vogelvoliere sei mangelhaft und einige der Vögel würden unter schlechtem Gesundheitszustand leiden. Das zeige sich beispielsweise durch Milbenbefall bei den Wellensittichen, Wachshautverfärbungen und fehlende Krallen.
Wir haben sämtliche weitere Hinweise an die Staatsanwaltschaft Essen nachgereicht. Sollten Sie ebenfalls Fälle von Tierquälerei in dem Park beobachtet und/oder dokumentiert haben, melden Sie uns diese bitte. Meiden Sie Besuche in Zoos und Tierparks, um solches Tierleid nicht zu unterstützen.
Originalartikel vom 10. Oktober 2022
Vernachlässigte und verletzte Tiere im Naturwildpark Granat
Ende September 2022 dokumentierte ein Besucher Fälle von Tierquälerei im Naturwildpark Granat in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen). Laut dem Augenzeugen waren mehrere Tiere verletzt und litten offenbar unter den Folgen von Vernachlässigung. Wir von PETA Deutschland haben Strafanzeige gegen den Betreiber des Tierparks erstattet.
Schnabelhufe: Mufflon leidet unter Schmerzen
Laut dem Augenzeugen litt ein Mufflon im Park unter sogenannten Schnabelhufen und konnte kaum noch laufen. Schnabelhufe entstehen durch eine Hufrehe, eine Entzündung der Huflederhaut. Das abnormale Wachstum der Hufe ist für betroffene Tiere sehr schmerzhaft und schränkt sie in der Bewegung stark ein.
Die Bilder von dem Mufflon legen nahe, dass das Tier seit mehreren Monaten unter der Erkrankung leidet und nicht behandelt wurde.

Weitere verletzte Tiere im Wildpark
Auch von weiteren vernachlässigten und verletzten Tieren wurde uns berichtet. So humpelte ein Schwein im Streichelzoo-Bereich.
„Einige Tiere im Naturwildpark Granat sind offenbar bereits seit Monaten vernachlässigt worden und müssen bereits unter starken Schmerzen gelitten haben. Wir hoffen, dass für den Betreiber nun Konsequenzen folgen. Wir bitten alle Menschen, Fälle von Tierquälerei immer umgehend zu melden und einen großen Bogen um Tierparks und Zoos zu machen, um solch traurige Tiergefängnisse nicht zu finanzieren.“
Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland
PETA zeigt Tierpark-Betreiber an
Wir haben die Missstände sofort beim zuständigen Veterinäramt Kreis Recklinghausen gemeldet und Strafanzeige gegen den Tierpark-Betreiber erstattet. Wir fordern die Veterinärbehörde auf, den Zustand aller im Park gehaltenen Tiere zu kontrollieren. Zudem sollen die Tiere in Auffangstationen und andere geeignete Einrichtungen überführt werden, wenn sich nach der Überprüfung die Situation nicht verbessert.
Was Sie tun können
Dies ist leider nicht der einzige Fall von schrecklichen Missständen und Tierleid, die in deutschen Zoos und Tierparks dokumentiert wurden. So wurden erst 2021 im Tierpark Wismar kranke und vernachlässigte Tiere und Gehege voller Kot, Blut und Knochen dokumentiert. Ein Privatzoo in Nauen wurde 2021 wegen schwerwiegender Mängel bei der medizinischen Versorgung der Tiere, der Hygiene und Verstößen gegen Vorgaben zum Tierschutz wie heruntergekommene Gehege aufgelöst. Und selbst bei „vorschriftsgemäßer“ Haltung entwickeln unzählige Tiere in Gefangenschaft Verhaltensstörungen und werden krank.
Bitte besuchen Sie daher niemals einen Zoo oder Tierpark, um das Leid, das den Tieren angetan wird, nicht zu unterstützen. Sollten Sie selbst einmal Zeug:in von Tierquälerei werden, melden Sie uns das bitte und helfen Sie den Tieren damit!