Erfolg: Zoo Wuppertal beendet tierquälerische Eisbärenhaltung

Mitte September 2021 kündigte der Grüne Zoo Wuppertal das endgültige Aus für die Eisbärenhaltung an – eine Entscheidung, die nach über 100 Jahren qualvoller Gefangenschaft der Tierart im Wuppertaler Zoo lange überfällig war. Die Zooverantwortlichen gaben schon 2014 zu, dass die Eisbärenanlage mangelhaft ist. [1] 2019 wurde schließlich bekannt gegeben, dass die Haltung daher auslaufen soll. [2]

So wurde im November 2020 zuerst der männliche Eisbär Luka an einen englischen Zoo übergeben, nun soll in wenigen Wochen auch die letzte verbliebene Eisbärin Anori in einen französischen Zoo umziehen. [3] Wir von PETA begrüßen diesen wichtigen Schritt und setzen uns dafür ein, dass die verbleibenden elf deutschen Zoos mit Eisbärenhaltung ebenfalls nachziehen.

Zoo Wuppertal beendet Eisbärenhaltung: Anori wird an französischen Zoo übergeben

Wie der Zoo Wuppertal bekannt gab, steht mit der Abgabe der 2012 im Grünen Zoo geborenen Eisbärin Anori an den französischen Zoo Mulhouse in wenigen Wochen nun das Ende der dortigen Eisbärenhaltung unmittelbar bevor.

In den vergangenen Jahren haben wir vor dem Zoo immer wieder Demos veranstaltet und die Zoo-Betreiber:innen wegen der mangelhaften Eisbärenhaltung mehrfach angezeigt. Der Zoo Wuppertal hat sich eigenen Angaben zufolge entschieden, die Eisbärenhaltung zu beenden, weil die für die Tiere vorgesehenen Anlagen den Bedürfnissen der Eisbären nicht gerecht werden und eine Modernisierung aus Kostengründen nicht möglich sei. Im französischen Zoo erwarten Anori zwei Innenbereiche und eine etwa 3.000 Quadratmeter große Freianlage mit zwei Wasserbecken, Grasflächen, Felsen, Baumstämmen und Schattenplätzen. [3] Das Gehege in Wuppertal umfasst dagegen nur 500 Quadratmeter. [1] Doch egal, wie vermeintlich „groß“ ein Eisbärengehege sein mag – selbst „verbesserte“ Haltungsbedingungen in Zoos können den Ansprüchen der Tiere an ihren Lebensraum nicht gerecht werden. Im Schnitt entspricht die Größe ihres Zoogeheges nur etwa einem Millionstel ihres Reviers in der Natur. [4] Um das Tierleid zu beenden, muss die Zucht von Eisbären in Gefangenschaft aufhören.

„Wir begrüßen das Ende der Wuppertaler Eisbärenhaltung sehr. In den vergangenen Jahren hatte PETA den Zoo aufgrund der extrem mangelhaften Haltungsbedingungen wiederholt angezeigt. Daher ist es nun höchste Zeit, dass auch Eisbärin Anori den Wuppertaler Zoo verlassen kann. Nun ist zu verhindern, dass weitere Generationen von Eisbären in die leidvolle Zoo-Gefangenschaft hineingeboren und als Besuchermagnete missbraucht werden.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Wir haben bereits 2011 Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen die Folgen der mangelhaften Haltungsbedingungen deutlich zu sehen sind: Sowohl Eisbär Lars als auch Eisbärin Vilma zeigten in Wuppertal ausgeprägte Verhaltensstörungen. Teilweise wurden die Tiere wegen der schweren Zwangsstörungen sogar mit Beruhigungsmitteln wie Diazepam behandelt, wie aus vom Zoo Wuppertal veröffentlichten Protokollen zur Gabe verschiedener Psychopharmaka hervorgeht. Daher ist es nun höchste Zeit, dass der Wuppertaler Zoo das 2019 angekündigte Ende der Eisbärenhaltung endlich umsetzt.

Eisbären leiden in Zoo-Gefangenschaft

Auch wenn Eisbärin Anori in Frankreich weiterhin in Gefangenschaft leben muss, so zumindest unter etwas weniger mangelhaften Bedingungen. Dennoch muss verhindert werden, dass weitere Generationen von Eisbären in die leidvolle Zoo-Gefangenschaft hineingeboren und als Unterhaltungsobjekte missbraucht werden. Daher appellieren wir an die Zooverantwortlichen, dass künftig Nachwuchs bei Anori verhindert wird – beispielsweise durch eine Kastration oder eine vertragliche Vereinbarung mit dem Zoo in Frankreich.

Für Eisbären ist es psychisch extrem belastend, zu einem Leben voller Entbehrungen in Gefangenschaft gezwungen zu sein. Sie entwickeln auffällige Verhaltensstörungen, erkennbar an sich ständig wiederholenden Bewegungsabläufen, weil sie sich unter den sehr eingeschränkten Platzverhältnissen in zoologischen Einrichtungen nicht artgemäß bewegen können. Laut einer von uns durchgeführten Studie 2008/2010 [5] und verschiedenen wissenschaftlichen Studien [6, 7] zeigt die große Mehrheit aller Eisbären in Zoos entsprechende Verhaltensstörungen. Auch die häufigen Transfers zu Zuchtzwecken zwischen den Zoos sind ein Stressfaktor für die Tiere. [6] Das Argument, Eisbären seien „Botschafter für den Artenschutz“, rechtfertigt nicht die Haltung in Zoos und das damit einhergehende Leiden. Auswilderungen von in Zoos geborenen Eisbären sind verhaltensbedingt nicht möglich. Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Zucht von Eisbären beendet wird und so die Haltungen in Zoos und Tierparks auslaufen.

So helfen Sie Eisbären und anderen Tieren in Zoos

  • Bitte besuchen Sie keine Zoos, Tierparks und andere Einrichtungen, in denen Tiere zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden.
  • Die Gefangenschaft in Zoos und ähnlichen Institutionen wird den natürlichen Bedürfnissen der eingesperrten Tiere nicht gerecht. Entscheiden Sie sich stattdessen für tierfreundliche Alternativen.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition, um das Leid der Eisbären in Zoos zu beenden.