Catch and Release – eine tödliche Angelmethode für Fische

Als Catch and Release wird eine Form des Angelns bezeichnet, bei der Fische gefangen und anschließend wieder freigelassen werden. Die qualvolle Angelmethode fügt vielen Fischen Verletzungen zu, etliche sterben sogar daran. In diesem Beitrag erfahren Sie, was wirklich hinter dem vermeintlichen „Spaß-Angeln“ Catch and Release steckt.

Catch and Release: Fische werden als Freizeitbeschäftigung gequält

Catch and Release kann in die Kategorie des sogenannten „Spaß- oder Wettbewerbsangelns“ eingeordnet werden. Bei dieser Methode wird meist gezielt auf große Fischarten wie Welse und Störe „Jagd gemacht“. Die Tiere werden mithilfe von Angelhaken gefangen, die sich in ihren Mund oder Rachen bohren. Dann werden sie aus dem Wasser an Land gezogen und dort meist mit einem Kescher eingefangen. Anschließend werden sie gemessen und gewogen. Oft lassen sich Teilnehmer derartiger Wettbewerbsveranstaltungen mit den gefangenen Tieren auf dem Arm fotografieren, um mit ihren „Trophäen“ zu prahlen. Für die Fische ist das fatal, denn während sie mit ihren Kiemen unter Wasser Sauerstoff filtern, können sie außerhalb des Wassers nicht atmen und beginnen, kläglich zu ersticken. Nach dem Messen, Wiegen und ggf. Posieren für Fotos werden die Fische beim Catch and Release wieder ins Wasser zurückgesetzt – traumatisiert, angeschlagen und verletzt.

Angler bezeichnen Catch and Release gerne als tierfreundliche Angelmethode, da die Fische nicht für den Verzehr getötet, sondern wieder zurückgesetzt würden. Aber Catch and Release ist alles andere als tierfreundlich: Es dient lediglich der Freizeitbeschäftigung von Menschen. Die dabei zu Schaden kommenden Fische werden ausschließlich zur persönlichen Unterhaltung missbraucht und gequält. Viele der ins Wasser zurückgeworfenen Tiere sterben kurz danach an den Folgen des Catch and Release. Tiere, die die Tortur überleben, tragen dauerhafte Narben davon, viele von ihnen werden wiederholt gefangen und wieder freigesetzt.

Laut einer in Nordamerika durchgeführten Studie starben 40 Prozent der gefangenen Fische infolge von Catch and Release. [1] Gründe dafür können die körperlichen Verletzungen im Zuge des Fangens und Zurücksetzens sein; aber auch Angriffe anderer Fische auf das verletzte und geschwächte Tier können tödlich enden. Gerne vergessen wird auch der Einfluss des Temperaturunterschieds zwischen Wasser und Land, der bei den Fischen große Schäden hervorrufen kann.

Fisch am Haken
Beim Catch and Release werden die Fische nach dem Fangen zwar wieder freigelassen, aber viele sind verletzt, sterben an den Verletzungen oder werden zur leichten Beute für andere Fische. 

PETA lehnt Tierversuche ab. Die oben genannten Studien zu Fischen sind jedoch bereits vorhanden und liefern den wissenschaftlichen Beweis, dass Fische Schmerzen empfinden. Dies muss publik gemacht werden, obwohl für den Nachweis Tiere leiden mussten – denn die Ergebnisse widerlegen die uralte und falsche Behauptung, Fische hätten kein Schmerzempfinden.

Angeln verursacht Schmerzen und Tierleid

Jeder Fisch, der am Haken hängt, leidet. Studien belegen, dass Fische auch in den Lippen Schmerzen empfinden. Im Rahmen eines Versuches wurde dazu Essigsäure in die Lippen von Forellen gespritzt. Die Tiere machten daraufhin ruckartige Bewegungen, rieben ihre Lippen am Beckenrand und am Kies und nahmen keine Nahrung mehr auf. Erst als sie Schmerzmittel erhielten, stellten sie diese Verhaltensweisen wieder ein. [2] Beim Catch and Release werden Fische gewaltsam aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen, was bei den Tieren immensen Stress auslöst. Angler berühren sie mit der Hand und beschädigen dabei oft ihre Schleimhäute und Schuppen. Das macht die Tiere anfällig für Pilzbefall, Infektionen, Bakterien und Parasiten.

„Spaß-Angeln“ verstößt gegen das Tierschutzgesetz

Sogenanntes Spaß-Angeln, wozu auch die Praktik des Catch and Release zählt, ist Tierquälerei und ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Methode ist in Deutschland weitgehend als rechtswidrig anerkannt. Laut Tierschutzgesetz muss „ein vernünftiger Grund“ für das Töten eines Wirbeltieres vorliegen. [3] Fische als Spielzeuge zu benutzen, gilt nicht als solcher.

kleiner Fisch in Hand
Es gibt keine ökologische Notwendigkeit für das Angeln, vielmehr stört es die Natur und bringt Gewässer aus dem Gleichgewicht.

Das Angeln und anschließende Zurücksetzen von Fischen dient keinem anderen Zweck als der Belustigung und Unterhaltung von Anglern. Außerdem ist es verboten, einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Und genau dies ist der Fall, wenn Fische an Angelhaken aufgespießt und in die Luft gezogen werden, wo sie nicht atmen können. Bereits 2011 entschied das Amtsgericht Lemgo in Nordrhein-Westfalen in einer Verfügung, dass Catch and Release eine strafbare Handlung ist. Seither gab es zahlreiche Verfügungen von Staatsanwaltschaften, die dies bekräftigten.

Fische sind nicht zu unserer Unterhaltung da

In Deutschland gilt es als selbstverständlich, Hunde und Katzen als geliebte tierische Mitbewohner zu beschützen und zu pflegen. Die Vorstellung, diese Tiere gewaltsam unter Wasser zu drücken und sie mit einem Stock auf den Kopf zu erschlagen, ist undenkbar. Dennoch behandeln wir Fische auf solche grausame Weise. Diese Widersprüchlichkeit entspricht einem speziesistischen Denkmuster, bei dem Menschen davon ausgehen, dass Fische weniger wert sind als andere Tiere und man ihnen daher weniger Respekt und Mitgefühl entgegenbringen muss.

Wir von PETA Deutschland fordern aus ethischen Gründen, dass Fische nicht länger als Spielzeuge oder Spaß-Objekte betrachtet werden, sondern als empfindungsfähige Lebewesen, die ein Recht auf Schutz und Unversehrtheit haben.

Wels unter Wasser
Jeder Fisch ist ein Individuum, was jeder erkennen kann, der Fische in der Natur oder in Dokumentarfilmen beobachtet.

Was Sie tun können

Ob Hobby-Angeln als vermeintliche Freizeitbeschäftigung, industrielle Fischerei oder Fischzucht für den Massenkonsum: Sie alle stehen für immense Tierquälerei und fügen Fischen großes Leid zu. Daneben ist der Verzehr von Fischfleisch für uns Menschen auch potenziell gesundheitsschädlich.

Bitte streichen Sie Fischfleisch von Ihrem Speiseplan und genießen Sie stattdessen die Fülle an köstlichen veganen Fischalternativen. Informieren Sie bitte auch Freunde, Bekannte und Verwandte über das große Leid der Fische beim Angeln.