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Europas größtes Affenversuchslabor in den Niederlanden

Nach Mandatsbeschluss müssen Tierversuche auslaufen und tierfreie Testmethoden entwickelt werden

Stand März 2016
Update: Das niederländische Parlament hat am 30.3.2016 beschlossen, die Arbeit des Biomedical Primate Research Centre (BPRC) auslaufen zu lassen. Dies ist eine wichtige Entscheidung für die Tierrechte: Affen sind keine Teströhrchen mit Schwanz, sondern intelligente Tiere. Das BPRC muss sich nun auf die Entwicklung humaner, tierfreier Methoden konzentrieren, während alle Tierversuche nach und nach auslaufen sollen.

Die Niederlande sind damit dank eines Mandats von Jasper van Dijk, Abgeordneter der Sozialistischen Partei (SP), einen Schritt näher am Ende kontroverser Tierversuche. In der Presseerklärung der SP ist Folgendes zu lesen:

Seit einigen Jahren stellen immer mehr Wissenschaftler den Nutzen von Tierversuchen in Frage. Dies hat Van Dijk dazu bewegt, Wissenschaftler zu ermutigen, nach und nach Pläne für das Auslaufen des Affenlabors aufzustellen und mit dem Einsatz von Alternativmethoden zu beginnen. Führende Forscher weisen darauf hin, dass sich die Anzahl von Tierversuchen wesentlich reduzieren ließe. Professor Huub Schellekens (der selbst Tierversuche durchführte und am BPRC angestellt war) erwartet keine größeren Probleme, sollte das Affenzentrum in einigen Jahren schließen. Ihm zufolge könnten 85 Prozent der Tierversuche nicht nachgebildet werden und seien deshalb wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen. Zudem sind 76 Prozent der Tierversuche nicht per Gesetz vorgeschrieben.

Van Dijk erklärt dazu: „Die Forschung zur Reduzierung von Affenversuchen wurde in der Vergangenheit von Befürwortern der tierischen Forschung oder dem BPRC selbst durchgeführt. Es ist nun an der Zeit, dass auch andere Wissenschaftler die Möglichkeit bekommen, Alternativen zu präsentieren.“ Die SP hat die Regierung zudem gebeten, die Anzahl der Tierversuche in den Niederlanden zu halbieren. „Der Markt bietet immer mehr Alternativen und doch ist die Anzahl der Tierversuche seit Jahren nicht zurückgegangen. Dies muss sich nun ändern. Wissenschaftler wie Merel Riskes-Hoitinga, Professorin für Tierkunde, sagen, eine Reduzierung der in Tierversuchen eingesetzten Tiere um 50 Prozent sei innerhalb von 10 Jahren plausibel.“

Natürlich hat es kein Tier verdient, in einen winzigen Käfig gesperrt und mit tödlichen Krankheiten infiziert zu werden. Je früher das Biomedical Primate Research Centre komplett schließt, desto besser.

 

Wussten Sie, dass sich Europas größtes Affenversuchslabor in den Niederlanden befindet?

Eine Dokumentation von VICE News konnte kürzlich aufdecken, dass Affen am Biomedical Primate Research Centre (BPRC) in Rijswijk fixiert, rasiert und unter Medikamenteneinfluss gesetzt wurden, damit „Wissenschaftler“ Versuche an ihnen durchführen können. Bei der Einrichtung handelt es sich um das größte Labor für Affenversuche in Europa. Ca. 1.300 Rhesusaffen und Seidenaffen sind dort eingesperrt. Jetzt rufen Amtsträger die Regierung dazu auf, das sinnlose Leid der Primaten nicht länger zu bezuschussen.

Hintergrundinformationen
Es ist nicht nur grausam, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht wirkungslos, unzuverlässig und somit eine Verschwendung von Geldern, Primaten in Versuchen zu quälen. Die Tiere werden in Metallkäfige eingesperrt, die kaum größer sind als sie selbst; sie werden mit Ketamin ruhiggestellt, und „Wissenschaftler“ injizieren ihnen schädliche und tödliche Krankheiten wie Denguefieber, HIV/AIDS, Malaria oder das West-Nil-Virus.

 
Eine kürzlich in einem angesehenen Medizinjournal veröffentlichte umfangreiche Analyse zu dem Thema kam zu folgendem Schluss: „Wenn die Forschung an Tieren auch weiterhin nicht in der Lage sein wird, verlässlich vorauszusagen, welche Reaktionen am Menschen zu erwarten sind, dann scheint die anhaltende öffentliche Unterstützung und Finanzierung vorklinischer Tierversuche unangebracht.“
 
Primaten sind extrem intelligente Tiere, die komplexe Beziehungen eingehen, ebenso viele Emotionen wie wir empfinden und die Fähigkeit besitzen, Schmerz und Leid ähnlich wie der Mensch wahrzunehmen. Daher überrascht es kaum, dass ca. 90 Prozent der Primaten im Versuchslabor durch Stress ausgelöstes abnormales Verhalten zeigen. Viele werden schier verrückt, wiegen ihren Körper immer wieder vor und zurück oder laufen in ihren Käfigen im Kreis. Einige beißen sich sogar selbst oder reißen sich die Haare aus.

Was Sie tun können

Wenn Sie noch mehr tun möchten, damit grausame Tierversuche abgeschafft werden können, kaufen Sie keine Produkte, für die Tiere gequält und getötet werden. Eine Zusammenstellung tierfreundlicher Kosmetik finden Sie hier.

Unterstützen Sie PETAs Arbeit für die Tiere mit einer dringend benötigten Spende.