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Iams: Grausame Experimente für Tiernahrung

PETA USA recherchierte undercover. Lesen Sie hier mehr über die traurigen Zustände beim Futtermittelgiganten Iams und den aktuellen Stand der Kampagne.

Stand Oktober 2013
Zwischen 2002 und 2003 führte PETA USA eine zehnmonatige Undercover-Recherche in einem US-amerikanischen Auftragslabor durch. Das „Sinclair Research Center“ arbeitete im Auftrag von Iams, einer Futtermarke, die ihre Produkte mit Bildern von fröhlich umhertollenden Hunden und Katzen bewirbt.

Was bei dieser Laborrecherche ans Licht kam, vermittelt allerdings ein ganz anderes, düsteres Bild:

Hunde litten unter massiven Verhaltensstörungen, weil sie Tag und Nacht in Stahlkäfigen oder Betonzellen eingesperrt waren.
  • Hunde, denen man Muskelstücke aus den Schenkeln geschnitten hatte, quetschten sich auf engstem Raum auf verdreckten und gesplitterten Fliesenböden.
  • Experimentatoren hatten Hunden die Stimmbänder durchtrennt, so dass ihr verzweifeltes Bellen stumm blieb.
  • Schwer kranke Hunde und Katzen wurden vernachlässigt und ohne tierärztliche Versorgung ihrem Leid überlassen.
  • Diese namenlose Iams-Hündin lebt in einem dunklen Gebäude ohne Tageslicht und Auslauf. © PETA USA
    Wie aus den Undercover-Videos hervorgeht, sahen Verantwortliche von Iams bei einem Rundgang, dass die Hunde in ihren Zellen ständig im Kreis rannten und unter der schwelenden Sommerhitze litten. Iams kannte also die Wahrheit über die Zustände in diesem Labor, unternahm aber nichts, um die leidenden Tiere zu schützen.
    Das US-Landwirtschaftsministerium untersuchte die Vorwürfe von PETA USA und wies dem Labor etwa 40 verschiedene Verstöße gegen das amerikanische Tierschutzgesetz nach. Unter anderem bestätigte sich, dass die Verantwortlichen kranken Tieren weder Schmerzmittel noch eine tierärztliche Versorgung zur Verfügung gestellt hatten, dass sie den Tieren nicht ausreichend Platz gewährt hatten und dass sie ihre Angestellten nicht vernünftig ausgebildet hatten. Das Sinclair Research Center musste daraufhin ein Bußgeld von 33.000 US-Dollar zahlen.
    Infolge intensiven öffentlichen Drucks von PETA und unseren Unterstützern auf der ganzen Welt willigte Iams schließlich ein, folgende signifikante Verbesserungen einzuführen:

    Iams beendete die Zusammenarbeit mit dem Sinclair Research Center.
  • Iams beendete alle invasiven und tödlichen Experimente an Hunden und Katzen.
  • Iams sagte zu, Geschmacksstudien in Zukunft nur noch bei Tieren in Privathaushalten durchzuführen.
  • Maxine wurden während der PETA-Recherche die Stimmbänder durchtrennt. Iams unternahm nichts dagegen, dass sie (und 18 andere Iams-Hunde) ihre Stimme verlor. © PETA USA
    Laut Iams leben mittlerweile etwa 70 % der Tiere, an denen Iams seine Produkte testet, mit Familienanschluss in Privathaushalten. Bei diesen tierfreundlichen Studien stellen Halter ihre tierischen Begleiter freiwillig zur Verfügung. Die Tiere bekommen in ihrem gewohnten Umfeld ein bestimmtes Futter und die Halter senden dem Labor Kot- und Urinproben, um die Qualität des Futters analysieren zu lassen. Diese Vorgehensweise funktioniert sehr gut und ist wissenschaftlich anerkannt.
    Dennoch hält Iams nach wie vor bis zu 700 Hunde und Katzen in seinem Labor in Dayton in Ohio, wo nicht-invasive Ernährungsstudien an den Tieren durchgeführt werden. Die Verantwortlichen behaupten zwar, dass dieses Labor den Tieren ein gutes Lebensumfeld bietet, sie lassen aber nicht zu, dass PETA-Mitarbeiter die Einrichtung besuchen, um sich selbst ein Bild machen zu können. Iams behauptet, manche Studien wären zu kompliziert, um sie im Rahmen der Test-Programme in Privathaushalten durchführen zu können, aber PETA fordert Iams auf, für diese Studien mit tierärztlichen Kliniken zusammenzuarbeiten, anstatt Tiere im Labor einzusperren. Tierkliniken haben regelmäßig Patienten, deren Erkrankungen unter anderem mithilfe spezieller Futtermittel gelindert werden können.
    Sally ist extrem schüchtern und versucht, sich in der hintersten Ecke ihres kahlen Stahlkäfigs zu verstecken. © PETA USA
    Darüber hinaus weigert sich Iams, invasive (also in den Körper eindringende) Experimente bei anderen Tieren als Hunden oder Katzen zu beenden. Für eine bestimmte Studie zahlte Iams der Purdue Universität fast 200.000 Dollar. In der zweijährigen Studie befestigten die Experimentatoren die Schwänze von lebenden Mäusen an der Decke ihres Käfigs, so dass ihre Hinterbeine in der Luft hingen. Dadurch sollte Muskelschwund ausgelöst werden. Als PETA gegen das grausame Experiment protestierte, wurde es abgebrochen.
    Letztlich hat Iams zwar Fortschritte gemacht, müsste aber als führendes Unternehmen in diesem Bereich eine deutlich klarere Botschaft senden: Kein Tier hat das Schicksal derer verdient, die nach wie vor in Iams Laboren verbleiben. Um sichere und gesunde Nahrung für Hunde und Katzen zu entwickeln, ist es unnötig, andere Hunde und Katzen zu quälen.

    Deswegen setzt PETA Iams weiterhin unter Druck und fordert das Unternehmen auf, invasive und tödliche Experimente an allen Tierarten zu stoppen und auch nicht länger zu finanzieren, sowie außerdem zu 100 % auf humane, nicht-invasive Studien in Privathaushalten umzusteigen, so wie es viele von Iams Konkurrenten bereits getan haben.

     

    Was Sie tun können

    Solange Iams diesen Bedingungen nicht zustimmt, bitten wir weiterhin alle mitfühlenden Verbraucher, Produkte der vielen anderen Unternehmen zu kaufen, die nicht an Tieren testen. Eine Liste mit solchen Herstellern finden Sie hier.