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Tierversuche: Alles, was Sie über Tierversuche wissen sollten

Wie wir Menschen empfinden auch Tiere Schmerzen und Angst. Wie wir haben sie das Bedürfnis nach Freiheit; den Instinkt, ihr Leben und das ihrer Nachkommen zu schützen und nicht in einem kleinen Käfig in einem Versuchslabor eingesperrt zu sein.

Alle 11 Sekunden stirbt ein Tier in einem deutschen Versuchslabor

Auf die gesamte EU bezogen, stirbt alle drei Sekunden ein Tier in einem Versuchslabor. In legalen Experimenten werden Tiere vergiftet und Futter-, Wasser- oder Schlafentzug ausgesetzt. Auf ihre Haut und in ihre Augen werden reizende Substanzen geträufelt, sie werden massivem psychischen Stress ausgesetzt und absichtlich mit Krankheiten infiziert. Ihr Gehirn wird vorsätzlich geschädigt, sie werden gelähmt, verstümmelt, verstrahlt, verbrannt, vergast, zwangsgefüttert, mit Stromschlägen gequält und getötet.

All dies erleiden jährlich 3 Millionen Tiere alleine in Deutschland

Tierversuche sind grausam und wissenschaftlich ungenau

Tierversuche verschwenden immense Summen öffentlicher Gelder, verzögern medizinischen Fortschritt und behindern unser Verständnis von menschlichen Krankheiten. Im Tierversuch werden künstlich hervorgerufene Symptome bei verschiedenen Tierarten behandelt, was jedoch über die komplexen menschlichen Krankheiten meist nichts aussagt.
 
Zahlreiche Studien zeigen, dass Tierversuche nicht dazu geeignet sind, menschliche Reaktionen auf Krankheiten oder Medikamente präzise vorauszusagen. 95 Prozent aller neuen Medikamente fallen in klinischen Studien am Menschen durch, nachdem sie in Tierversuchen als wirksam und sicher eingestuft wurden. [1]

In der Vergangenheit kamen immer wieder Medikamente auf den Markt, die im Tierversuch als gut und wirkungsvoll befunden wurden, beim Menschen aber eine andere Wirkung gezeigt haben.
Eines der bekanntesten Beispiele ist die Contergan-Skandal in den 1960er-Jahren. Damals kamen zwischen 5.000 und 10.000 Kinder mit fehlgebildeten Armen und Beinen zur Welt, nachdem ihre Mütter während der Schwangerschaft das Beruhigungs- und Schlafmittel Contergan eingenommen hatten. Da kurz nach Bekanntwerden des Skandals alle Dokumente vernichtet wurden, ist nicht mehr nachweisbar, welche Tierversuche genau durchgeführt wurden. Die spezifischen Missbildungen, die Thalidomid beim Menschen auslöst, können jedoch nur bei einzelnen Tierarten hervorgerufen werden. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Tests mit schwangeren Tieren die schädliche Wirkung vorausgesagt hätten. Contergan ist leider kein Einzelfall, denn bis heute kommt es immer wieder zu solchen Arzneimittelskandalen.

Tierfreie Methoden

Es ist längst überfällig, dass wir uns von Tierversuchen abwenden und tierfreien Methoden zuwenden, die für den Menschen aussagekräftige Ergebnisse hervorbringen. In vielen Bereichen sind diese tierfreien Testverfahren bereits erfolgreich im Einsatz. Doch leider erhalten vielversprechende weitere Methoden keine oder keine ausreichenden Fördergelder, um weiterentwickelt und etabliert zu werden. Während jedes Jahr Milliarden von Euro, die großteils aus Steuergeldern stammen, in Tierversuche fließen, werden tierfreie Methoden nur mit einem Bruchteil davon unterstützt. Trotzdem wird weiter an Tierversuchen festgehalten, weil sie in vielen Bereichen schlichtweg zur „Gewohnheit“ geworden sind. Außerdem steckt eine millionenschwere Industrie hinter der Zucht von Tieren für Labore.

Es ist an der Zeit, den Umstieg auf ethisch vertretbare, effiziente und innovative tierfreie Test- und Forschungsmethoden zu vollziehen. Nur so lassen sich zuverlässige und für den Menschen relevante Ergebnisse erzielen, ohne Tiere für unsere Zwecke zu missbrauchen.

Was Sie tun können

  • Helfen Sie den Tieren, indem Sie nur tierversuchsfreie Produkte kaufen. Einen Überblick erhalten Sie in unserer Liste tierversuchsfreier Kosmetik.
  • Wissenschaftler von PETA und ihren internationalen Partnerorganisationen haben eine Strategie entwickelt, um den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt voranzubringen und aus Tierversuchen auszusteigen: den Research Modernisation Deal. Unterstützen Sie unsere Strategie mit Ihrer Unterschrift!


[1] National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS). About NCATS. https://ncats.nih.gov/about. Aufgerufen: 23.04.2020.