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Universität Oldenburg: Tierversuche an Vögeln beenden!

Update vom 28. September 2022

Die Politik muss handeln: Labor-Neubau für 30 Millionen Euro geplant

Die Arbeitsgruppe Neurosensorik unter Prof. Henrik Mouritsen führt an der Universität Oldenburg nach wie vor Tierversuche zum Navigationsverhalten von Zugvögeln durch. Nun ist der Neubau eines Laborgebäudes mit einem Budget von derzeit geschätzten 30 Millionen Euro in Planung. [1] Es ist davon auszugehen, dass mit dem neuen Gebäude noch mehr Vögel für die Experimente gefangen gehalten und getötet werden.

Aktuell werden Mönchsgrasmücken für die Versuche missbraucht. Die Singvögel werden hierfür mit Netzen in freier Wildbahn gefangen und in beengten und kargen Käfigen gehalten. Eine Publikation aus diesem Jahr schildert, wie der Kopf der Vögel fixiert und der Schädel oder der Schnabel aufgeschnitten werden, um Substanzen zu injizieren. Nach Verhaltensexperimenten in verschiedenen Magnetfeldern werden die Tiere getötet, ihre Gehirne entnommen und in Scheiben geschnitten. [2]

Original-Artikel

Grausame Versuche mit Rotkehlchen und anderen Vögeln

Prof. Dr. Henrik Mouritsen von der Universität Oldenburg führt seit Jahren grausame Tierversuche durch, für die Rotkehlchen und andere Vögel gefangen und gequält werden.

Die Vögel werden ihrem natürlichen Lebensraum mit Netzen entrissen [2] und anschließend teilweise in fensterlosen Räumen oder kleinen Einzelkäfigen gehalten. In der Vergangenheit wurde im Rahmen der Versuche beispielsweise das Schädeldach der Tiere aufgeschnitten, um eine Substanz in ihr Hirn und/oder den Sehnerv zu injizieren. [3] In anderen Experimenten wurde der Gehörsinn durch das Entfernen der Gehörschnecke aus dem Innenohr der Tiere zerstört. [4] Bei einigen Vögeln wurden die Augen zugeklebt, sodass es ihnen unmöglich war, sich zu orientieren. [5, 6] Im Anschluss an diese Experimente werden die Vögel meist getötet, um ihre Gehirne für Untersuchungen nutzen zu können. Dabei sollen neue Erkenntnisse zum Navigationssinn der Vögel gewonnen werden.

Helfen Sie durch Ihre Unterschrift dabei, dass die grausamen Experimente des Professors ein Ende finden

Bitte appellieren Sie mit Ihrer Unterschrift an Prof. Dr. Mouritsen von der Universität Oldenburg, PETA zuzusichern, in Zukunft Tiere weder aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entnehmen, noch sie für seine Forschung zu töten. PETA fordert, dass Prof. Dr. Mouritsen stattdessen auf tierleidfreie Alternativmethoden zurückgreift.

Online-Petition

Bitte quälen und töten Sie in Zukunft keine Vögel mehr

 

Sehr geehrter Herr Professor Mouritsen,

im Rahmen Ihrer Forschung werden seit Jahren Vögel ihrem natürlichen Lebensraum entnommen, in Experimenten malträtiert und im Anschluss oft getötet, um Erkenntnisse über ihr Navigationsvermögen zu gewinnen.

Es ist ethisch nicht vertretbar, Tiere rein aus der Neugier der Grundlagenforschung heraus zu quälen und zu töten. Albert Schweitzer sagte einst: „Wer mit Tieren experimentiert, sollte sein Gewissen niemals damit beruhigen, dass diese Grausamkeiten einen lobenswerten Zweck hätten.“ Selbst wenn Ihre Erkenntnisse einen Beitrag zum Schutz der Vögel leisten sollten, muss man sich in der Konsequenz um ethisch vertretbare Methoden bemühen, wie beispielsweise reine Beobachtungen.

Ich appelliere hiermit an Sie, Tiere in Zukunft weder aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entnehmen, noch sie für Ihre Forschung zu töten, sondern stattdessen auf Alternativmethoden zurückzugreifen.

Vielen Dank!

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Ethisch nicht vertretbare Experimente

Die Forschungsarbeit von Prof. Dr. Mouritsen zielt darauf ab, neue Erkenntnisse über die Navigationsleistungen von Vögeln zu erhalten. Dabei soll zum Beispiel herausgefunden werden, wie sich Zugvögel genau orientieren oder welche Faktoren ihre Orientierung beeinflussen. Eine Studie konnte zeigen, dass Elektrosmog die Orientierung von Zugvögeln stört. Diese Ergebnisse, die unter Umständen dem Schutz der Vögel zugutekommen, sollen als Rechtfertigung für die Qual und den Tod der Tiere dienen. Allerdings ist es ethisch nicht vertretbar, die Vögel solchem Leid auszusetzen, auch wenn dadurch vielleicht Erkenntnisse zu ihrem Vorteil gefunden werden könnten. Wir appellieren daher an Prof. Dr. Mouritsen und die Universität, in Zukunft auf tierleidfreie, nicht-invasive Methoden, wie beispielsweise Studien im Freiland oder Computersimulationen, zurückzugreifen. Eine 2017 veröffentlichte Studie konnte mithilfe von Computersimulationen Erkenntnisse über die Funktionsweise der Langstreckennavigation von Tieren gewinnen. [7] An den derzeitigen Forschungsmethoden klebt Blut. Wir fordern das Ende der Experimente mit Tieren und eine Umverteilung der Gelder auf angewandten Natur- und Artenschutz im Sinne der Vögel.

Zuletzt wurden vor allem Rotkehlchen gefangen, malträtiert und getötet. Sie gehören in die Freiheit!

Finanzierung durch das US-Militär

Zu den Geldgebern für die Forschung von Prof. Mouritsen gehören unter anderem das US Air Force Office of Scientific Research (AFOSR) und die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums. Beispielsweise hat die DARPA zwischen 2010 und 2014 finanzielle Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro bereitgestellt. [8] Die Argumentation der Arbeitsgruppe, die Tierversuche dienten dem Natur- und Artenschutz, werden damit weiter untergraben. Dem Schutz wild lebender Vögel würde es fraglos am meisten zugutekommen, wenn Summen wie etwa die 30 Millionen Euro für den geplanten Neubau direkt in Natur- und Artenschutzprojekte investiert würden. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Versuche im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches finanziell stark.

PETAs Einsatz gegen die Vogelversuche

Wir von PETA Deutschland haben Prof. Dr. Mouritsen bereits 2018 kontaktiert, ihn um eine Stellungnahme gebeten und gefordert, dass er in Zukunft keine Tiere mehr fängt und tötet. Die Stellungnahme, die uns seitens der Universität Oldenburg übermittelt wurde, zeigte allerdings weder Einsicht noch ging sie auf unsere Forderung ein. Daraufhin haben wir im selben Jahr zusammen mit dem Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ über 34.000 Unterschriften an die Universität übergeben – verbunden mit der Forderung, diese Versuche zu beenden und auf tierfreie Forschungsmethoden umzusteigen.

Die Forschung von Prof. Dr. Mouritsen ist nur ein Beispiel von vielen Projekten, bei denen Tiere im Namen der Grundlagenforschung aus wissenschaftlicher Neugierde gequält und getötet werden. Es ist Zeit, dass solche Experimente durch eine moderne, tierfreie Wissenschaft ersetzt werden. Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren!

Was Sie tun können

  • Bitte unterstützen Sie unser Vorhaben und helfen Sie mit Ihrer Unterschrift dabei, dass in Zukunft keine weiteren Vögel mehr gefangen, gequält und getötet werden. Teilen Sie unsere Petition auch mit Ihren Freund:innen, denn nur gemeinsam können wir Veränderungen für die Tiere erwirken!
  • Wenden Sie sich höflich an Miriam Staudte ([email protected]), die Sprecherin für Tierschutz der Grünen in Niedersachsen und Stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Bitten Sie Frau Staudte, sich für die Umverteilung der Gelder in aktiven Vogelschutz und Forschung ohne Tierleid einzusetzen.
  • Quellen

    [1] Öffentliche Ausschreibungen Deutschland. Universität Oldenburg, Neubau Forschungsgebäude NAVISENSE Technische Ausrüstung gem. §§ 53 HOAI, ALG 1-6, 8 Referenznummer der Bekanntmachung: 0165. https://ausschreibungen-deutschland.de/946030_Universitaet_Oldenburg_Neubau_Forschungsgebaeude_NAVISENSE_Technische_Ausruestung_gem__53_2022_Bad_Iburg (eingesehen am 06.09.2022)

    [2] Haase K, Musielak I, Warmuth-Moles L, Leberecht B, Zolotareva A, Mouritsen H, Heyers D. In Search for the Avian Trigeminal Magnetic Sensor: Distribution of Peripheral and Central Terminals of Ophthalmic Sensory Neurons in the Night-Migratory Eurasian Blackcap (Sylvia atricapilla). Front Neuroanat. 2022 Mar 7;16:853401. doi: 10.3389/fnana.2022.853401. PMID: 35321391; PMCID: PMC8936129

    [3] Heyers D, Manns M, Luksch H, Güntürkün O, Mouritsen H (2007) A Visual Pathway Links Brain Structures Active during Magnetic Compass Orientation in Migratory Birds. PLoS ONE 2(9): e937, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0000937 (eingesehen am 06.09.2022)

    [4] Feenders G, Liedvogel M, Rivas M, Zapka M, Horita H, Hara E, et al. (2008) Molecular Mapping of Movement-Associated Areas in the Avian Brain: A Motor Theory for Vocal Learning Origin. PLoS ONE 3(3): e1768, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0001768 (eingesehen am 06.09.2022)

    [5] Mouritsen H, Feenders G, Liedvogel M, Wada K, Jarvis ED. Night-vision brain area in migratory songbirds. Proc Natl Acad Sci U S A. 2005 Jun 7;102(23):8339-44. doi: 10.1073/pnas.0409575102. Epub 2005 May 31. PMID: 15928090; PMCID: PMC1149410

    [6] Liedvogel M, Feenders G, Wada K, Troje NF, Jarvis ED, Mouritsen H. Lateralized activation of Cluster N in the brains of migratory songbirds. Eur J Neurosci. 2007 Feb;25(4):1166-73. doi: 10.1111/j.1460-9568.2007.05350.x. PMID: 17331212; PMCID: PMC2475547

    [7] Xiaokang Q, Dexin Y, Yongzhi S, Changzhi L, Lixin R. Simulations to True Animals’ Long-Distance Geomagnetic Navigation. IEEE Trans. Magn. 2017;53. doi: https://doi.org/10.1109/TMAG.2016.2600540 (eingesehen am 06.09.2022)

    [8] Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Sicherheitstechnische und militärische Forschungsprojekte an niedersächsischen Hochschulen seit 2000, https://www.mwk.niedersachsen.de/download/84318/Sicherheitstechnische_und_militaerische_Forschungsprojekte_an_niedersaechsischen_Hochschulen.pdf (eingesehen am 06.09.2022)