Seit Jahrzehnten missbraucht die Bundeswehr für „Forschungszwecke“ lebende Tiere – seit dem Jahr 2000 jedes Jahr durchschnittlich 400 Tiere – darunter verschiedenste Tierarten wie Ratten, Schafe oder Hunde.
Die Bundeswehr führt zudem ein bezahltes Projekt zusammen mit einem deutschen Unternehmen, das Kakerlaken für militärische Zwecke missbraucht. Ziel ist es, lebende Kakerlaken mit Miniatur-Elektronik auszustatten, um sie ferngesteuert wie Roboter in Kriegsgebiete zu schicken. Dafür wird den Tieren eine Elektroeinheit mit Kamera und Elektroden auf den Rücken montiert. Mit elektrischen Signalen sollen sie dann dazu gebracht werden, in Krisengebiete wie beispielsweise zerbombte Städte zu laufen. [1] Es gibt jedoch starke Hinweise darauf, dass Insekten ebenfalls Schmerz empfinden, weshalb solche elektrischen Impulse für sie durchaus schmerzhaft sein könnten. [2]
Für die Zukunft plant die Bundeswehr sogar noch mehr Projekte mit Tierversuchen [3] – und das, obwohl sich der Trend weltweit weg von Experimenten an Tieren entwickelt.
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Schweine in OP-Kursen der Bundeswehr verstümmelt
PETA fordert die Bundeswehr seit vielen Jahren dazu auf, ihre OP-Kurse an lebenden Schweinen zu beenden und stattdessen tierfreie Trainingsmethoden einzusetzen, die nicht nur effektiver und ökonomischer sind, sondern auch ethisch vertretbar. In den Kursen der Bundeswehr, auch Traumatraining genannt, werden Operationen von Kriegsverletzungen geübt, beispielsweise Verletzungen mit schweren Blutungen.
Diese Versuche müssen nicht zwingend an lebenden Tieren durchgeführt werden, denn es gibt längst realitätsnahe tierfreie Methoden, darunter etwa lebensechte Patient:innensimulatoren. Mit diesen Verfahren lassen sich Blutungen, Atembeschwerden, Medikamentenreaktionen und sogar der Tod eines Menschen realistisch nachstellen.

Weitere Opfer: Affen, Hunde, Meerschweinchen, Schafe und Pferde
Eine kleine Anfrage der Partei DIE LINKE hat 2021 ans Licht gebracht, dass die Bundeswehr nicht nur Schweine, sondern zahlreiche weitere Tiere in grausamen Experimenten ausbeutet. Wie die Ergebnisse der Anfrage aufzeigen, wurden Meerschweinchen und Ratten Nervenkampfstoffen ausgesetzt, genauer gesagt Nervengiften. Auch neun Krallenäffchen wurden in einem Versuch mit Nervenkampfstoffen gequält.
Um Nervenschädigungen oder Blutarmut zu simulieren, wurden Schweine schwer verletzt. Daneben wurden auch Mäuse, Ratten und Meerschweinchen zur „Übung chirurgischer Maßnahmen“ missbraucht. Bei Kaninchen wurde ein Knorpeltrauma verursacht, bei Mäusen wurden dem Gesichtsnerv traumatische Verletzungen zugefügt oder die Tiere wurden verstrahlt – die Liste der grausamen Versuche ist lang. Die traurige Bilanz der Opfer: 6.306 Mäuse und Ratten, 590 Meerschweinchen, 108 Kaninchen, 27 Affen, 144 Hunde, etwa 168 Schweine und 307 Schafe, Ziegen und Pferde. [4]
Tierversuche bei der Bundeswehr: Widerspruch zum Tierschutzgesetz?
Das Absurde daran: Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Waffen und Munition sind laut Tierschutzgesetz verboten. [5] Anscheinend zählen jedoch weder die Auswirkungen von Kampfstoffen noch die Folgen kriegstypischer Verletzungen dazu. Der Missbrauch von Schweinen, Mäusen, Ratten und Meerschweinchen in der chirurgischen Weiterbildung ist völlig unverständlich – denn tierfreie Methoden sind realitätsnäher und erzielen bessere Ergebnisse, so etwa Simulatoren menschlicher Patienten:innen.
Eine Studie von PETA USA und Expert:innen der militärmedizinischen Ausbildung ergab, dass in der militärischen und zugehörigen medizinischen Ausbildung in mehr als zwei Dritteln der NATO-Mitgliedsstaaten keine Tiere missbraucht werden. [6] Was in den meisten NATO-Staaten Standard ist, sollte auch in Deutschland umsetzbar sein!
Helfen Sie, Tierversuche bei der Bundeswehr zu stoppen!
Tiere sind keine „Versuchsobjekte“, sondern fühlende Lebewesen. Fordern Sie gemeinsam mit uns von PETA Deutschland, dass die Bundeswehr endlich auf moderne tierfreie Trainingsmethoden für ihre Chirurg:innen zurückgreift!
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Quellen
[1] Schuler M. Aufklärung auf sechs Beinen. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27.05.2026. Accessed on July 17, 2026. https://www.faz.net/premium/digitalwirtschaft/transformation/so-verwandelt-swarm-biotactics-lebende-kakerlaken-in-militaerische-sensoren-accg-200869972.html
[2] Crump A, Gibbons M, Barrett M, Birch J, Chittka L. Is it time for insect researchers to consider their subjects’ welfare? PLoS Biol. 2023;21(6). doi:10.1371/journal.pbio.3002138
[3] Sprothen V. Bundeswehr plant mehr Projekte mit Tierversuchen. Die Zeit. June 17, 2026. Accessed June 29, 2026. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-06/bundeswehr-ausbildung-tierversuche-gxe
[4] Deutscher Bundestag. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Alexander S. Neu, Hubertus Zdebel, Dr. Kirsten Tackmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 19/26074 – Tierversuche der Bundeswehr. February 25, 2021. Drucksache 19/27012. Accessed June 29, 2026.
[5] Bundesministerium der Justiz. Tierschutzgesetz. Bundesamt für Justiz; Updated December 20, 2022: § 7a (4) 1. Accessed June 29, 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html
[6] Gala SG, Goodman JR, Murphy MP, Balsam MJ. Use of animals by NATO countries in military medical training exercises: an international survey. Mil. Med. 2012;177(9):907-910. Accessed June 29, 2026. https://academic.oup.com/milmed/article/177/8/907/4283535Gala SG, Goodman JR, Murphy MP, Balsam MJ.