DRINGEND: Uns läuft die Zeit davon – Tierversuche in Europa beenden

Tierversuche: Definition, Bedeutung und Begriffe – alle Infos

Alle 11 Sekunden stirbt in einem europäischen Versuchslabor ein Tier. Um die grausamen Tierversuche zu verharmlosen und gegenüber der Öffentlichkeit in einem besseren Licht darzustellen, bedienen sich Experimentator:innen zahlreicher Euphemismen. Mit beschönigenden Worten, Begriffen und Definitionen umschreiben sie Tierversuche, um das Leid und die Qualen, welche Tiere im Labor tagtäglich ertragen müssen, auf sprachlicher Ebene zu verschleiern.

Definition Tierversuche: Was versteht man unter Tierversuchen?

Tierversuche sind laut Duden „wissenschaftliche Experimente an oder mit lebenden Tieren“. Im deutschen Tierschutzgesetz sind Tierversuche definiert als Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken an Tieren oder am Erbgut von Tieren, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere verbunden sein oder dazu führen können, dass Tiere geboren werden, die Schmerzen, Leiden oder Schäden erleiden. [1]

tierversuchesbegriffe
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Unter Tierversuche fallen auch Eingriffe und Behandlungen, die nicht unmittelbaren Versuchszwecken dienen. Dazu gehören:

  • Herstellung, Gewinnung, Aufbewahrung oder Vermehrung von Stoffen, Produkten oder Organismen
  • Entnahme von Organen und Gewebe, um daraus Zellkulturen anzulegen, sie zu transplantieren oder zu untersuchen
  • Verwendung zu vermeintlichen Aus-, Fort- und Weiterbildungszwecken

So verschleiert Sprache die Grausamkeit von Tierversuchen

Das folgende Beispiel zeigt, wie sprachliche Mittel, Begrifflichkeiten, Fachausdrücke und Fremdwörter im Kontext des Tierversuchs genutzt werden, um von dem massiven Tierleid in den Versuchen abzulenken.

„Unser Forschungspartner erhielt nach den Einheiten aus aversiven Reizen Enrichment. Es fiel auf, dass das Forschungstool thermische Verletzungen aufwies, was teilweise die Vokalisierungen und die Auswirkungen auf das Affiliationsverhalten des Probanden erklärt. Zwar war der Vorfall nicht gravierend genug, um Letalität zu verursachen, doch das Testsubjekt kann nach Abschluss der Einheiten aussortiert werden.“

Nachfolgend finden Sie die ungeschönte Version dieses Textes, der die realen Vorgänge widerspiegelt:

„Unser Opfer – ein Affe – erhielt für seinen völlig kahlen Käfig einen zerkratzten Spiegel, nachdem man ihm mehrfach Elektroschocks verabreicht hatte. Der Experimentator sah, dass das verängstigte Tier Verbrennungen hatte und wohl deshalb schrie und Trost bei einem Artgenossen suchte. Bei dem Vorfall wurde das Tier nicht getötet. Wir können den Affen aber töten und aufschneiden, sobald wir keine anderweitige Verwendung mehr für ihn haben.“

tierversuchesbegriffe
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Beispielbegriffe und ihre wahre Bedeutung

  • Abdominaldehntest: Bei diesem Versuch wird einem Tier ein Mittel in den Bauch oder Fuß injiziert, das Irritationen oder Schmerzen auslöst. Das Tier windet sich vor Schmerzen, und Experimentator:innen zählen, wie oft es sich windet.
  • Affektzustand: Emotionen oder Gefühle eines Tieres
  • Affiliationsverhalten: Verhalten, das Freundschaft zwischen Tieren zeigt
  • Aufgabe, Auslösung der Letalität, Aussortierung: Tötung
  • Aversive Reize, negative Verstärkung: wiederholte Gabe von Elektroschocks an den Füßen eines Tieres, Injektion einer Chemikalie, die Verbrennungen auslöst, oder anderweitiger Missbrauch
  • Binokulare/monokulare Deprivation, beidseitige/einseitige Lidvernähung: Zunähen beider Augenlider/eines Augenlids
  • Blumentopf-Technik: eine Technik, die in Schlafentzugsversuchen genutzt wird. Dabei wird eine Maus oder Ratte auf eine kleine Oberfläche gesetzt (z. B. einen umgedrehten Blumentopf), die sich in einem Wassereimer befindet. Wenn der REM-Schlaf einsetzt, kann das Tier ins Wasser fallen, sodass es stets in einem Vorstadium namens Non-REM-Schlaf bleibt.
  • Einzelkäfig: ein Käfig, in dem ein Tier alleine und isoliert gehalten wird
  • Enrichment: Gegenstände wie Plastikspielzeug, Spiegel oder Holzstücke mit eingebohrten Löchern, die Tieren zur Verfügung gestellt werden, die unter völlig reizarmen Bedingungen in einem Laborkäfig leben. (Laborkäfige sind klein und kahl. Tiere finden darin weder Gerüche noch Anblicke oder Geräusche eines natürlichen Umfelds. Damit wird den Tieren alles genommen, was ihr Leben lebenswert macht – einschließlich der Möglichkeit, irgendetwas in ihrem Leben selbst zu entscheiden.)
  • Entnahme: ein Tier einfangen
  • Ernte: Gewebe- oder Organentnahme an einem Tier
  • Euthanasiekammer: Käfig, in dem Tiere vergast werden
  • Exsanguination: Ausblutenlassen eines Tieres
  • Flüssigkeitsregulierung, Flüssigkeitsbegrenzung: Einem Tier werden Wasser und andere Flüssigkeiten vorenthalten, damit es dehydriert und an einem Experiment „mitwirkt“, um ein paar Tropfen als Belohnung zu bekommen.
  • Forced Swim Test, Erzwungener Schwimmtest: Beim Forced Swim Test wird ein Kleintier in einen Wasserbehälter gesetzt, aus dem es nicht entkommen kann. Das Tier schwimmt an den Wänden entlang, sucht unter Wasser nach einem Ausgang und strampelt, um den Kopf über Wasser zu halten. Irgendwann lässt es sich mitunter nur noch treiben.
  • Forschungspartner: Tiere, die für Versuche eingesperrt, gequält und getötet werden
  • Kinderstube: Käfig für Affenkinder, die von ihren Müttern getrennt wurden
  • Labortier, Versuchstier: Tier (Der Begriff „Versuchstier” impliziert, dass ein Tier nur für seinen Einsatz im Tierversuch existiert. Oft ist etwa von „Laborhunden“ die Rede – doch diese Tiere leiden unter der Gefangenschaft und den Experimenten genauso, wie die vierbeinigen Begleiter, mit denen wir unser Zuhause teilen, darunter leiden würden.)
  • Latenzzeit bis Konsum: Zeitspanne zwischen dem Nahrungsentzug eines Tieres und dem Zeitpunkt, an dem es wieder etwas zu essen bekommt
  • Nahrungsregulierung, Nahrungsbegrenzung: Einem Tier wird Nahrung vorenthalten.
  • Retroorbitalproben: Blutentnahme aus einem Gefäß hinter dem Auge eines Tieres
  • Social Defeat: Nutzung von Sozialkonflikten zwischen Artgenossen, um emotionalen und psychologischen Stress auszulösen. (Ein Forschungspapier beschreibt das Vorgehen so: „Social Defeat wird eingeleitet, indem ein männlicher Nager in den angestammten Käfig eines älteren, aggressiven, dominanten Männchens verbracht wird. … Der Eindringling wird schnell attackiert und für den restlichen Zeitraum der physikalischen Interaktion in die Unterwerfung gezwungen. Besteht keine Fluchtmöglichkeit, nimmt der Eindringling eine unterwürfige Rückenlage ein, stößt Laute aus, die seine Bedrängnis zum Ausdruck bringen, und zeigt Freezing-Verhalten.“ [2])
  • Subjekte, Modelle, Testobjekte, Forschungsobjekte, Produkte: Tiere, fühlende Lebewesen
  • Tail Flick-Test: In diesem Versuch wird ein intensiver Lichtstrahl auf den Schwanz eines Tieres gerichtet, oder dem Schwanz wird auf andere Weise Schmerz zugefügt. Dann wird gemessen, wie lange es dauert, bis das Tier seinen Schwanz bewegt.
  • Thermische Verletzung: Verbrühung oder Verbrennung
  • Tiere trainieren: Tieren wird Flüssigkeit vorenthalten, damit sie dehydrieren und die von ihnen geforderten Aufgaben erledigen, um ein paar Tropfen Wasser als Belohnung zu bekommen
  • Unterbringung: Gefangenschaft eines Tieres, oft in einem Käfig mit Metallgittern und ohne Möglichkeit, sein natürliches Verhalten auszuleben
  • Vokalisierung: Schmerz- bzw. Angstschreie
  • Zervikale Dislokation: einem Tier das Genick brechen

Stoppen Sie jetzt qualvolle Tierversuche

Werden Sie noch heute aktiv und helfen Sie all den Tieren, die auch in deutschen Tierversuchslaboren jeden Tag unvorstellbare Qualen erleiden. Unterschreiben Sie die Bürgerinitiative und sprechen Sie sich mit nur wenigen Klicks für ein endgültiges Ende von Tierversuchen für Kosmetik aus.