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Vegan ernähren und dabei noch Geld sparen

So kann sich jeder eine gesunde vegane Ernährung leisten

Stand Oktober 2012
Einige Menschen glauben immer noch, dass eine vegane Ernährung teuer sei, doch PETA zeigt auf, wie sich jeder eine gesunde vegane Ernährung leisten kann. Natürlich gibt es Haferdrinks für 3 Euro pro Liter, doch in vielen Discountern stehen pflanzliche Drinks, vegane Brotaufstriche und sogar Fleischersatzprodukte für den kleinen Geldbeutel in den Regalen. PETA stellt 10 Gründe vor, wie und warum die vegane Ernährung günstiger ist als eine Ernährung mit tierischen Produkten.

Die vegane Ernährungspyramide. Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrößerung!
1. Back to Basics – Kaufen Sie pflanzliche Grundnahrungsmittel ein
Wer überwiegend pflanzliche Grundnahrungsmittel einkauft, also Gemüse, Obst, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot, Linsen, Bohnen, Nüsse und Samen, kann viel Geld sparen. Diese gehören sowohl in Discountern als auch in Bio-Märkten zu den günstigsten Produkten, da sie fast ohne Vorverarbeitung auskommen. Wer beispielsweise Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln einkauft, wird wenig dafür bezahlen und eine große Mahlzeit für mehrere Personen zubereiten können. Eine Packung mit 500 g ungekochten Linsen liefert mehr als 1500 Kalorien und 120 g Eiweiß. Das ist die doppelte Menge an Energie und ungefähr genauso viel Eiweiß wie in einem Cordon bleu vom Schwein. Die Packung Linsen sättigt jedoch weitaus mehr Personen als das Cordon bleu – und ist wesentlich günstiger. Die Linsen kosten rund 1,70 Euro, das Cordon bleu 3,50 Euro.

2. Kochen Sie Ihre eigenen veganen Gerichte oder entwerfen Sie neue pflanzliche Brotaufstriche
Wer selbst mit pflanzlichen Zutaten kocht, weiß einerseits, welche Bestandteile in seinem Essen stecken und kann andererseits Geld sparen. Überlegen Sie sich einfach, wie viel Sie für dieses Essen im Restaurant oder für ein vergleichbares veganes Fertigprodukt bezahlen würden, und vergleichen Sie es mit den Kosten Ihres Einkaufs. Guacamole zum Beispiel ist ein leckerer Brotaufstrich, der in wenigen Minuten zubereitet ist. Einfach eine Avocado mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer pürieren – fertig. Sie können verschiedene Gemüsesorten ganz nach Ihrem Belieben mischen, pürieren und so Ihren ganz eigenen Brotaufstrich kreieren. Hier gibt es weitere vegane Rezepte zum Nachkochen.

3. Planen Sie Ihr Essen im Voraus
Wenn es beispielsweise montags Kartoffeln mit selbst angerührtem Soja-Zaziki (Sojajoghurt natur, Gurke, Knoblauch und Salz) und Salat gibt, können Sie am nächsten Tag aus den übrigen Kartoffeln ein Püree, Klöße oder eine Kartoffelsuppe zaubern. Benötigen Sie für ein Rezept nur 100 g Tofu, doch die Packung enthält 200 g, können Sie die doppelte Menge zubereiten und den Rest am nächsten Tag essen oder sich zum Beispiel Tofu-Rührei zum Frühstück zaubern. Der Vorteil der Verarbeitung größerer Mengen liegt zum einen darin, dass Sie am nächsten Tag noch etwas übrig haben oder einige Portionen einfrieren können. Großpackungen, wie bei Nudeln, Kartoffeln oder Linsen, werden häufig kiloweise berechnet und sind deutlich günstiger als Single-Packungen.

4. Kaufen Sie Produkte, die im Angebot und lange haltbar sind
Häufig lohnt es sich, die Prospekte durchzuschauen und zu vergleichen. Alle paar Wochen sind Sojadrinks oder andere Veggie-Produkte im Angebot. Da empfiehlt es sich, von seinen Lieblingsprodukten gleich mehrere in den Korb zu packen. Sie sparen zum Beispiel 4,80 Euro bei einem Sojadrink, der normalerweise 1,89 Euro kostet und für 1,49 Euro im Angebot ist, wenn Sie einen Karton mit 12 Litern kaufen. Auch bei Online-Vegan-Versandhäusern gibt es Sonderaktionen, Schnupperpakete und Rabatte, die sich lohnen. Insbesondere Trockenprodukte, wie Linsen, Bohnen, Sojagranulat oder Reis, sind sehr lange haltbar. Daher können Sie diese Lebensmittel in großen Mengen einkaufen und lagern.

5. Achten Sie auf wenig Verpackung und eine geringe Verarbeitungsstufe
Vergleichen Sie doch einmal die Preise pro 100 g eines Produktes. Sie werden sehen, dass ein Fertiggericht mit Reis und Gemüse oft um ein Vielfaches teurer ist als ungekochter Reis mit frischem Gemüse. Hier bezahlen Sie für die Verarbeitung und aufwändige, bunte Verpackung mit. Allein die Milchindustrie gibt jedes Jahr über 500 Millionen Euro für Marketingzwecke aus. Für Obst und Gemüse wird dagegen selten Werbung gemacht. Bei den Produkten ohne Verpackung, und das ist eben oft bei Gemüse und Obst der Fall, zahlen die Konsumenten keine zusätzlichen Werbeausgaben des Konzerns.

© Halina Zaremba/pixelio.de
6. Wählen Sie regionale und saisonale Produkte
Im Sommer wachsen in Deutschland Tomaten, Salat oder Gurken, während diese Lebensmittel im Winter meist aus spanischen Gewächshäusern stammen. Dies bedeutet lange Transportwege, die sich auf den Preis auswirken. Doch wer darauf achtet, Gemüse der Saison möglichst aus regionaler Erzeugung zu beziehen, profitiert davon. Saisonales Gemüse wächst im Überfluss, sodass die Preise für das Produkt sinken. Ist ein Produkt knapp oder nur mit viel Aufwand anzubauen und herzustellen, steigt auch der Preis. Vielleicht lohnt sich für Sie auch eine Gemüsekiste?

7. Weniger ist mehr
Vermeiden Sie Lebensmittelabfälle, wann immer es geht. Wer nur diejenigen Lebensmittel einkauft, die er wirklich braucht, nur das zubereitet, was er wirklich isst, und auch Reste vom Vortag noch integriert, spart bares Geld. Jedes Jahr landen im durchschnittlichen deutschen Haushalt Lebensmittel im Wert von 400 Euro im Müll – und zwar noch originalverpackt. (1)

Es ist davon auszugehen, dass mindestens ein Viertel der Lebensmittel, die auf dem Müll landen, tierischen Ursprungs sind.

8. Bauen Sie selbst Gemüse und Kräuter an
Sie haben einen Balkon oder einen kleinen Garten? Dann legen Sie los! Bauen Sie Ihr eigenes Gemüse an. Das enthält garantiert keine Pestizide und steht für feinste Bio-Qualität. Für Gärtner im Anfängerstadium sind pflegeleichte Kräuter wie Rosmarin oder Thymian zu empfehlen, auch Kürbisse oder Zucchini gedeihen prächtig und ohne viel Zeit- und Geldaufwand.

© Günter Havlena/pixelio.de
9. Werden Sie Stammkunde
Viele Gemüsebauern geben ihren Stammkunden zusätzliches Gemüse oder Obst gratis mit. Mit einem Einkauf beim Gemüse-Bauern aus der Region unterstützen Sie nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern werden bestimmt auch mal einen Sonderpreis oder etwas Gemüse am Ende des Tages erhalten, das nicht verkauft werden konnte.

10. Wer vegan lebt, bleibt vom Herzinfarkt verschont
Gesunde Menschen sparen die Praxisgebühr beim Arzt und müssen weniger Geld für Medikamente ausgeben. Rund ein Drittel der Gesundheitsausgaben sind auf ernährungsabhängige Krankheiten zurückzuführen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Krebsleiden, Herzerkrankungen, Diabetes und Übergewicht in direktem Zusammenhang mit dem Konsum tierischer Produkte stehen.

 

Was Sie tun können

Es gibt zahlreiche Gründe, die für eine vegane Ernährung sprechen. Erfahren Sie mehr über die gesundheitlichen Vorteile unter PETA/Gesundvegan.de.