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Eine Welt außer Reichweite – „Ketten- und Zwingerhunde“

Wenn wir die denkbar grausamste Strafe für einen Hund erfinden müssten, so wäre es wahrscheinlich die „Einzelhaft“ an der Kette oder in einem Zwinger. Hunde sind Rudeltiere und brauchen die Gesellschaft von anderen. Noch immer ist vielen Menschen nicht klar, wie viel es einem Hund bedeutet, wenn er gekrault wird, man mit ihm spielt und ihn als vollwertiges Familienmitglied mit ins Haus nimmt. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie handeln können, wenn Sie auf einen Hund an der Kette oder im Zwinger stoßen:

1. Versuchen Sie zuerst, mit den Haltern des Hundes ins Gespräch zu kommen. Machen Sie ihnen auf ruhige und höfliche Weise klar, dass ein Hund nicht alleine leben möchte, Kontakt zu Menschen und anderen Hunden und vor allem viel Bewegung und Zuwendung braucht. Vielleicht können Sie gemeinsame Spaziergänge mit Ihnen und Ihrem Hund anbieten?

2. Prüfen Sie, ob die Haltung des Hundes überhaupt zulässig ist. Es gibt in Deutschland die „Bundesverordnung zur Haltung von Hunden“, die unter anderem vorschreibt, wie die Haltung von Hunden im Freien aussehen muss, welche Art Hütte Vorschrift ist, um das Tier im Sommer vor Hitze, im Winter vor Kälte zu schützen, was bei einer Anbindehaltung nicht gestattet ist usw. Die rechtlichen Vorschriften zur Haltung von Hunden finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter http://www.bmelv.de/cln_163/SharedDocs/Rechtsgrundlagen/T/Tierschutz-HundeVO.html.

3. Worauf Sie auch achten sollten ist, ob der Hund ausreichend mit Nahrung und Wasser versorgt wird oder vielleicht krank ist. Im Sommer muss dem Hund sehr viel Flüssigkeit zur Verfügung stehen und vor allem ein kühles, schattiges Plätzchen! Sonst kann es schnell passieren, dass der Vierbeiner einen Hitzeschlag erleidet, was bis zum Tod führen kann. Im Winter kann das Trinkwasser schnell gefrieren. Hunden muss aber ständig Trinkwasser zur Verfügung stehen!

Wenn ein Hund gezwungen ist, zwischen seinen eigenen Ausscheidungen zu leben – was er im Normalfall niemals tun würde – kann es zu Fliegenbefall kommen. Fliegen können ihre Eier beispielsweise in den Ohren des Hundes ablegen, was dazu führen kann, dass Maden den Hund wortwörtlich anfressen!

Das Leben an der „Kette“ oder im Zwinger ist für einen Hund ein trauriges Leben. Er möchte rennen, schnuppern, spielen und kuscheln. Wenn Sie möglicherweise selbst darüber nachdenken, Ihren Hund so zu halten, verwerfen Sie diesen Gedanken bitte sofort wieder!
Wenn Sie Probleme mit dem Verhalten Ihres Hundes haben, dann kann das auch an Ihnen liegen, nicht nur an dem Tier – besuchen Sie bitte eine gute Hundeschule und bestrafen Sie Ihren tierischen Begleiter nicht für etwas, dass er nicht getan hat. Auch übermäßiges Bellen hat ernstzunehmende Hintergründe – mit einer „Abschiebung“ in den Zwinger erreichen Sie höchstens das Gegenteil. Suchen Sie nach den Hintergründen: dann steht einer spannenden und fröhlichen Zeit zu zweit nichts mehr im Weg!


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