Animal Times - 1. Ausgabe 2018

Liebe Animal Times-Leser,

wenn die Tage im Frühjahr langsam wärmer werden und es die Menschen verstärkt nach draußen zieht, beginnt für die Zoos die Hauptsaison. Was auf manche wie ein harmloser Freizeitspaß wirkt, bedeutet für die Tiere ein eintöniges Leben in Gefangenschaft ohne die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnisse auszuleben.

So ist zum Beispiel das Flugunfähigmachen verschiedener Vogelarten wie Flamingos in deutschen Zoos gängige Praxis. Um die Tiere auf den Freianlagen halten zu können, werden ihnen immer wieder die Federn beschnitten oder sogar die Flügelknochen teilamputiert. Die Prozeduren sind für die Vögel meist mit Stress und Schmerz verbunden. Zudem wird den Tieren so dauerhaft die Möglichkeit genommen, sich ihrer Art entsprechend fortzubewegen. Ende vergangenen Jahres haben wir deshalb Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen 20 deutsche Zoos und Tierparks erstattet, die meisten Verfahren laufen noch. Vor allem aber haben wir ein großes Medienecho ausgelöst und das Thema
publik gemacht.

Für eine Welle der Empörung hat auch der Skandal um den Zoo Hannover gesorgt, den wir 2017 ebenfalls angezeigt haben. Nachdem PETA Bilder veröffentlicht hatte, die zeigen, wie Babyelefanten mit Elefantenhaken malträtiert und mit Gewalt zu Kunststücken gezwungen wurden, entbrannte eine heftige öffentliche Diskussion. Skandalöserweise wurde das Verfahren gegen den Zoo eingestellt, obwohl der von der Staatsanwaltschaft berufene Sachverständige einen „übertriebenen und unangemessenen Einsatz des Elefantenhakens“
bestätigte. Weitere Gutachten, die darüber hinaus eindeutig besagten, dass die Tiere „erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden erlitten“, wurden nicht berücksichtigt. Dennoch zeigte unsere Kampagne Wirkung: Der Zoo Hannover konnte im vergangenen Jahr deutlich weniger Besucher als erwartet verzeichnen und musste sogar auf Rücklagen zurückgreifen.

Ich appelliere auch an Sie: Bitte besuchen Sie keine Zoos, unterstützen Sie das Leid der Tiere nicht! Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten und entscheiden Sie sich für tierfreundliche Freizeitaktivitäten.

Zum Glück erkennen immer mehr Menschen, dass Tiere nicht dazu da sind, uns zu unterhalten. Bereits 26 europäische Länder verbieten bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus. Leider zeigt sich Deutschland wenig fortschrittlich – ein allgemeines Wildtierverbot wird noch immer von der CDU/CSU blockiert. Lesen Sie dazu unseren Bericht auf Seite 3.

In dieser Ausgabe möchten wir Ihren Blick außerdem auf das Leid der Hühner in der Eierindustrie lenken (S. 4 und 5). Eier aus schlimmsten Haltungsbedingungen wandern noch immer – verarbeitet in Nudeln, Soßen oder Gebäck – in großer Zahl in deutsche Haushalte.

PETA liegen schockierende Aufnahmen aus Zulieferbetrieben der großen Nudelmarken Birkel und 3 Glocken vor. Im Rahmen unserer Kampagne Mach dich eifrei! haben wir die Unternehmen über die unhaltbaren und für die Branche repräsentativen Zustände informiert und nachdrücklich darum gebeten, ab sofort auf eifreie Produkte zu setzen. Greifen auch Sie zu leckeren veganen Lebensmitteln – auf PETA.de/eifrei finden Sie tolle Tipps.

Für alle Tiere,

Harald Ullmann

Vorstand
PETA Deutschland e.V.

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