Animal Times - 3. Ausgabe 2018

Liebe Leserinnen und Leser der Animal Times,

wir blicken auf ein bewegtes Jahr zurück, in dem wir vieles für die Tiere erreichen konnten. Im Rahmen unserer „Mach dich eifrei“-Kampagne haben wir aufgedeckt, dass Eier, die unter anderem in Nudeln der Marken Birkel und 3 Glocken verarbeitet werden, von kranken und leidenden Hühnern stammen. Volkswagen hat uns nach dem Skandal um die Abgastests an Affen, dem zahlreiche PETA-Proteste folgten, schriftlich bestätigt, dass das Unternehmen künftig „keine Tierversuche mehr durchführen wird, sofern keine zwingenden – zum Beispiel gesetzliche – Gründe diese erforderlich machen“. Unsere Kampagne gegen die Elefantenquälerei im Zoo Hannover hat dazu beigetragen, dass der Zoo einen Besucherschwund sowie finanzielle Einbußen hinnehmen musste. Nach der Enthüllung der grausamen Zustände in der Mohairindustrie durch PETA Asia haben zahlreiche Unternehmen zugesagt, keine Kleidungsstücke mit dem Fell der Angoraziegen mehr zu verkaufen (lesen Sie hierzu den Bericht auf Seite 3). Mit unserem technisch aufwändigen Virtual-Reality-Projekt „Eye to Eye“ haben wir die Lebenswirklichkeit der Tiere auf eine ganz neue Art erfahrbar gemacht. Und nach einer Kampagne von PETA UK mit Unterstützung von PETA Deutschland hat das große Reiseunternehmen Thomas Cook angekündigt, keine Eintrittskarten mehr für SeaWorld, Loro Parque und alle anderen Parks, die Orcas zu Unterhaltungszwecken einsperren, verkaufen zu wollen – ein bahnbrechender Sieg!
 
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Erfolge, die wir letztes Jahr erzielen konnten – und über die sich nicht jeder gefreut hat. Insbesondere Vertreter der Agrarlobby sowie mit dieser verquickte Entscheidungsträger aus der Politik sind daran interessiert, Missstände zu verschleiern. So haben CDU und FDP in diesem Jahr härtere Bestrafungen für Aktivisten gefordert, die für Undercover-Aufnahmen heimlich landwirtschaftliche Betriebe betreten. Außerdem sprachen sie sich dafür aus, dass Organisationen wie PETA, die entsprechendes Material zwar nicht erstellen, aber veröffentlichen, der Status der Gemeinnützigkeit entzogen wird. Und all dies, obwohl behördliche Tierschutzkontrollen ganz offensichtlich nicht annähernd ausreichen und immer wieder erst durch Tierrechtler Fälle von eklatanten Missständen öffentlich gemacht werden.

Dass die genannten Forderungen keineswegs den Willen der Bevölkerung repräsentieren, zeigt eine Emnid-Umfrage vom Juni 2018: Über 80 Prozent der Deutschen befürworten Undercover-Recherchen durch Tierschutzorganisationen. Ein Meilenstein für die Tierrechtsbewegung war außerdem das Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg, das Aktivisten, die Aufnahmen von Tierschutzverstößen in einer Schweinemastanlage gemacht hatten, vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freisprach. Das Gericht kritisierte zudem scharf, dass couragierte Menschen, die infolge behördlicher Ignoranz ganz erhebliche Missstände an die Öffentlichkeit gebracht haben, auf der Anklagebank sitzen müssen.
 
Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden weiter alles dafür tun, die Ausbeutung und den Missbrauch von Tieren zu beenden. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie unsere Arbeit mit Ihrer Unterstützung möglich machen, und wünsche Ihnen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit!

Für alle Tiere,

Harald Ullmann

Vorstand
PETA Deutschland e.V.