PETAs Animal Times – Die Zeitschrift für engagierte Tierfreunde – 1. Ausgabe 2020

animnal times
Liebe Leserinnen und Leser der Animal Times,

ob beim Waldspaziergang, im eigenen Garten oder auf dem Balkon: Mit Beginn der warmen Jahreszeit begegnen uns überall heimische Wildtiere. Vögel singen, Schmetterlinge flattern durch die Luft und Rehkitze machen ihre ersten, unsicheren Schritte. Auch die kleinste Biene verfügt über erstaunliche Fähigkeiten, hat eine eigene Erlebniswelt und ist unverzichtbar für unser Ökosystem. Trotzdem gibt es Menschen, die der fehlgeleiteten speziesistischen Denkweise anhängen, der zufolge dem Menschen ein höherer Status zukommt und seine Interessen wichtiger sind als die der anderen Tiere. Aber Empathie, Respekt und Rücksichtnahme dürfen nicht an der Speziesgrenze enden. Lassen Sie uns das Zusammenleben mit den Tieren, mit denen wir unseren
Lebensraum teilen, entsprechend bewusst gestalten.
 
Eine schöne Möglichkeit, etwas für Wildtiere zu tun, ist die tierfreundliche Gestaltung des eigenen Balkons und Gartens. Pflanzen Sie Wildblumen an – im Gegensatz zu Zierpflanzen, die arm an Pollen sind, bieten sie Insekten reichlich Nahrung. Vogeltränken werden für ein kühles Bad oder zur Wasserversorgung von vielen Tieren gern genutzt. Selbstgebaute oder fertig gekaufte Nistkästen und Insektenhotels stellen einen guten Unterschlupf dar. Bieten Sie den Tieren in Ihrem Garten ein Refugium, indem Sie Büsche und Sträucher nicht unnötig stutzen. Benutzen Sie keine Mähroboter und Motorsensen, denn diese nehmen Wildtieren nicht nur den Lebensraum, sondern verletzen oder töten sie auch häufig. Insbesondere Igel, die sich bei Bedrohung zusammenrollen, sind in Gefahr.
 
Der Sommer ist die Zeit der Tierkinder. Sollten Sie scheinbar hilflose und alleingelassene Jungtiere, wie Rehe, Feldhasen oder Vögel finden, gilt es, ganz genau hinzuschauen: Häufig stehen die Tiere in Wirklichkeit unter ständiger Beobachtung ihrer Eltern. Vermeiden Sie unnötigen Kontakt und versuchen Sie, die Situation einzuschätzen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Hilfe nötig ist, informieren Sie sich bei
einer Wildtierauffangstation oder einem auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt oder Tierheim. Befinden sich Tiere in einer akuten Gefahrensituation, sollten Sie sie natürlich schnellstmöglich in Sicherheit bringen – der örtliche Tiernotdienst oder die Feuerwehr helfen Ihnen weiter. Vergessen Sie nicht, auch den Fundort anzugeben, sodass die Tiere nach ihrer Genesung bestenfalls dort wieder freigelassen werden können. Noch ein Tipp: Installieren Sie doch mal eine Wildkamera und schauen Sie sich an, wer in der Nacht Ihren
Garten besucht. In der Natur hat jedes Lebewesen seinen berechtigten Platz – erfreuen Sie sich daran!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer!

Für alle Tiere,

Harald Ullmann

Vorstand
PETA Deutschland e.V.