Bis 31. Oktober​: Spende gegen Tierversuche verdoppeln lassen​

PETAs weltweite Erfolge im Kampf gegen Tierversuche

Weltweit werden jährlich weit mehr als 100 Millionen Lebewesen in Tierversuchen missbraucht, gequält und getötet. [1, 2] Dabei sind diese Versuche nicht nur grausam, sondern können auch Risiken für den Menschen bergen. Wir von PETA Deutschland setzen uns zusammen mit unseren internationalen Partnerorganisationen weltweit für den Ausstieg aus Tierversuchen und den Einsatz tierfreier Forschungsmethoden ein. Hier sind einige der Erfolge, die wir bereits für die Tiere erreichen konnten.

Weniger Tierversuche in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden Tiere in sinnlosen Tierversuchen missbraucht. Ratten und Mäuse werden in Schläuchen gefangen gehalten, an ihren Schwänzen aufgehängt oder gezwungen, bis zur Erschöpfung auf Laufbändern zu rennen. Sie werden zwangsernährt und ausgehungert. Einigen Tieren werden Chemikalien, Drogen, Alkohol und Krebszellen injiziert.

Insgesamt hat PETA USA zusammen mit uns von PETA Deutschland und den anderen Partnerorganisationen weltweit bereits 150 Lebensmittel- und Getränkeunternehmen überzeugt, Tierschutz in ihrer Firmenpolitik so festzuschreiben, dass künftig keine Tierversuche (mehr) durchgeführt, beauftragt oder finanziert werden, darunter:

  • Coca-Cola
  • PepsiCo
  • Barry Callebaut
  • Lindt
  • Barilla
  • Lipton
  • Kellogg‘s

Internationale Kosmetikkonzerne und -marken werden tierversuchsfrei

Die Zahl der weltweiten Kosmetikfirmen auf PETAs offizieller Tierversuchsfreiliste nimmt ständig zu. So haben Marken wie Catrice, Essence und Sante bereits vor Jahren zugesichert, keine Tierversuche durchzuführen und laufend kommen neue Marken hinzu, darunter:

  • Dove
  • Herbal Essences
  • Alterra
  • Aussie
  • Avon Products

Weniger Tierversuche in der Ausbildung

In vielen Universitäten und Kliniken werden Studierende und Ärzt:innen an Tieren ausgebildet. Inzwischen verabschieden sich jedoch immer mehr Einrichtungen von diesen veralteten Praktiken und setzen auf moderne und tierfreie Alternativen. Hier einige der Erfolge in diesem Bereich:

  • Keine chirurgischen Übungen an Schweinen mehr

    Nachdem wir eine Petition an das akademische Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg „St. Elisabeth und St. Barbara“ überreichten und nach zahlreichen freundlichen Gesprächen und einem regen Austausch zum Thema Alternativen, kommen seit 2018 weder lebende noch tote Tiere, sondern nur noch tierfreie Alternativen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Live-Demonstrationen von Untersuchungen sowie die praktische Übung an anatomischen Präparaten ohne tierische Bestandteile. Zuvor konnten bereits praktizierende Ärzt:innen und Assistenzpersonal in einem Thorakoskopiekurs an narkotisierten Schweinen operieren – für die Schweine enden die Eingriffe am Brustkorb tödlich.

  • Bezirksregierung verbietet US-Armee Übung an Schweinen

    2010 stellte ein Medizindienstleister im Auftrag der US-Armee einen Genehmigungsantrag für extrem grausame Tierversuche – sogenanntes „combat trauma training“ – im oberpfälzischen Grafenwöhr: Auf dem Truppenübungsplatz sollten lebenden Schweinen unter Narkose schwere Stich- und Schnittverletzungen zur Simulation von Kriegsverbrechen zugefügt werden. An den wehrlosen Tieren sollten anschließend Soldat:innen und Sanitäter:innen die Wundversorgung üben; danach sollten die Schweine eingeschläfert werden.

    Als das Vorhaben der US-Armee bekannt wurde, kam es zu massiven Protesten von Tierschützer:innen. Zusammen mit PETA USA wandten wir uns damals an die zuständige Regierungsbehörde, um eine Ablehnung des Genehmigungsantrags zu erwirken. Dazu wurden detaillierte Vorschläge zu tierfreien Ausbildungsmöglichkeiten eingereicht, die sich bereits im Einsatz bewähren konnten. Die Bundeswehr erklärte damals auf Nachfrage, dass sie ausschließlich tierfreie Methoden zur Ausbildung von Soldat:innen und Sanitäter:innen einsetze. Diese Information leiteten wir ebenfalls an die Bezirksregierung sowie an die US-amerikanischen Streitkräfte weiter. Nach wenigen Tagen zog dann jedoch der Medizindienstleister den Antrag zurück – offenbar aufgrund der heftigen Kritik und der öffentlichen Diskussion. Doch wie später bekannt wurde, stellte die US-Armee nur wenige Wochen später erneut einen Antrag über einen anderen Dienstleister, der nach sorgfältiger Prüfung von der Behörde ebenfalls abgelehnt wurde.

  • Niederländische Uni bewahrt Säugetiere vor Wasserfallen

    Die Aeres University of Applied Sciences in den Niederlanden beendete 2021 eine grausame Praxis, die für kleine Säugetiere tödlich enden konnte. Im Rahmen eines Projekts zur Untersuchung der Artenvielfalt von Wirbellosen wurden Biologiestudent:innen der niederländischen Universität angewiesen, Tiere in Wasserfallen zu fangen. Ein Whistleblower informierte PETA Niederlande über die tierquälerische Aktion und stellte der Tierrechtsorganisation entsprechende Aufnahmen zur Verfügung. Das Videomaterial zeigt neben Insekten auch tropfnasse Mäuse, die verzweifelt versuchen, einer solchen Falle zu entkommen. Eine Maus war scheinbar aus der Falle entnommen worden und bewegte sich nicht.

    Erfreulicherweise haben wir erfahren, dass die Universität die Fallen verkleinert hat, damit Mäuse, Eichhörnchen und andere kleine Säugetiere nicht mehr hineinfallen können. Um ebenso Insekten vor dem Ertrinken in solchen Fallen zu bewahren, ist PETA Niederlande mit der Universität weiterhin in Kontakt.

  • Kinderkrankenhaus schließt Tierversuchslabor mit Katzen

    Dank des Einsatzes von PETA USA quält ein Kinderkrankenhaus in Cincinnati seit 2019 keine Tiere mehr. Das Krankenhaus hatte rund 20 Jahre lang in einem jährlichen Bronchoskopie-Kurs an Hunderten Katzen Übungen durchgeführt, bei denen Katzen ein Schlauch in den empfindsamen Rachen gezwungen wurde – was für die Tiere schmerzhaft und sogar lebensbedrohlich war.

    Ein Whistleblower hatte PETA USA darüber informiert, dass in diesem Kinderkrankenhaus, das zu den besten der USA gehört, Bronchoskopie- und Intubationstechniken an Katzen geübt würden. PETA USA kontaktierte das Krankenhaus – und keine drei Wochen später fällten die Verantwortlichen die bahnbrechende Entscheidung und teilten PETA USA mit, dass für den Kurs künftig keine Tiere mehr missbraucht werden.

  • Keine Sezierkurse mehr am Naturkundemuseum Stuttgart

    Das Stuttgarter Naturkundemuseum hat 2020 beschlossen, sein zweifelhaftes Ferienangebot für Kinder auf unbestimmte Zeit einzustellen. Bei der unethischen Museumsveranstaltung wurden bislang zahllose Tiere aufgeschnitten und zerlegt, darunter Ratten, Fische und andere Wassertiere. Der begrüßenswerten Entscheidung, solche Kurse bis auf Weiteres nicht mehr anzubieten, waren Gespräche mit uns sowie eine Reihe von Demonstrationen im Zeitraum von über 16 Monaten vorausgegangen.

Weniger Tierversuche in der Pharmaindustrie und Produktentwicklung

Auch im Bereich der Produktentwicklung konnten wir bahnbrechende Erfolge für die Tiere erreichen. Hier einige Beispiele:

  • Pharmaunternehmen verweigert Durchführung von Tierversuchen

    Das Pharmaunternehmen Vanda Pharmaceuticals Inc. bezog 2019 deutlich Stellung gegen Tierquälerei und weigerte sich, Tierversuche an Hunden durchzuführen. Noch dazu stellte das Unternehmen einen Strafantrag gegen die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten (FDA) – denn diese hatte Vanda zu den grausamen und tödlichen Tests zwingen wollen.

    Neun Monate lang hätte das Pharmaunternehmen auf Drängen der FDA Hunde mit einem Versuchsmedikament namens Tradipitant vergiften sollen. Vanda weigerte sich mit der Begründung, die Versuche seien sowohl ethisch nicht vertretbar als auch wissenschaftlich unnötig. Das Unternehmen verwies auf zahlreiche bereits vorhandene Informationen – u. a. klinische Testreihen mit Menschen – und argumentierte, weitere klinische Tests seien risikofrei und sicher für die Proband:innen.

    Zusätzlich veröffentlichte Vanda Pharmaceuticals Inc. einen offenen Brief, der auch andere Pharmaunternehmen dazu auffordert, die FDA zu drängen, ihre „überholte Politik zu überdenken und zu überarbeiten“.

  • Keine Toxizitätsversuche an Säugetieren in den USA ab 2035

    Nach jahrzehntelangen Protesten, Kampagnen und engagierter wissenschaftlicher Arbeit von PETA-Wissenschaftler:innen in den USA veröffentlichte die US-Umweltschutzbehörde (EPA) 2019 einen Arbeitsplan. Mit dem im Jahr 2021 aktualisierten Programm legte die Behörde konkrete Schritte zur Verringerung von Toxizitätstests an Tieren und zur Bevorzugung von tierversuchsfreien Methoden dar. Die EPA konnte bereits Fortschritte bei der Einführung neuer Methoden verzeichnen und damit ihre Abhängigkeit von Tierversuchen verringern. Zudem ist sie dadurch in der Lage, fundierte Entscheidungen über die potenziellen Risiken der chemischen Belastung zu treffen.

  • PETA verhindert grausame Versuche an Ratten und Fischen

    Das Team internationaler PETA-Wissenschaftler:innen lieferte Ende 2021 schlagende Beweise, die dazu beitrugen, grausame und völlig unnötige Versuche an mindestens 505 Tieren zu verhindern.

    Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) bestand darauf, dass eine Substanz, die in Wasch- und Reinigungsmitteln zum Einsatz kommt, im Rahmen der REACH-Verordnung an Tieren getestet werden sollte. Dabei waren die geforderten grausamen Versuche an Ratten und Fischen noch nicht einmal rechtlich vorgeschrieben!

    Für das PETA-Wissenschaftskonsortium war klar: Hier musste etwas passieren. Das Konsortium unterstützte deshalb ein Widerspruchsverfahren gegen die geforderten Tests, das von den Produktionsfirmen BASF Colors & Effects GmbH und BASF SE eingeleitet wurde.

  • Niederländisches Parlament stimmt für Ende von Tierversuchen

    Dank der unermüdlichen Arbeit von PETA könnten sämtliche Tierversuche in den Niederlanden in Zukunft der Vergangenheit angehören, denn das niederländische Parlament nahm im Sommer 2022 acht entsprechende Anträge an. Der Entscheidung waren zahlreiche Gespräche und PETA-Aktionen vorausgegangen, mit denen Fachleute von PETA Niederlande und PETA UK das Parlament davon überzeugen konnten, die Zahl der Laborversuche an Tieren zu reduzieren. Die niederländische Regierung ist nun aufgefordert, Tierversuche mit konkreten Maßnahmen zu reduzieren.

Unternehmen und Universitäten verbannen den Forced Swim Test

Beim Forced Swim Test müssen Mäuse, Ratten oder auch Hamster und Meerschweinchen in einem ausweglosen, wassergefüllten Behälter gegen das Ertrinken anschwimmen.

Schwimmtest mit RatteFoto: Ärzte gegen Tierversuche

Nach Gesprächen mit PETA USA und unter anderem PETA Deutschland und PETA UK haben inzwischen zahlreiche Pharmakonzerne und eine Universität den grausamen Forced Swim Test verbannt und zugesichert, diesen Versuch nie wieder durchzuführen oder zu finanzieren, darunter:

  • Bayer
  • Boehringer
  • Ingelheim
  • Roche
  • Johnson & Johnson
  • King´s College London

Tierversuchsfreie Methoden in biomedizinischer Forschung werden vorangebracht

Das PETA Science Consortium International e.V. hilft tagtäglich dabei, tierversuchsfreie Methoden in der Forschung voranzubringen und arbeitet dabei eng mit Behörden, Unternehmen und Ausbildungsstätten zusammen. Zudem bildet es durch Workshops und Webinare die nächste Generation Forscher:innen und Wissenschaftler:innen darin aus, Tierversuche durch effektive Alternativen zu ersetzen.

Beatumungsgeraet an einer Puppe© PETA USA / Mambu

Zu den Errungenschaften des Konsortiums und PETAs Partnerorganisationen gehören beispielsweise:

  • 3D-Lungenmodell mit menschlichen Zellen

    Das PETA-Wissenschaftskonsortium unterstützte die Entwicklung eines 3D-Lungenmodells mit menschlichen Zellen, mit dem Tierversuche ersetzt werden können: Es dient der Untersuchung von Auswirkungen, die Chemikalien in den tieferliegenden Bereichen der menschlichen Lunge hervorrufen. Mit dem Modell können Zehntausende Mäuse und Ratten vor Inhalationstests gerettet werden, für die sie stundenlang – teilweise wiederholt über Wochen hinweg – in enge Röhren gesteckt und gezwungen werden, giftige Chemikalien einzuatmen.

  • Beatmungsgeräte für COVID-19-Patient:innen

    Zusammen mit der Organisation APLAB unterstützte PETA USA bolivianische Ingenieur:innen bei der tierversuchsfreien Entwicklung eines neuen Beatmungsgeräts für COVID-19-Patienten. Normalerweise werden solche medizinischen Geräte an Schweinen getestet: Dazu werden ihnen Sonden in die Luftröhren eingeführt und sie werden künstlich beatmet – ein schmerz- und stressvolles Prozedere für die Tiere. Anstatt das Gerät in solch grausamen Tierversuchen zu testen, fanden die Tests an komplexen künstlichen Simulationen menschlicher Lungen statt. In anschließenden klinischen Studien erwies sich das Beatmungsgerät bisher auch bei menschlichen Patient:innen als voll funktionsfähig und sicher.

  • TraumaMan für OP-Kurse

    Tierversuche, bei denen Tiere in Chirurgie-Kursen bislang aufgeschnitten und getötet wurden, wurden in 22 Ländern vollständig eingestellt. Bereits seit 2014 kommen im Rahmen der medizinischen Ausbildung in Bolivien, Costa Rica, Ägypten, im Iran, in Jordanien, Mexiko, der Mongolei, Panama sowie Trinidad und Tobago stattdessen naturgetreue Simulationsmodelle des menschlichen Körpers zum Einsatz. Im Jahr 2015 konnten weitere Modelle in China, Griechenland, Indonesien, Pakistan, Zypern, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Verfügung gestellt werden.

    Die Spende von TraumaMan-Simulatoren – hochmodernen Trainingssimulatoren für Chirurg:innen, die PETA den Ausbildungsprogrammen der einzelnen Länder kostenfrei zukommen ließ – ermöglichte diese einzigartige Wende und rettet somit Tausenden Tieren das Leben. Zuvor waren Medizinstudent:innen und junge Assistenzärzt:innen an zahlreichen Krankenhäusern und Universitäten gezwungen, im Rahmen ihrer Ausbildung Hals, Bauch, Brustkorb und Gliedmaßen von Abertausenden Hunden, Ziegen, Schweinen und Schafen aufzuschneiden.

Helfen Sie Tieren in Tierversuchen!

Wissenschaftler:innen von PETA Deutschland und unseren internationalen Partnerorganisationen haben ein Strategiepapier zur Modernisierung der Forschung und dem Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Tierversuche nicht nur langwierig und teuer sind, sondern die Ergebnisse zudem kaum auf den Menschen übertragbar sind.

Der Research Modernisation Deal bietet eine Strategie zur Neuausrichtung der Forschung, sodass Ressourcen wie Zeit und Geld effizienter genutzt werden und der medizinische Fortschritt vorangebracht werden kann – Tierversuche werden durch tierfreie, für den Menschen aussagekräftige Methoden ersetzt. Das Strategiepapier richtet sich an Entscheidungsträger:innen aus der Politik sowie Behörden und Forschungsorganisationen.