TIERVERSUCHE IN EUROPA BEENDEN. JETZT UNTERSCHREIBEN!

PETAs Animal Times – Die Zeitschrift für engagierte Tierfreunde – 1. Ausgabe 2022

Liebe Leserinnen und Leser der Animal Times,

ein Großteil der Menschen behauptet von sich, er würde Tiere lieben. Wenn man jedoch genauer hinschaut, stellt man meistens fest, dass damit nur ganz bestimmte Tiere gemeint sind – nämlich solche, im September vergangenen Jahres haben wir im Vorfeld der Bundestagswahl PETAs „Wahlprüfsteine“ veröffentlicht. Um Wahlberechtigten die Entscheidung zu erleichtern, hatten wir verschiedene Parteien gebeten, ihre Positionen zu acht entscheidenden Tierschutzthemen darzulegen. Im Ergebnis räumte die Partei Bündnis 90/Die Grünen von allen etablierten politischen Kräften dem Tierschutz den höchsten Stellenwert ein, während CDU/CSU und FDP erwartungsgemäß auf dem hintersten Platz rangierten.

Meine Beziehung zu Fischen wurde geprägt, als ich als 25-jähriger Student als Betreuer in einem US-Feriencamp für Kinder arbeitete. Tagsüber brachte ich den Kids das Fußballspielen bei, abends setzte ich mich oft an einen Teich auf dem Gelände und schaute den Forellen beim Schwimmen zu. Ich war zu der Zeit weder Veganer noch Vegetarier, aber ich spürte, dass ich wundervolle, faszinierende Wesen vor mir hatte, die sich ihres Lebens in einem für uns Menschen unbewohnbaren Lebensraum freuten. Ich fand es einfach fantastisch, wie unbeschwert und geschmeidig sie sich bewegten und miteinander spielten. Nie Dementsprechend erfreut waren wir über das Wahlergebnis: Die Grünen konnten sich als Teil der Regierung gleich zwei für die Tierrechtsbewegung wichtige Posten sichern. Vegetarier Cem Özdemir wurde Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Steffi Lemke die neue Umweltministerin. Doch die zu Beginn des Jahres vorgestellten Pläne der Koalition enttäuschten: Durch eine Tierwohlabgabe soll mehr Geld bei den in der Landwirtschaft tätigen Menschen ankommen, Ställe sollen für eine „artgerechte“ Tierhaltung umgebaut werden. Qualprodukte wie Fleisch und Milch würden dadurch entsprechend teurer werden. Außerdem ist eine Tierhaltungskennzeichnung geplant. Özdemirs Devise: Es sollten weniger Tiere gehalten werden – und die dafür besser.

Uns von PETA ist das nicht genug! Wir wollen einen echten Aufbruch für die Tiere – statt größere Ställe ein Ende der Tierwirtschaft, statt weniger gequälte und getötete Tiere gar keine gequälten und getöteten Tiere. Das gesamte Prinzip der Tiernutzung muss infrage gestellt werden. Wir müssen die speziesistische Weltanschauung, derzufolge der Mensch den anderen Tieren überlegen ist und diese „anderen“ ausbeuten und misshandeln darf, endlich hinter uns lassen. Das sind zweifellos große Forderungen. Aber es waren schon immer die klaren und kompromisslosen Visionen, die schließlich zu entscheidenden Veränderungen führten. Was für eine Agenda wäre es, weniger Rassismus oder weniger Diskriminierung von Frauen zu fordern? Kein Rassismus muss das Ziel sein, und kein Sexismus. Und genauso können wir uns auch nicht mit marginalen Veränderungen bei den Haltungsbedingungen und weniger Tierleid zufriedengeben. Nein – Tierleid ist niemals in Ordnung.

Dass in manchen Haushalten zu Weihnachten oder zu Silvester trotzdem noch immer traditionell Daher fordern wir einen Ausstieg aus der Tierhaltung mit entsprechenden Anreizen für die landwirtschaftlichen Betriebe. Als Vorbild für die Politik kann hier das fortschrittliche Vorgehen der Niederlande herangezogen werden: Das Land zahlt Ausstiegsprämien an Menschen, die ihr Geld noch mit sogenannten Nutztieren verdienen.

Zuletzt möchte ich Ihnen von Herzen für Ihre wunderbare Unterstützung in diesem Jahr danken. Sie hOb sich auch hier in Deutschland mehr bewegen wird, haben nicht zuletzt Sie in der Hand. Politiker:innen wollen wiedergewählt werden. Werden Sie deshalb selbst aktiv! Erhöhen Sie vor Ort den Druck auf Ihre Vertretung in allen Parteien, suchen Sie Wahlkreisbüros auf, schreiben Sie Briefe und E-Mails, rufen Sie an und machen Sie deutlich, dass das einzige Ziel im 21. Jahrhundert nur das Ende der Tierausbeutung sein kann.

Für alle Tiere,

Harald Ullmann

Vorstand
PETA Deutschland e.V.