Liebe Leser:innen der Animal Times,
täglich erreichen uns bei PETA Deutschland Meldungen zu Tierquälerei, durchschnittlich einmal die Woche sterben Rinder, Schweine oder Hühner bei Stallbränden und mindestens einmal im Monat verunglückt ein Tiertransporter. Die Arbeit in einer Tierrechtsorganisation ist voller trauriger Geschichten und manchmal ist es schwer, den Kopf nicht hängen zu lassen. Was mir dabei hilft wie nichts anderes, ist aktiv zu werden. Schon kleine, alltägliche Dinge machen einen Unterschied.
So erzähle ich beispielsweise im Freundschaftskreis regelmäßig von meinem veganen Lebensstil und wurde anfangs deshalb oft belächelt. Als mich die nicht-vegane Nachbarin aber dann zu einem Fest einlud, bei dem das gesamte Catering pflanzlich war, wusste ich, dass meine Hinweise über die Jahre Früchte getragen hatten.
Jeder Schritt in die richtige Richtung ist wichtig. Eine experimentelle Studie von Forschenden um Damon Centola an der University of Pennsylvania in Philadelphia hat herausgefunden, dass es reicht, wenn ein Viertel einer Gruppe eine Meinung vertritt, um den Rest von einer Normänderung zu überzeugen. Die sogenannte kritische Masse kann also, auch wenn sie in der Unterzahl ist, etwas verändern. So wird zum Beispiel die Käfighaltung von Hühnern mittlerweile von vielen Menschen abgelehnt und ist seit diesem Jahr in Deutschland auch in der Variante der sogenannten Kleingruppenhaltung verboten. Warum sollte das in Bezug auf eine komplett tierleidfreie Gesellschaft nicht auch funktionieren?
Aktivismus bedeutet, nicht nur selbst tierfreundliche Entscheidungen zu treffen, sondern auch andere zu motivieren. Es gibt zahlreiche Beispiele für kleine Gesten im Alltag, die dabei helfen können. Lassen Sie Infomaterial zu Tierrechtsthemen in der Bahn oder im Wartezimmer liegen. Bringen Sie ein veganes Dessert zur nächsten Dinnerparty mit. Füttern Sie Vögel auf Ihrem Balkon oder in Ihrem Garten und stellen Sie Wildtieren Wasser zur Verfügung. Schreiben Sie Briefe an Zeitungen, die tierfeindlich berichten oder speziesistische Sprache verwenden. Tragen Sie ein Kleidungsstück oder einen Button mit Tierrechts-Slogan. Fragen Sie im Restaurant oder Café nach dem veganen Angebot, loben Sie es und hinterlassen Sie entsprechende Bewertungen. Vernetzen Sie sich mit Gleichgesinnten, treten Sie einem PETA Streetteam bei und gehen Sie zu Demonstrationen. Auf PETA.de/Aktiv-fuer-Tierrechte finden Sie dazu mehr Informationen.
Die Möglichkeiten sind vielfältig und für jede Person gibt es eine Art von Aktivismus, die zu ihr passt. Die Tiere brauchen uns – lassen Sie uns für ihre Rechte eintreten! Veränderung ist möglich, wenn wir uns gemeinsam und unbeirrt für eine Welt ohne Tierausbeutung starkmachen.
Für alle Tiere!
Harald Ullmann
Vorstand
PETA Deutschland e.V.