PETAs Animal Times – Die Zeitschrift für engagierte Tierfreunde – 1. Ausgabe 2021

Liebe Leserinnen und Leser der Animal Times,

der langjährige PETA-Unterstützer Paul McCartney hat einmal gesagt: „Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wären alle Menschen Vegetarier.“ Er hat recht. Mehr noch: Kaum jemand kann guten Gewissens irgendwelche tierischen Produkte konsumieren, wenn er das Elend direkt vor Augen hat, das damit verbunden ist. Dies gilt nicht nur für das Fleisch getöteter Schweine, Kühe, Hühner oder Fische, sondern auch für Eier, Milch, Wolle, Leder und all die anderen Produkte, für die Tiere gequält und umgebracht werden.

Unternehmen, die mit Tierqual Profit machen, tun alles, um den Konsumenten die unerträglichen Bilder vorzuenthalten und die kollektive Verdrängung zu fördern. Das beste Beispiel für diese Verbrauchertäuschung sind die Großkonzerne, die in Deutschland den Markt für Geflügelfleisch und Eier dominieren. Während auf Verpackungen und Websites „glückliche“, gesunde Tiere präsentiert werden, sieht die Realität völlig anders aus: Von PETA veröffentlichte Aufnahmen zeigen kranke, verletzte Hühner, die sich in verdreckten Ställen und auf engstem Raum aneinanderdrängen (lesen Sie hierzu den Artikel über die „Geflügelmafia“ auf S. 3-4).

PETA hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit über dieses tägliche Tierleid aufzuklären und unablässig dafür zu sensibilisieren, wer da eigentlich auf ihren Tellern oder in ihren Kleider- und Schuhschränken landet – damit ein Wegsehen nicht länger möglich ist. Mit starken Kampagnen bauen wir gegenüber den Verantwortlichen Druck auf und gehen zudem juristisch gegen Tierquälerei vor. Gleichzeitig unterstützen wir Hersteller und Marken dabei, den Weg hin zu veganen Produkten einzuschlagen. Denn je einfacher der Griff zu pflanzlichen Alternativen im Alltag ist, desto mehr Menschen werden sich für eine vegane Lebensweise entscheiden. Aus diesem Grund führen wir Gespräche mit Unternehmen, vergeben Labels für vegane und tierversuchsfreie Produkte und würdigen vegane Angebote mit besonderen Auszeichnungen (lesen Sie hierzu die Beiträge zu PETAs Kennzeichnung für tierleidfreie Kosmetik auf S. 2 und zum Vegan Travel Award auf S. 9). Und das mit großem Erfolg: Seit 2010 ist der Markt für vegane Produkte in Deutschland regelrecht explodiert. Heute bietet der Handel wirklich alles, was das Herz begehrt – von tierversuchsfreier Kosmetik über Kleidung aus Pflanzenfasern bis hin zu täuschend echt schmeckenden Fleischalternativen!

PETA wird oft als „radikal“ bezeichnet. Und manchmal werde ich gefragt, wie das zu der Tatsache passt, dass wir auch mit Unternehmen in Dialog treten, die tierische Produkte vertreiben. Ja, wir sind unnachgiebig, wenn es darum geht, Tierquälerei zu verhindern. Wir sind aber auch pragmatisch, weil es eine Frage von Leben und Tod ist und wir so schnell wie möglich ans Ziel kommen müssen: zu einer Welt, in der Tiere weder ausgebeutet noch gequält werden. Um das zu erreichen, muss unsere Arbeit vor allem eines sein: radikal pragmatisch.

Für alle Tiere,

Harald Ullmann

Vorstand
PETA Deutschland e.V.