Video: Enormes Tierleid im Stammquartier von Circus Berolina

Mitte Oktober 2021 dokumentierte eine Augenzeugin erschreckendes Tierleid und Publikumsgefährdung im Tier-Erlebnispark Waltersdorf in Brandenburg. Im Stammquartier des Circus Berolina werden Tiere unter anderem in Zirkusshows, in „Attraktionen“ wie Pony- und Kamelreiten sowie in einem Streichelzoo eingesetzt.

Schwere Verhaltensstörungen bei Elefanten und Tigern

Auf den Aufnahmen der Augenzeugin ist deutlich zu sehen, wie sehr die Tiere im Erlebnispark leiden. So „weben“ einige Elefanten mit Kopf und Rüssel hin und her – ein klares Zeichen für eine massive Verhaltensstörung und Ausdruck psychischen Leids. Die Tiger laufen in ihren beengten Gehegen immer wieder auf und ab. Dieses sich wiederholende Verhalten kommt bei Tieren in Gefangenschaft häufig vor, da sie in den Gehegen ihren natürlichen Bedürfnissen nicht nachkommen können.

circus berolina elefeant weben

Aufnahmen lassen schlechten Gesundheitszustand erahnen

In einer Videoaufnahme fällt auf, dass eine Afrikanische Elefantendame ihr rechtes Hinterbein offenbar nicht belastet. Womöglich leidet sie an deformierten Hinterbeinen oder einer Erkrankung des Bewegungsapparats. Auch die Haut der Elefanten scheint in einem sehr schlechten Zustand zu sein. Bereits 2011 attestierte ein Gutachten im Auftrag der Tierschutzbeauftragten des Landes Hessen den damals noch sieben Elefantinnen des Zirkusunternehmens einen „auffallend schlechten Pflegeeindruck“ mit ungepflegter Haut und Fußsohlen [1]. Auch zeigten schon zu diesem Zeitpunkt alle Elefantinnen teilweise extreme Stereotypien, vor allem bei Ankettung.

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Der Gesundheitszustand der Elefanten erscheint besorgniserregend.

Tiergehege möglicherweise nicht ausreichend gesichert

Die Augenzeugin dokumentierte zudem, wie eine Elefantendame die metallene Umzäunung des Außengeheges beschädigte. Direkt daneben befinden sich Hüpfburgen für Kinder. Zudem berichtete sie, dass zwei Alpakas aus ihren Gehegen entkommen und zwischen den Besucher:innen herumgelaufen seien. Dies ist nicht nur für die Tiere gefährlich, auch Menschen werden von Tieren in Zirkussen und Zoos immer wieder verletzt. So wurde erst im August 2020 eine Frau im Circus Berolina von einem Elefanten verletzt. In der Vergangenheit kam es außerdem bereits mehrfach zu Ausbrüchen der Elefantinnen aus dem Zirkus, bei denen erhebliche Sachschäden verursacht wurden. [1]

Eine Elefantin beschädigte den Metall-Zaun des Außengeheges.

Besucher:innen füttern Tiere mit Kuchen

Der Augenzeugin zufolge wurden einige Tiere im Erlebnispark, darunter Elefanten, ein Zebra und ein Nashorn, von Besucher:innen mit mitgebrachten und für die Tiere ungeeigneten Lebensmittel wie Brötchen und Kuchen gefüttert. Dies stellt eine Gefährdung für die Gesundheit der Tiere dar und sollte von den Tierpfleger:innen eigentlich unterbunden werden. Falsche Ernährung kann bei den Tieren zu schweren Erkrankungen bis hin zu Todesfällen führen.

PETA meldet Missstände ans Veterinäramt

Wir von PETA Deutschland haben die Missstände beim Veterinäramt des Landkreises Dahme-Spreewald gemeldet und fordern eine umgehende Überprüfung des Gesundheitszustands der Tiere und der Gefährdung der Besucher:innen sowie die Überführung von Tieren in anerkannte Auffangstationen.

„Die jahrzehntelange Ausbeutung im Zirkus hat bei den Elefanten offensichtlich Spuren hinterlassen. Wir fordern eine eingehende Untersuchung des Gesundheitszustands der Tiere. Auch die Sicherheitsmängel im Zirkusquartier sind bedenklich. Wir bitten zudem alle Menschen, von solchen Freizeitangeboten Abstand zu nehmen, bei denen Tiere zur Unterhaltung missbraucht werden.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Fordern Sie ein Tierverbot im Zirkus!

Tiere sind keine Unterhaltungsobjekte und haben in Zirkusbetrieben nichts zu suchen. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition und appellieren Sie an die Bundesregierung, sämtliche Tiere im Zirkus zu verbieten.

  • Quellen

    [1] European Elephant Group (2011): Quantitative und qualitative Erhebung zur Situation der Elefanten in deutschen Zirkussen, Haltungsfachliches Gutachten auf Anforderung der Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen, Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV)