Illegale Tötung: Züchter soll krankes Schaf erschlagen haben

Und wieder erreichen uns schreckliche Bilder von einem Whistleblower. Dieses Mal aus einem kleinen Ort im Landkreis Dithmarschen. Ein Schaf liegt reglos auf dem Boden. Aus seiner Nase, den Augen und am Kopf klebt Blut. Ein Augenzeuge berichtet uns, dass der Halter morgens am 22.02.2021 mehrmals mit einem Hammer auf den Kopf des Tieres einschlug. Es war krank und er wollte es töten. Doch diese Art der Tötung ist bei Schafen zu Recht verboten, da sie nicht wirksam ist und das Tier qualvolle Schmerzen erleidet.

So versuchte der mutmaßliche Täter die Tat zu verschleiern

Nachdem der Besitzer des Schafes mehrmals auf den Kopf des wehrlosen Tieres eingedroschen hatte, soll er das noch lebende Schaf sich selbst überlassen haben. Schafe haben eine sehr dicke Schädeldecke, daher reichen Schläge auf den Kopf häufig nicht aus, sie zu betäuben oder gar zu töten. Den langsamen und qualvollen Todeskampf des Schafes können wir nur erahnen. Dem mutmaßlichen Täter war augenscheinlich bewusst, dass er gegen das Gesetz handelte. Denn der Zeuge berichtet, dass er dem toten Tier am nächsten Morgen nachträglich mit einem Messer die Kehle durchtrennte. Vermutlich der Versuch, die für die Beseitigung des Tierkörpers verantwortlichen Personen über die illegale und qualvolle Tötung hinters Licht zu führen.

Totes Schaf in Blutlache

PETA erstattet Strafanzeige gegen den Schafhalter

Der Augenzeuge meldete den Vorfall am nächsten Tag beim Veterinäramt und PETA erstattete Strafanzeige gegen den Besitzer des Schafes. Da sich der Halter der Misshandlung des Tieres offensichtlich bewusst war und sogar versuchte, die vermeintliche Tat nachträglich zu verschleiern, ist die Gefahr, dass weitere Tiere ebenso grausam behandelt werden, groß. Daher fordert PETA von der Staatsanwaltschaft neben einer harten strafrechtlichen Sanktionierung auch ein Tierhalteverbot für den Mann. Leider kein Einzelfall. Immer wieder erreichen uns verstörende Bilder über vernachlässigte, getötete oder qualvoll verdurstete Schafe auf deutschen Weiden.

Verstümmelte Schafe auf deutschen Weiden

Schafe werden in Deutschland vorwiegend gezüchtet, um sie für die Landschaftspflege sowie die Herstellung von Fleisch und Milch einzusetzen. Obwohl hierzulande kaum noch Wolle produziert wird, werden bis auf wenige Haarschafe ausschließlich Tiere ohne natürlichen Fellwechsel gezüchtet. Bei dieser Form der Qualzucht ist eine regelmäßige Schur durch den Menschen für das Wohlergehen der Schafe zwingend notwendig. Denn ihr dichtes Vlies wächst immer weiter und verfilzt. Die Tiere schwitzen, ihre Haut beginnt zu jucken und sie werden anfälliger für parasitäre Erkrankungen wie Milbenbefall, Schaffliegen oder Haarlinge. Im schlimmsten Fall sterben sie ohne die Schur an einem Hitzschlag. Zudem durchleben fast alle Schafe grausame Standardeingriffe wie die betäubungslose Kastration. Hierfür werden wenige Tage alten Lämmern mit einer Kastrationszange die Hoden abgequetscht oder Gummiringe um die Hodensäcke gelegt, um die Blutzufuhr abzutrennen. Aus hygienischen Gründen und für eine einfachere Befruchtung wird zudem zahlreichen weiblichen Schafen und Zuchtböcken der Schwanzwirbel mit Gummiringen abgetrennt. Die Tiere winden sich dabei mehrere Tage vor Schmerzen.

Schafsherde auf der Weide
Die Schafe gelten in erster Linie als Ware. Eine möglichst wirtschaftliche Haltung geht immer auf Kosten der Tiere.

Was Sie tun können

Nur weil Schafe im Gegensatz zu vielen anderen von der Landwirtschaft genutzten Tieren vorwiegend im Freien gehalten werden, geht es ihnen noch lange nicht gut. Jedes Jahr erreichen uns zahlreiche Whistleblower-Meldungen über tote, kranke und vernachlässigte Schafe auf heimischen Weiden. Wenn auch Sie verletzte oder vernachlässigte Tiere – z. B. ohne ausreichend Wasser auf der Weide – beobachten, rufen Sie bitte die Polizei, wenden Sie sich an das Veterinäramt oder melden Sie den Fall PETA.