Video: Springreiter schlägt bei Turnier brutal auf Pferd ein

Erneute Tierquälerei im Pferdesport: Schockierende Videoaufnahmen zeigen den deutschen Springreiter Kevin Lemke, der während eines Reitturniers im Januar 2021 in Kalifornien ein Pferd schlägt, das sich geweigert hatte, über ein Hindernis zu springen. Wir von PETA Deutschland fordern rechtliche Schritte gegen den Reiter.

Gertenschläge knallen laut über den Turnierplatz

Der Springreiter wurde im Desert International Horse Park bei einem Turnier dabei gefilmt, wie er immer wieder aggressiv mit einer Gerte auf ein Pferd namens Good Luck einschlug, nachdem dieses einen Sprung verweigert hatte. Bei seinem offensichtlichen Frustrationsausbruch schlug Lemke mit solcher Kraft auf Good Luck ein, dass die Gertenschläge in dem Video deutlich hörbar sind.

Reiter wird disqualifiziert – und quält Pferd weiter

Die Schläge brachten dem wütenden Lemke eine Disqualifizierung ein. Beim sogenannten Korrektursprung, den ausgeschiedene Springreiter noch durchführen können, steuerte Lemke eine Kombination an. Der geprügelte und offensichtlich gestresste Good Luck schaffte den ersten der beiden Sprünge jedoch nicht, sondern stolperte über das Hindernis. Das hintere verweigerte das überforderte Pferd.

vimeo.com / PETA

Hierbei geht es um mehr als einen bloßen Regelverstoß – es geht um Tierquälerei.

PETA erstattet Anzeige

PETA USA hat bei der zuständigen Behörde bereits Anzeige erstattet. Doch dabei wird es nicht bleiben: Wir fordern auch die beiden Organisationen, denen Lemke angehört – die United States Equestrian Federation (USEF) und die Fédération Équestre Internationale (FEI) – auf, eigene Ermittlungen bezüglich ihres gewalttätigen und unberechenbaren Mitglieds einzuleiten.

Bei der Veranstaltung in Kalifornien wurde Lemke zwar aufgrund seines Verhaltens disqualifiziert, doch die entsprechenden Aufsichtsorgane der Reitindustrie sollten darüber hinaus weitere Schritte in Betracht ziehen, beispielsweise eine Sperre für künftige Wettkampfveranstaltungen oder den dauerhaften Entzug seiner Teilnahme- und Mitgliedschaftsberechtigungen.

Lemke führte diese Tierquälerei in aller Öffentlichkeit aus – direkt vor den Augen der Richter und anderer Teilnehmer. Und er tat es allem Anschein nach, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Angesichts dessen muss man zwangsläufig die Frage stellen, wie er mit Tieren umgeht, wenn niemand zusieht. Studien haben mehrfach bewiesen, dass sich Tierquäler später oft auch an ihren Mitmenschen vergehen. [1, 2] Deshalb beharren wir darauf, dass die Strafverfolgungsbehörden sowie die Organisationen, denen Lemke angehört, auch untersuchen, wie seine Lehr- und Trainingsstunden hinter verschlossenen Türen ablaufen.

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie niemals ein Springturnier oder eine andere Pferdesportveranstaltung.
  • Klären Sie Freunde, Familie und Bekannte über das Leid der Pferde auf und bitten Sie sie, ebenfalls keine Reitsportturniere zu besuchen.
  • Wenn Sie Zeuge von Tierquälerei werden, melden Sie uns diese!
  • Quellen

    [1] Arnold Arluke/Jack Levin/Carter Luke/Frank Ascione, The Relationship of Animal Abuse to Violence and Other Forms of Antisocial Behavior, Journal of Interpersonal Violence, Vol. 14 No. 9, September 1999, S. 963-975
    [2] Volker Mariak (2017): Die Spirale der Gewaltkriminalität, Tierquälerei und Tiertötung als Vorstufe der Gewalt gegen Menschen, Kriminologische Beiträge zur Prüfung einer Verrohungsthese, Tredition