Hündin Ravi – ausgesetzt und ihrem Schicksal hilflos überlassen

Im Rahmen unserer Kampagne PETA helps Romania gelangt unser Team auch immer wieder in sehr abgelegene ländliche Gegenden, in denen große Armut herrscht. Vielen Menschen fehlen die nötigen Mittel, um jeden Monat über die Runden zu kommen, und auch zahlreiche Vierbeiner leiden an Hunger und Unterversorgung. Obwohl in Rumänien seit 2013 eine Kastrationspflicht besteht, ist ein Großteil der Hunde in diesen Gegenden nicht kastriert.

Viele Vierbeiner in ländlichen Gebieten werden unbeaufsichtigt in Gärten an schweren Ketten gehalten und können sich daher ungehindert mit heimatlosen, umherstreifenden Vierbeinern verpaaren. Tagtäglich werden aus diesem Grund Jungtiere geboren, die niemand aufnehmen möchte und versorgen kann.

Nicht selten werden diese Welpen ausgesetzt und sich selbst überlassen. Viele von ihnen verunfallen auf den Straßen Rumäniens, und fehlt ihnen an Nahrung und Schutz vor sommerlichen und winterlichen Temperaturen.

 

Auch Ravi erwartete dieses Schicksal

Unser Team von PETA helps Romania fand die kleine Hündin, als wir uns auf dem Rückweg von unserem Einsatz auf dem Land befanden. Ravi saß allein und völlig verzweifelt am Straßenrand. Beinahe hätten auch wir sie übersehen – nur durch den Blick in den Rückspiegel fiel uns das kleine schwarze Fellknäuel am Straßenrand auf. Wir hielten sofort an, um herauszufinden, was dem Vierbeiner fehlt und ob wir ihm helfen können.
 
Hündin am Straßenrand
Ravi war schüchtern und verängstigt, aber sie näherte sich unserem Team vertrauensvoll. Sie schien zu spüren, dass wir ihr nichts Böses wollen. Langsam kam sie auf uns zu, ihr Schwanz wedelte leicht und sie schien erleichtert, nun nicht mehr allein zu sein.

Sie spürte, dass wir ihr helfen würden

Uns war klar: Die kleine Hündin wäre allein völlig verloren, wir konnten sie ihrem Schicksal nicht hilflos überlassen. In dieser ländlichen Gegend würde sie nicht genug Nahrung finden. Nicht auszudenken, was mit ihr passiert wäre, wenn wir sie nicht entdeckt hätten.

Wir beschlossen, das nette Fellknäuel mitzunehmen. Ravi ließ sich behutsam auf den Arm nehmen.
 
Hündin ravi
Nach einem Gesundheitscheck in einer Tierarztpraxis brachten wir die freundliche Hündin zu einem privaten, ehrenamtlich tätigen Tierheim. Die anderen Vierbeiner des Tierheims begrüßten Ravi freudig. Nachdem die Hündin ihren großen Hunger gestillt hatte, schlief sie direkt ein. Sie brauchte nach dieser aufregenden Zeit erst einmal viel Ruhe, um sich zu erholen.
 
Hündin liegt in Transportbox
In den kommenden Wochen entwickelte sich Ravi ausgezeichnet. Sie zeigte sich sehr sozialverträglich mit den anderen Hunden des Tierheims und genoss die Streicheleinheiten der Tierheim-Mitarbeiter. Mittlerweile durfte Ravi zu einer liebevollen Familie ziehen und hat nun ein eigenes gutes Zuhause.
 
Jana mit Hündin Ravi
Wie schön, dass wir dich vor einer ungewissen Zukunft retten konnten, kleine Ravi!

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern gefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, hat PETA gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen. Mit einer mobilen Kastrationskampagne können so pro Jahr etwa 4.000 Hunde kastriert, registriert und medizinisch versorgt werden. Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für ALLE Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.

Unsere Autoren

Jana Hoger

Fachreferentin für den Bereich Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland.