Expertenmeinung: Kommentare zu PETA USAs verdeckter Ermittlung auf Truthahnzuchtfarmen in West Virginia

Die Expertenmeinung: Kommentare zu PETA USAs verdeckter Ermittlung auf Truthahnzuchtfarmen in West Virginia

PETA USA hat die Videoaufnahmen ihrer Ermittlungen in mehreren Intensivtieranlagen der Firma Aviagen Turkeys, Inc. in West Virginia weltweit anerkannten Wissenschaftlern und Experten gezeigt.
Hier nun einige Auszüge aus ihren Aussagen:

Dr. Ian J.H. Duncan, Ph.D.
Professor Emeritus, Chair in Animal Welfare, Animal and Poultry Science, University of
Guelph (Canada)

Dr. Duncan ist als einer der weltweit führenden Experten für den Tierschutz von Vögeln, die in der Intensivtierhaltung verwendet werden und hat bereits über 30 Kapitel in Büchern und 150 wissenschaftliche Dokumente zum Thema Tierschutz veröffentlicht. Dr. Duncan:
– „Man sieht einen Mann, wie er sich auf einen Truthahn stellt. … Danach wird der Truthahn gezeigt, wie er schwer verletzt und nicht in der Lage ist, zu gehen, offensichtlich aber noch bei Bewusstsein ist. Meiner Meinung nach, verursacht dieses Verhalten schwere Verletzungen, wie sie der Truthahn später aufweist, indem er nicht mehr gehen kann. Sicherlich entstanden Blutergüsse und das Tier litt große Schmerzen und hatte Angst. Dies ist eine unerhörte Grausamkeit, die in jedem zivilisiertem Land auf das gröbste strafrechtlich verfolgt werden würde.“
– „Auf dem Video ist zu sehen, wie einige Männer Truthähne töten oder dies versuchen…indem sie ihre Köpfe umdrehen, um den Hals auszurenken. Bedenkt man, wie lange und wie viele Anläufe sie hierfür brauchen, scheinen die Männer nicht geübt in dieser Aufgabe. Meiner Ansicht nach löst ein solches Verhalten große Angst und Schmerzen aus, bevor der Vogel tot ist. Dies ist keine genehmigte Methode zum Töten von Truthähnen…“

Dr. Lesley J. Rogers, B.Sc. (Hons), D.Phil., D.Sc., FAIBiol., FAA
Emeritus Professor, Centre for Neuroscience and Animal Behaviour, School of Science
and Technology, University of New England (Australia)

Dr. Rogers hat in den letzten 40 Jahren Forschungen an Hühnern und anderen Tieren durchgeführt und ist Autorin eines der am höchst angesehen Bücher zum Verhalten von Hühnern. Sie war die Vertreterin des Committee to the Animal Research Review Panel des australischen Vizekanzlers, welches dem Landwirtschaftsminister von New South Wales Informationen über den Tierschutz und die Tierpflege in der Forschung und Ausbildung zukommen lässt. Weiterhin war sie Vorsitzende des Animal Ethics Committee der Universität von New England. Sie ist regelmäßig Hauptrednerin auf Tierschutzkonferenzen. Dr. Rogers hierzu:
– “Einem Vogel auf den Kopf zu treten, ist keine akzeptable Tötungsweise. Es verursacht einen langsamen und ungewissen Verlauf… Es steht außer Frage, dass diese Vögel unter Stress und physiologischem Schmerz leiden.“
– „Der gezeigte Arbeiter in dem Video versucht mehrere Male erfolglos dem Vogel den Kopf umzudrehen und versucht so anhaltendes Leid. Während der gesamten Zeit leidet das Tier. Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel.“
– “Der Schnabel eines Vogels ist ein sehr sensibles Organ, bis ganz nach vorn an die Spitze. Er wird wie eine Hand benutzt, um Sachen zu fühlen und sie zu bewegen. … Die Schnabelspitze zu entfernen ist auch dann schmerzhaft, wenn die besten Methoden eingesetzt werden.“
– „Ich würde gerne noch sagen, dass ich diese Bilder wirklich entsetzlich fand. Tiere sollten solcher Gewalt durch den Menschen niemals ausgesetzt sein.“
– „Auch möchte ich noch anfügen, dass, selbst wenn nur einige Vögel direkt diesen Grausamkeiten ausgesetzt waren, alle anderen unter extremem Stress standen. Man weiß mittlerweile, dass soziale Tiere, wie Truthähne, unter vermehrtem Stress stehen, wenn sie sehen oder hören, wie Artgenossen unter Stress stehen oder körperlich verletzt werden. Daher stehen die Vögel, die in der Nähe der verletzten oder misshandelten Tiere sind, deutlich unter Stress.“

Dr. Bernard Rollin, Ph.D.

University Distinguished Professor, Professor of Philosophy, Animal Sciences,
Biomedical Sciences and University Bioethicist, Department of Philosophy, Colorado
State University (USA)

Dr. Rollin schrieb eines der ersten Bücher über Tierethik. Er hat die Bundesgesetze der USA angeregt, die 1985 verabschiedet wurden und Tiere in Laboratorien schützen sollen. Man nennt ihn auch den „Vater der Veterinärethik“ und an der Veterinärschule der Colorado State University gibt Rollin seit 1978 Kurse der Veterinärethik. Er hat das US-Landwirtschaftsministerium davon überzeugt, Forschungen in der Veterinärethik zu finanzieren. Er war außerdem Teil der Pew Commission on Industrial Farm Animal Production.
Dr. Rollin sagte folgendes aus:
– „Das auf dem Video gezeigte Verhalten ist vollkommen inakzeptabel und zeigt deutlich die gezielt ausgeübte Grausamkeit und das Auferlegen sinnlosen Leids auf unschuldige Kreaturen.“
– „Wenn man in irgendeinem Zusammenhang mit Tieren in der Landwirtschaft arbeitet, benötigt man Geduld, Mitgefühl und Sanftmut. In diesem Video sieht man nichts dergleichen. Jeder normal denkende Mensch wäre erschüttert. Diese Arbeiter sollten niemals mehr mit Tieren arbeiten dürfen und wegen Tiermissbraucht belangt werden.“

Dr. A.B.M. Raj, B.V.Sc., M.V.Sc., Ph.D.
Reader in Farm Animal Welfare, Division of Farm Animal Science, School of Clinical
Veterinary Science, University of Bristol (England)

Dr. Raj hat mehr als 50 wissenschaftliche Dokumente zu verschiedenen Methoden der Betäubung und Schlachtung verfasst. Er war Teil einer Arbeitsgruppe zum Thema Betäubung und Schlachtung für das European Union Scientific Veterinary Committee on Animal Health and Animal Welfare. Derzeit ist er Mitglied der World Organisation for Animal Health (OIE) ad hoc Gruppe zum Thema Tierschutz bei Betäubung und Schlachtung zum menschlichen Verzehr.
Hier seine Aussage:
– “Meiner Meinung nach zeigen diese Vorfälle ganz klar Grausamkeiten auf und entsprechen nicht den akzeptierten Standards der Geflügelproduktion und Handhabung. Die Industrie sollte ihrer Verantwortung nachkommen und ein System einführen, das Aufklärung, Training und Zertifizierung aller Mitarbeiter einschließt, was die Handhabung der Tiere, die Betäubung und das Töten der Vögel angeht.“

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