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Haustier-Abschuss durch Jäger

Stand März 2012
Jedes Jahr erreichen uns unzählige Meldungen über den Abschuss von Hunden und Katzen durch die Jägerschaft. Da es keine bundesweite Meldepflicht gibt, wie viele Katzen und Hunde von Jägern erschossen werden, gibt es auch keine offiziellen Zahlen darüber.

Schätzungsweise werden jährlich etwa 400.000 Katzen und 65.000 Hunde von Jägern erschossen. Das Bundesland Nordrhein Westfalen meldete in der aktuellen Statistik „Jagdstrecke“ 12.249 getötete Katzen, allerdings ist davon auszugehen, dass nicht alle Jäger ihre Abschüsse vollständig melden.

Dies beweist unter anderem ein Fall, in dem ein Jäger durch Strafanzeige von PETA Deutschland e.V. zunächst zu einer Geldstrafe von 4000 € verurteilt wurde – erstinstanzlich: im Herbst 2004 erschoss er einen Border Collie, der mit „Frauchen und Herrchen“ auf einem öffentlichen Weg spazieren ging. Besonders deutlich waren die Worte des Amtsrichters an den Jäger: „Sie haben im Wald nichts verloren und man kann nur begrüßen, dass man Ihnen den Jagdausübungsberechtigungsschein entzogen hat.“ (Az. 16 Js 445/04 Staatsanwaltschaft Bielefeld). Auf die Berufung des Jägers hin hob das Landgericht Bielefeld dieses Urteil allerdings auf und stellte das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro ein – der Jäger wurde trotz eindeutiger Tat wieder auf die Menschheit losgelassen. Dennoch wurde ein Strafbefehl gegen ihn wg. versuchter Nötigung in Höhe von 800 Euro im Jahr 2005 rechtskräftig.
Warum schießen Jäger auf Katzen und Hunde? Anscheinend haben Jäger Angst, die Tiere könnten jagdbares Wild reißen, was wiederum die Strecke der Jäger um einige Wildtiere schmälern würde. Es scheint hier der Beuteneid vorzuherrschen: was die Katze tötet, kann der Jäger nicht mehr abschießen. Auch wird immer wieder behauptet, man müsse wildernde Katzen töten, um den Bestand der Singvögel zu retten. Seltene Singvögel leben hauptsächlich in Gärten und Parks. In Berlin leben z.B. 2/3 aller Vogelarten, die es in Deutschland gibt. Gleichzeitig gibt es nach Angaben des dortigen Tierschutzvereins zwischen 40.000 und 100.000 streunende Katzen. Bisher belegt keine wissenschaftliche Untersuchung den negativen Einfluss von streunenden Katzen auf Singvögel.

Eine Katze gilt bereits dann als wildernd, wenn sie je nach Bundesland 200 bis 500 Meter vom nächsten Haus entfernt ist. Ob sie tatsächlich einem Wildtier nachjagt, ist dabei völlig egal. Hunde, die nicht angeleint waren, wurden bereits in unmittelbarer Nähe ihres Menschen erschossen.

Da das Töten von Katzen und Hunden durch Jäger in der breiten Bevölkerung auf Ablehnung stößt, teilen die Jäger in der Regel auch nicht mit, ob, wann und wo sie ein Tier erschossen haben. Stattdessen lassen sie die toten Tiere verschwinden. Eine Katze könnte beispielsweise „legal entsorgt“ werden, wäre das Tier 50 cm tief vergraben oder in der Tierkörperbeseitigungsanstalt abgegeben worden. Berichten zufolge werden die Vierbeiner jedoch oftmals am Straßenrand „entsorgt“ und sogar noch einmal überfahren, um einen Unfalltod vorzutäuschen. Manche Jäger geben die Katze einem Falkner, der das Tier komplett verfüttert.

 

 

Beim Jagen von Katzen und Hunden geht es den Jägern nicht um Wild-, Arten-, Umwelt- oder Tierschutz, sondern rein um den Schutz der Jagd, um den Erhalt ihrer eigenen Jagdbeute und die Lustbefriedigung am Töten von Lebewesen. Dies zeigt schon die Tatsache, dass das Töten von Haustieren im Bundesjagdgesetz unter „Jagdschutz“ aufgeführt ist.

• Schreiben Sie an:
Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstrasse 54
10117 Berlin
E-mail:
poststelle@bmelv.bund.de

• Lassen Sie Ihr Tier niemals unbeaufsichtigt herumstreunen.

• Melden Sie der zuständigen Behörde, dem örtlichen Tierschutzverein oder der Presse umgehend, wenn Sie Fallen im Wald gefunden haben oder Ihr Tier in einer Falle gefangen oder vom Jäger ab- bzw. angeschossen wurde.

• Informieren Sie Freunde, Verwandte und andere Tierhalter über die Gefahren in Feld, Wald und Flur.