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 »  »  »  »  » Der Fall Grotelüschen - Putenmästerin wird Tierschutz-Ministerin

Der Fall Grotelüschen

Die Ex-Puten-Industrielle war Niedersachens Tierschutz-Ministerin

Stand Dezember 2010
Update 17.12.2010:
Astrid Grotelüschen ist nicht mehr im Amt. Auch wegen dieser Bilder aus Betrieben des Grotelüschen-Imperiums musste sie zurücktreten. Hier unsere Pressemitteilung.

Update 29.10.2010:
Die Strafermittlungsverfahren wg. schwerer Tierquälerei gehen gegen die Betreiber der Putenmastanlagen weiter. Die Staatsanwaltschaften Oldenburg, Schwerin und Stralsund ermitteln dort mit Hochdruck. Gegen die Einstellung des Verfahrens gegen die Grotelüschens und auch wegen des Vorwurfs der üblen Nachrede, Beleidigung und Verleumdung mittels falscher Eidesstattlicher Versicherungen hat PETA Deutschland e.V. am 11.10.2010 Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg eingelegt.

Update: 23.09.2010
Nach den ersten Recherchen vom August 2010 und dem darauffolgenden Pressewirbel (siehe unten) hat sich unser Ermittler Stefan Bröckling noch einmal in einigen Putenmastställen umgesehen, die in direkten Kontakt mit der Mastputenbrüterei Ahlhorn und somit der Familie Grotelüschen stehen.

Hier finden Sie noch ein ein ausführliches Interview mit Stefan Bröckling.


Und hier sehen Sie die neuesten Undercover-Aufnahmen:

 

Hintergrund des Falls Grotelüschen

Niedersachsen im Jahr 2010: Ministerpräsident Wulff ernennt die Agrarindustrielle Astrid Grotelüschen zur neuen Landwirtschaftsministerin… ein Skandal. Denn zusammen mit ihrem Mann Garlich Grotelüschen zeichnet sie auch für Deutschlands zweitgrößte Putenbrüterei, die Mastputenbrüterei Ahlhorn, verantwortlich.

 

 

 

 

Ein Blick in den Stall.
Grotelüschen = Mastenputenbrüterei Ahlhorn = Wiesenhof?
Das Unternehmen von Garlich und Astrid Grotelüschen hält eigene Elterntierherden, die jährlich etwa 5 Millionen befruchtete Bruteier produzieren.

Die geschlüpften Tiere werden an Vertragslandwirte geliefert, so z. B. an die Putenerzeugergemeinschaft Ahlhorn und die Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern. An beiden Gesellschaften ist das Unternehmen von Garlich und Astrid Grotelüschen beteiligt.

Geschlachtet werden die Puten im Geestland-Schlachthof in Wildeshausen bzw. in dem kürzlich geschlossenen Fitkost-Schlachthof in Neubrandenburg, der ebenfalls zum Grotelüschen-Imperium gehörte. Der Familienname war sogar im Fitkost-Logo vermerkt. An diesen Schlachthöfen wiederum hält und hielt die in die Kritik geratene PHW-Gruppe Beteiligungen, und so verwundert es nicht, dass die Minister-Puten letztlich als Wiesenhof-Produkte vermarktet wurden.
Diese Pute starb bereits auf dem Hof.
Ein Blick hinter die Kulissen
PETA-Ermittlern gelang es nun, in zwei unverschlossenen Betrieben der Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern zu dokumentieren, was industrielle Massentierhaltung für die Minister-Puten bedeutet. Bei diesen beiden Mästereien handelt es sich nicht um Skandal-Betriebe. Denn so und so ähnlich sieht es in jeder großen Putenmast in Deutschland und anderswo auf der Welt aus.

 

Auch diese Pute lag im Stall.
Ein Ermittler berichtet:
“Die Tiere stehen dichtgedrängt, zu tausenden in einer Halle. Die Luft ist übelerregend, denn das, was Putenmäster gerne als Einstreu bezeichnen, besteht zu einem großen Teil aus reinem Kot, auf denen die Puten ihr ganzes Leben verbringen.

Viele Tiere sind verletzt, haben offene Wunden. Andere liegen tot im Stall herum. Eine tierärztliche Versorgung haben sie nie bekommen. Medizinische Einzel-Behandlungen sind in der sog. Geflügelmast nicht üblich. Denn jedes Tier wirft nur einen geringen Gewinn ab. Rechnen tut sich das Ganze nur über die Masse und dann auch nur, wenn man nicht für jeden verletzten oder kranken Vogel einen Tierarzt konsultieren muss..

In einem Krankenabteil finden wir eine sterbende Pute. Sie liegt auf dem Rücken, rudert mit den Beinen in der Luft. Ihr Todeskampf muss unbeschreiblich sein.

Alle Tiere haben gekürzte Schnäbel. Auch das ist Standard in der industriellen Putenmast. Ansonsten wären die Verluste noch größer als ohnehin schon. Draußen, vor dem Stall, finden wir drei volle Mülleimer mit Tieren, die den Horror der Mast nicht überstanden haben.”

 

Eine verletzte Pute im Stall.
Tierschutz von einer Mastputenindustriellen?
Mit verantwortlich für dieses Elend ist neben dem Mäster und dem Vermarkter Wiesenhof auch die neue niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen. Es ist unglaublich, dass Menschen, die so etwas mit zu verantworten haben, in Deutschland den Ton in Sachen Tierschutz angeben. Der Vorgänger Grotelüschens - Schweinemäster Heiner Ehlen - wirkt neben der Agrarindustriellen fast wie ein Hobbytierhalter.

Diese Frau, die mit ihrem Mann für die Produktion von jährlich über 5 Millionen Babyputen verantwortlich zeichnet und diese zu einem großen Teil im Familien-eigenen Schlachthof töten lässt, steuert die Geschicke des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums und gibt somit auch in Sachen Tierschutz auf Landesebene den Ton an.

Grotelüschens Vorgänger: Heiner Ehlen
Schon im Jahr 2003 wird in Niedersachsen ein industrieller Tierhalter zuständig für Tierschutz. Der Landwirtschaftsminister und CDU-Politiker Heiner Ehlen war Schweinemäster mit Leib und Seele. Ein Schweinemäster der modernen Art. Spaltenböden, Gestank, Verletzungen und Tod… so gestaltet sich das Leben der armen Kreaturen, die direkt hinter seinem Haus ihr klägliches Dasein fristen. Eben genau dieses Bild bot sich auch den Tierrechtlern, die kurz nach seinem Amtsantritt in dem mittlerweile an den Sohn übergebenen Stall filmten.

Im diesem Stall fühlten sich nur die Fliegen wohl, denn die gab es dort zu tausenden. Schweine aßen einem Tier den Schwanz an, es blutete stark. Ein weiteres Schwein lag im Sterben, wurde von den Artgenossen traktiert. Viele Tiere husteten, denn die Luft war unerträglich. Sehen Sie hier das Video aus dem Stall des ehem. niedersächsischen Landwirtschaftsministers.

Dass sich mit diesem Mann als Tierschutzminister in Niedersachen zumindest für die Tiere nicht viel bewegt hat, ist nachvollziehbar.

 

 

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