Das tierquälerische Gesicht hinter dem Werbeslogan „Tierschutzlabel“ – FairMast

Nachdem PETA mit seinen Undercover-Ermittlungen in der agrarindustriellen Tierproduktion insbesondere seit 2007 zu einem Umdenken in der Branche, beim Gesetzgeber und beim Verbraucher gesorgt hat, wurden 2013 vor allem für die Geflügelproduktion Tierschutzlabel eingeführt, die PETA jedoch von Anfang an ablehnte. Träger dieser Labels sind die Tierschutzorganisationen Deutscher Tierschutzbund und Vier Pfoten, die nicht den Fleischkonsum beenden, sondern die Haltungsbedingungen der Tiere marginal verbessern wollen. Der niederländische Plukon-Konzern, der mit seiner Marke „Friki“ in Deutschland bekannt ist, betreibt rund 55 solcher tierschutz-gelabelten Mastbetriebe, allerdings nur in den Niederlanden. Der öffentliche Werbeauftritt des Konzerns, der an fünfter Stelle der Geflügelproduzenten in Deutschland steht und in Europa die Spitzenposition einnimmt, erweckt jedoch den Eindruck, dass auch in Deutschland nach FairMast-Richtlinien gearbeitet wird. Der Plukon-Konzern vermarktet seine Produkte vor allem über die Kaufland-Gruppe, die Fairmast-Tierwohl-Produkte über Kaufland und Globus.


In den „1-STERN-Richtlinien für die Masthühnerhaltung“ der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die hier das Label für die Plukon-Produkte vergibt, ist geregelt, dass die Hühner beim Ausstallen „nach Möglichkeit“ in aufrechter Position mit beiden Händen, an beiden Beinen und mit angelegten Flügeln transportiert werden sollen. Zusätzlich soll ein Flattern und Drehen des Tieres vermieden werden. Nach diesen Vorgaben kann logischerweise nur ein „Ein-Tier-Transport“ vorgenommen werden.

Die Vorgaben für die konventionelle Hähnchenmast gehen sogar noch einen Schritt weiter. Nach einer Empfehlung des Europarats von 1995, die durch die vom Bundeslandwirtschaftsministerium 2012 herausgegebenen „Bundeseinheitlichen Leitlinien für die gute landwirtschaftliche Praxis zur Haltung von Masthühnern“ nochmals bestätigt wurde, ist es verboten, die Tiere „mit dem Kopf nach unten“ zu tragen.
 

PETA-Ermittlungen in Fairmast-Betrieben

Die PETA-Ermittlungen in Fairmast-Betrieben des Plukon-Konzerns hingegen zeigen ein völlig anderes Bild – nämlich das annähernd gleiche, das bereits seit über einem Jahrzehnt immer wieder in der konventionellen Geflügelproduktion dokumentiert wird: Die Hühner werden von den Fängern gegriffen, egal, welcher Körperteil erreicht wird. Die Fänger tragen bis zu 8 panisch flatternde Tiere, auch mal nur an einem Bein und in den meisten Fällen mit dem Kopf nach unten. Der tierschutz-gelabelte FairMast-Bereich des Plukon-Konzerns, in denen die Tiere schonend behandelt werden sollten, wird in Frage gestellt.
 
PETA wird den betroffenen Lebensmitteleinzelhandel über diese neuen Erkenntnisse informieren und erwartet entsprechende Konsequenzen.

Was Sie tun können

Jede „Tierproduktion“ verursacht erhebliche Schmerzen und Leiden, von der Geburt über die Mastperiode bis hin zum Transport in den Schlachthof – leben Sie vegan.