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Plukon Hühnermast: Tierwohlsiegel „FairMast“ verschleiert Tierleid

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2014 veröffentlichten wir von PETA Deutschland im Rahmen von verdeckten Recherchen Missstände in mehreren Hühnermastbetrieben der Plukon Food Group. Die Fleisch- und Wurstprodukte der Plukon Visbek GmbH werden in Deutschland unter der Marke „Friki“ sowie TK-Produkte unter der Marke „Stolle“ vertrieben. Noch immer leiden die gezüchteten Tiere in den Betrieben unter anhaltenden Qualen.

Im Rahmen dieser Ermittlungen war neben den katastrophalen Haltungsbedingungen erstmals auch das grausame „Ausstallen“ mit sogenannten Fangmaschinen an die Öffentlichkeit gebracht worden. Das dokumentierte Tierleid betrifft auch Ställe, die mit dem vermeintlichen Tierwohllabel „FairMast“ ausgezeichnet sind.

Was macht Plukon?

Plukon ist einer der größten Geflügelverarbeiter Europas mit Hauptsitz in den Niederlanden und betreibt rund 40 Standorte in sieben Ländern, darunter sechs in Deutschland. Hierzulande gehören drei Schlachtbetriebe, zwei Verarbeitungswerke und eine Brüterei zum Konzern, der allein in Deutschland rund 2.400 Mitarbeitende beschäftigt. Das Kerngeschäft der Plukon Food Group besteht in der industriellen Verarbeitung von Hähnchenfleisch, das unter Marken wie Stolle, Friki und FairMast sowie als Handelsmarke für Supermärkte und Gastronomie vertrieben wird. Ergänzt wird das Sortiment durch verarbeitete Produkte wie Chicken Nuggets, Fertiggerichte und Salatkomponenten.

Trotz öffentlicher Darstellung als verantwortungsbewusstes Unternehmen ist die Kritik an Plukons Geschäftspraxis deutlich: Das propagierte Tierwohlengagement ist angesichts der tagtäglichen Ausbeutung der Tiere nichts anderes als Verbraucher:innentäuschung. Begriffe wie „FairMast“ oder „Tierwohl“ suggerieren Verbesserungen, die häufig nur minimale Abweichungen vom gesetzlich vorgeschriebenen Minimum darstellen. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf maximale Effizienz, hohe Schlachtzahlen und industrielle Tierhaltung bestehen.

Zudem ist das Unternehmen auch wegen Arbeitsbedingungen [1], Umweltfolgen der intensiven Tierhaltung und mangelnder Transparenz in der Lieferkette in die Kritik geraten.

Insgesamt ist Plukon ein Paradebeispiel für die industrielle Agrar- und Fleischwirtschaft, die sich nach außen modern und verantwortungsvoll gibt, in der Praxis aber weiterhin auf ein hochproblematisches System von „Massentierhaltung“, Umweltbelastung und Schönfärberei setzt.

Plukon Visbek: Tiere werden wie Müll behandelt

Unter „Ausstallen“ versteht die Industrie das Einfangen der Hühner am Ende einer Mastperiode, damit die Tiere in Kisten gepackt zum Schlachthof transportiert werden können. Diese meist von Niedriglohnarbeitenden von Hand ausgeführte Arbeit ist für die Tiere häufig mit roher Gewalt verbunden, beispielsweise wenn die Fänger:innen mehrere Tiere an den Füßen packen und kopfüber in Transportkisten werfen. Neben dem sogenannten Ausstallen per Hand hat sich die Tierindustrie eine weitere Möglichkeit zum Einfangen von Hühnern einfallen lassen: Fangmaschinen, die die Tiere „schonend“ über ein Fließband in die Kisten befördern sollen.

Doch die Realität sieht gänzlich anders aus. Verdeckte Aufnahmen in mehreren Mastbetrieben von Plukon dokumentierten 2014, wie die Tiere mit Tritten zusammengetrieben werden. Mit hoher Geschwindigkeit wischt die Fangmaschine – ähnlich wie eine Kehrmaschine zum Aufnehmen von Schmutz – ein Huhn nach dem anderen auf und schleudert die Tiere über ein Fließband in die Kisten. Wenn mehrere Hühner auf engstem Raum in einer Kiste verladen sind, drückt ein Arbeiter den Deckel gewaltsam zu – ohne Rücksicht auf Verluste.

Flügel, Beine und Köpfe werden eingeklemmt, die bereits schmerzenden Körper der qualgezüchteten Tiere werden übereinandergeworfen – und wenn ein Tier die Kiste verfehlt, wird es wie ein Stück Dreck weggestoßen. Die Tiere werden behandelt, so wie der Müll von der Straße gekehrt oder das Gemüse vom Feld geerntet wird. Obgleich es sich bei diesen Hühnern um fühlende und intelligente Lebewesen handelt, sind sie für die Tierindustrie nichts als Produkte.

Katastrophale Haltungsbedingungen: Schwache, kranke und tote Hühner in Plukon-Mastanlagen

Die Tierhaltung in konventionellen Mastanlagen bedeutet immer ein kurzes und qualvolles Leben. In den riesigen Hallen dokumentierten die Ermittler:innen schwache, kranke und tote Tiere. Die Hühner sind gezwungen, inmitten ihrer eigenen Exkremente zu leben. In einem Stall mit mehreren Zehntausend Tieren werden tote Tiere oftmals übersehen; sie verwesen dann zwischen den lebenden Hühnern. Möglich sind solche Haltungen überhaupt nur durch einen massiven Medikamenteneinsatz.

Bodehaltung von Legehennen

Plukon tötet rund 130.000 Hühner pro Tag. Damit ist die Plukon Food Group mit rund 425 Millionen Tieren pro Jahr der zweitgrößte Hühnerfleischkonzern in der EU. [2]

Tierschutzsiegel „FairMast“: Reine Verbrauchertäuschung

Auch in den niederländischen Betrieben von Plukon, deren Fleisch- und Wurstprodukte durch das FairMast-Siegel gekennzeichnet sind und damit mehr Tierwohl versprechen, wurden bei Recherchen massive Verstöße bei der Tierhaltung festgestellt.

Nach einer Empfehlung des Europarats von 1995, die durch die vom Bundeslandwirtschaftsministerium 2012 herausgegebenen „Bundeseinheitlichen Leitlinien für die gute landwirtschaftliche Praxis zur Haltung von Masthühnern“ nochmals bestätigt wurde, ist es beispielsweise verboten, die Tiere „mit dem Kopf nach unten“ zu tragen.

Die PETA-Ermittlungen in FairMast-Betrieben des Plukon-Konzerns hingegen zeigen ein Bild, das bereits seit über einem Jahrzehnt immer wieder in der konventionellen Geflügelmast dokumentiert wird: Die Hühner werden von den Fänger:innen gegriffen, egal, welcher Körperteil erreicht wird. Dabei werden bis zu acht panisch flatternde Tiere gleichzeitig getragen, obwohl viele Standards lediglich das Tragen eines Tieres vorgeben. Oft werden die Hühner dabei nur an einem Bein und in den meisten Fällen mit dem Kopf nach unten gepackt und getragen.

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Jede Form der „Tierproduktion“ verursacht erhebliche Schmerzen und Leiden – von der Geburt über die Mastperiode bis hin zum Transport in den Schlachthof. Es liegt in unserer – und damit auch Ihrer – Verantwortung, so zu handeln, dass kein Lebewesen Schaden nimmt und auch Generationen nach uns einen bewohnbaren Planeten als Lebensgrundlage haben.

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